1. Bundesliga, 16. SpieltagBig Point zum Klassenerhalt1. FC Saarbrücken – TB Berlin 3:1 (2:0) | ||
Text und Fotos von Martin Kochem 15.03.2010 Nach endlos scheinenden 90 Tagen der Pflichtspielabstinenz durfte nun auch der 1. FC Saarbrücken dem langen und zähen Winter trotzen und mit dem Mitaufsteiger aus der Bundeshauptstadt einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg begrüßen. Nach den schlechten Erfahrungen des vorangegangenen Wochenendes, als die Begegnung gegen den VFL Wolfsburg erst eine knappe Stunde vor Spielbeginn aufgrund der Intervention der verantwortlichen Schiedsrichterin abgesagt wurde, verliefen sich am Sonntagvormittag lediglich 163 zahlende Zuschauer an den Kieselhumes, welche jedoch am Ende ihr Kommen nicht bereuen sollten. FCS-Coach Stephan Fröhlich musste sein Team aufgrund der nunmehr greifenden Rotsperre von Stürmerin Selina Dambier sowie dem Fehlen der langzeitverletzten Stephanie Kaiser und Sarah Karnbach (wurde bereits operiert – FanSoccer wünscht an dieser Stelle nochmals gute und rasche Genesung !) kräftig umgestalten, was ihm jedoch aufgrund der in der Winterpause getätigten Neuverpflichtungen Noemie Beney sowie Sif Atladottir nur relativ wenig Kopfzerbrechen bereitete. So rückte die isländische A-Nationalspielerin anstelle von Laura Vetterlein in die Viererabwehrkette, welche wiederum zusammen mit der aus Yverdon gekommenen schweizerischen A-Nationalspielerin die „Doppelsechs” bildete. ![]() Aus diesem weiten Einwurf von FCS-Neuzugang Sif Atladottir resultierte letztendlich der Saarbrücker 1:0-Führungstreffer durch Christina Arend Die Gastgeberinnen begannen bei leichtem Nieselregen äußerst druckvoll und hätten bereits nach wenigen Minuten durchaus 2:0 führen können, doch vergab die bei von Kelli Cronkrite getretenen Eckstößen jeweils mit nach vorn aufrückende Innenverteidigerin Ann-Katrin Schinkel gleich zwei Mal aus aussichtsreicher Position, als zum einen ihre Verlängerung mit der Hacke von der vielbeinigen TB-Abwehr kurz vor der Torlinie geklärt werden konnte (7.) und zum andern ihr Schuß aus 9 Metern über das TB-Gehäuse zischte (9.). Unverständlicherweise gaben die blau-schwarzen Mädels das Spiel in der Folgezeit jedoch mehr und mehr aus der Hand und überließen den ebenfalls mit ihren beiden Winter-Neuzugängen Aylin Yaren und Katarina Tarr angetretenen „Veilchen” das Mittelfeld. Ernsthafte Torchancen sprangen dabei jedoch zunächst nicht heraus. ![]() FCS-Torfrau Barabara Legrand verlebte einen relativ geruhsamen Nachmittag - hier greift sie sich vor den Augen des FCS-US-Duos Meredith Teague (Nr. 9) und Kelli Cronkrite (Nr. 14) die Kugel vor TB's Katarina Tarr (Nr. 6) Der FCS verlagerte sich Mitte der ersten Halbzeit im eigenen Stadion zunehmend aufs Kontern und war ausnahmslos immer nur dann gefährlich, wenn die beiden pfeilschnellen Sturmspitzen Christina Arend und Cynthia Uwak mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte heraus in Szene gesetzt wurden. So erkämpfte sich die sehr agile Arend nach einem solch langen Ball von Kelli Cronkrite in der 24. Minute an der Berliner Torauslinie das Leder, kurvte mit diesem nach innen, doch drosch die mit nach vorne geeilte Passgeberin ihre kluge Rückgabe aus 10 Metern in die Wolken. Nur 3 Minuten später lief Uwak nach Cronkrite-Steilpass alleine auf das TB-Gehäuse zu, setzte das Leder jedoch knapp am rechten oberen Winkel vorbei. Unmittelbar danach wurde wiederum Arend von Cronkrite über die linke Angriffseite in Szene gesetzt, doch fand ihr abermaliger Rückpass von der Torauslinie keine Abnehmerin. |
Ein typisches Bild an diesem Tage - Christina Arend stößt bis zur gegnerischen Torauslinie vor | |
Saarbrücken blieb am Drücker und wurde nach einer weiteren vergebenen Chance (Arends Schuss wurde im letzten Moment von Suzan Sharif abgeblockt) in der 32. Minute endlich belohnt: nach einem weiten Einwurf von Atladottir gewann Cronkrite gleich zwei Mal im Strafraum ein Kopfballduell und Arend bugsierte das ihr vor die Füße fallende Leder mit einem herrlichen Drehschuß aus 5 Metern in die Maschen – 1:0 (32.). Fast im Gegenzug folgte die Antwort der Gäste: Jana Teodoridis wurde mit einem langen Ball in die Schnittstelle der FCS-Viererkette auf die Reise geschickt, lief Schinkel auf und davon, schob die Kugel jedoch haarscharf am langen rechten Pfosten vorbei – das hätte der Ausgleich sein müssen !!! Stattdessen folgte die Strafe sozusagen auf Arends Fuss, welche nach herrlicher Kombination über Cronkrite und Maike Trach steil angespielt wurde und aus 13 Metern eiskalt an Berlins chancenloser Torfrau Cordula Busack vorbei zum 2:0 (37.) einschieben konnte. Fast hätte Cronkrite unmittelbar vor dem Pausepfiff ein drittes (und dann wohl entscheidendes) Tor nachgelegt, doch konnte Busack per Reflex und mit etwas Glück im letzten Moment zur Ecke klären. Beflügelt durch den relativ sicher wirkenden Vorsprung kam der FCS voller Selbstvertrauen aus der Kabine und hätte den Lila-Weißen bereits nach wenigen Sekunden den endgültigen K.O. versetzen können, doch zwirbelte Maike Trach das Spielgerät nach herrlicher Kombination über Arend und Uwak völlig freistehend haarscharf am linken Pfosten vorbei. Nach gut einer Stunde hätte abermals Arend nach jeweiligem Cronkrite-Pass und anschließendem Alleingang den Sack endgültig zubinden müssen, doch scheiterte die Doppeltorschützin geradezu kläglich an der glänzend reagierenden Busack. ![]() Suzan Sharif (links) hatte in Laufduellen gegen Maike Trach (rechts) zumeist das Nachsehen Kurz darauf war allerdings auch Berlins Beste machtlos, als zur Abwechslung mal wieder Uwak auf die Reise geschickt wurde und diese mit ihren 6. Saisontreffer für klare Verhältnisse sorgte (65.). Trotz dieses klaren Rückstandes steckte TB in der Folgezeit nicht auf, war jedoch in seinen spielerischen Möglichkeiten zu beschränkt, um die nunmehr relativ sicher stehende FCS-Viererkette einmal ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. So plätscherte das Treiben auf dem erstaunlich gut bespielbaren Grün mehr oder weniger ereignislos dahin, bis die sich wieder einmal in einer 1:1-Sitaution befindliche Arend in der 80. Minute zum unzähligen Male in Busack ihre Meisterin fand. ![]() Cynthia Uwak erzielte ihr 6. Saisontor und hielt damit Vereinskameradin Christina Arend (5 Tore) in der internen Torschützenliste hinter sich Für ein wenig Aufregung sorgte dann allerdings noch das bis dahin eine ordentliche Leistung abliefernde Schiedsrichtergespann um Marija Kurtes, welche der Fröhlich-Elf einen glasklaren Elfmeter (Franziska Liepack hatte Arend im 16er von hinten böse |
umgegrätscht) verweigerte und auch bei einigen Abseits- und Ausballentscheidungen klar danebenlag. Fünf Minuten vor Schluss gelang den sich tapfer wehrenden Gästen immerhin noch der Ehrentreffer durch Teodoridis, welche die ein wenig zu weit vor dem Tor stehende und eh nicht gerade groß gewachsene Babs Legrand mit einem Heber in den linken Torwinkel überwinden konnte. ![]() FCS-Neuzugang Noemie Beney lieferte ein vielversprechendes Debüt ab
Nachdem die glücklose Cronkrite im Gegenzug nur die Latte getroffen hatte, blieb es letztendlich beim hochverdienten Saarbrücker Erfolg, über welchen insbesondere Cheftrainer Stephan Fröhlich sichtlich erleichtert war: „Es war sicherlich kein hochklassiges Spiel, aber das war im Vorfeld auch nicht zu erwarten. Meine Mannschaft hat Nervenstärke, aber durchaus auch Qualität gezeigt, um dieses außerordentlich wichtige Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Natürlich kann ich mit der Chancenverwertung nicht zufrieden sein, doch bin einfach nur glücklich über den verdienten Sieg. Wir haben jetzt nach diesem aus unserer Sicht gemachten „Big Point” im Abstiegskampf sicherlich eine gute Ausgangsposition, dürfen jetzt allerdings nicht den Fehler machen, uns auf diesem 6-Punkte-Polster auszuruhen.” ![]() Angespannte Mienen beim FCS-Trainergespann Sebastian Rytzmann (links) und Chefcoach Stephan Fröhlich (rechts) vor dem ersten Pflichtspiel seit 3 Monaten - hinterher konnten die beiden Trainer dann aber erleichtert durchatmen
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