1. Bundesliga, 1. SpieltagFußballfest am ElsterwegVfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt 2:3 (1:1) | ||
Text und Bilder von Christian Heidler 24.09.2009 Sommer, Stimmung, Spannung, Spitzenspiel. Der Saisonauftakt war eine Werbung für den Frauenfußball! Und doch herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. Wolfsburg trauerte dem Punktverlust nach, Frankfurt war von Alexandra Kriegers schwerer Verletzung geschockt. In Wolfsburg war alles für ein Fußballfest angerichtet. Herrliches Sommerwetter beim Auftakt der Bundesligasaison lockte 2.483 Zuschauer (Rekord!) ins Stadion am Elsterweg. Viele waren auch gekommen die Europameisterinnen zu sehen. Die Wolfsburgerin Martina Müller und ihre Nationalmannschaftskolleginnen in Reihen des 1. FFC Frankfurt wurden denn auch vor der Partie mit üppigen Blumensträußen geehrt. Blumen für die Europameisterinnen. Eine feine Geste war die Ehrung der frischgebackenen Europameisterinnen vor dem Spiel. Saskia Bartusiak erhält gerade ihren Strauß, Ariane Hingst (nicht im Bild), Birgit Prinz und Nadine Angerer wurden bereits bedacht, Kerstin Garefrekes und Wolfsburgs Martina Müller (2.v.r.) folgen noch. 5 Minuten dauerte das Abtasten, dann zog Ally Krieger ab und Nadine Richter konnte nur auf Kosten eines Eckballs abwehren. Doch Wolfsburg versteckte sich nicht und suchte seinerseits das Heil in der Offensive. Vornehmlich mit weiten Pässen wurden immer wieder die schnellen Spitzen Martina Müller und Shelley Thompson gesucht und so mußte Frankfurts Torfrau Nadine Angerer bereits in der 14. Spielminute mit einer akrobatischen Fußabwehr einen Gegentreffer verhindern. So manch einen rassigen Zweikampf bekam das Publikum da zu sehen, wobei Saskia Bartusiak und Sara Thunebro ihre zumeist gewannen, Gina Lewandowski aber bald als schwächstes Glied der Viererkette auszumachen war. Schlüsselspielerinnen. Während Shelley Thompson (links) als doppelte Torschützin glänzte, hatte Gina Lewandowski nicht gerade ihren besten Tag erwischt. Im Hintergrund die beiden Nationalspielerinnen mit der Nr. 25, Saskia Bartusiak und Martina Müller. Aber auch die VfL-Abwehr durfte sich über mangelnde Abwehr nicht beklagen. Zweimal kurz hintereinander blieb Frankfurter Treffern noch wegen Abseits die Anerkennung versagt, dann klappte es doch. Birgit Prinz spritzte in ein leichtfertiges Zuspiel der Wolfsburger Defensive, schnappte sich das Spielgerät, marschierte damit in den gegnerischen Strafraum und vollendete eiskalt. 2 Minuten später fast der Ausgleich als Lewandowski beinahe auf Kosten eines Eigentores klärte und weitere 2 Minuten darauf dann doch der Gleichstand. Wieder war die Amerikanerin maßgeblich beteiligt, denn diesmal ließ sich Lewandowski den Ball an der Außenlinie von Thompson abjagen, die dann ihrer Gegnerin in den Strafraum enteilte und flach ins lange Eck vollendete. |
Paradebeispiel. Frankfurts Torfrau Nadine Angerer (hier im Bild) und ihr Gegenüber Nadine Richter mußten öfter ihr ganzes Können aufbieten um in der offensiv geführten Begegnung weitere Treffer zu verhindern. | |
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Bis zum Halbzeitpfiff ergaben sich hüben wie drüben noch weitere Torgelegenheiten, so ein Seitfallzieher von Petra Wimbersky nachdem Richter eine Flanke unterlaufen hatte und ein abseitsverdächtiger Konter über Müller, die ihre große Chance überhastet vergab. Und auch nach dem Seitenwechsel ging es offensiv weiter, wobei vor allem die Hessinnen mit Kerstin Garefrekes und Wimbersky die Akzente setzen. Rekordbesuch! Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen pilgerten 2.483 Zuschauer in das VfL-Stadion am Elsterweg - so viele wie noch nie bei einem Heimspiel der Wölfinnen. Der Blick auf die gut besuchte Gegentribüne veranschaulicht dies. Doch der nächste Treffer fiel auf der anderen Seite als Müller den Ball fein über die Frankfurter Abwehr hinweg in den Lauf ihrer Sturmpartnerin lupfte und Thompson das Leder unter die Latte hämmerte. Frankfurts Coach Günter Wegmann reagierte, brachte Dzsenifer Marozsán für Sandra Smisek, was sich auch bald auszahlen sollte. Zunächst noch scheiterte Garefrekes, die von den Wölfinnen kaum zu bremsen war, an Richter (63.). Dann wurde die emsige Krieger von Lisa Eichholz gefoult, die dafür die gelbe Karte sah. Während Krieger draußen noch behandelt wurde, führte Marozsán den fälligen Freistoß aus, den Bartusiak per Kopf ins Netz beförderte. Licht und Schatten. Schon vor ihrem Fußbruch mußte Ally Krieger nach einem Foul an ihr behandelt werden. Während sie vom Feld geführt wird und Nadine Richter die Mauer aus Nathalie Bock und Selina Wagner postiert, hält sich Dzsenifer Marozsán für den folgenden Freistoß bereit, der gleich zum Kopfballtreffer von Saskia Bartusiak führen wird. Beide Mannschaften suchten nun die Entscheidung und folgerichtig gab es noch einige Strafraumszenen. Während Marozsán der erste Treffer in Diensten Frankfurts gelang, konnte Thompsons Tor aus Abseitsposition nicht anerkannt werden. Negativer Höhepunkt war eine erneute Verletzung Kriegers, die einen Fußbruch erlitt und mit der Trage vom Platz und aus dem Stadion gebracht werden mußte. |
Achtung!? Die spanische Auswahlspielerin Laura del Rio kommt gleich zu ihrem Bundesligadebüt. Der Kameramann von DFB-TV richtet derweil sein Arbeitsgerät lieber auf die Frankfurter Auswechselbank. Am Ende einer intensiv aber weitgehend fair geführten unterhaltsamen Partie, die nach Aussage von VfL-Coach Ralf Kellermann auch 5:5 oder 5:6 hätte ausgehen können, stand das Ergebnis der Vorsaison: 2:3. Wolfsburg wird mit ähnlicher Leistung sicherlich noch eine gute Rolle in der Bundesliga spielen. Bei den ambitionierten Gästen vom Main bleibt abzuwarten, wie es ihnen gelingen wird den erneuten Ausfall ihrer Spielgestalterin zu verkraften. Saisoneröffnungsfeier. Die öffentliche Pressekonferenz mit den Trainern Ralf Kellermann (Wolfsburg, links) und Günter Wegmann (Frankfurt, rechts) war Bestandteil der Saisoneröffnungsfeier, zu der u.a. auch Interviews, Verpflegungs-, Informations- und Fanartikelstände, eine Hüpfburg und eine stark nachgefragte Autogrammstunde gehörten.
VfL Wolfsburg:
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