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1. Bundesliga, 22. Spieltag

Von Abschieds- und Freudentränen

1. FC Saarbrücken – FF USV Jena 5:2 (3:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

10.05.2010   Durch den vorzeitig geschafften Klassenerhalt konnte Aufsteiger 1. FC Saarbrücken gegen den Pokalfinalisten USV Jena befreit aufspielen und gewann am Ende verdient mit 5:2 Toren, wobei das Ergebnis am Ende jedoch genauso gut hätte 6:6 lauten können...

Tränen gab es indes schon vor dem Anpfiff, als Torhüterin Barbara Legrand (Karriereende aus persönlichen Gründen), Stephanie Kaiser (hört aus gesundheitlichen Gründen mit dem Fußballsport ganz auf) sowie die beiden US-Amerikanerinnen Kelli Cronkrite und Meredith Teague (beide zieht es zurück in die Heimat) von Managerin Denise Gorges offiziell und gebührend verabschiedet wurden.

Abschied

Vor der Partie wurden verabschiedet (v.l.n.r.) Barbara Legrand, Kelli Cronkrite, Meredith Teague sowie Stephanie Kaiser

Die Geschichte dieses sportlich unbedeutend gewordenen Spiels ist schnell erzählt: Saarbrücken erwischte einen Blitzstart und ging bereits mit dem ersten Angriff des Spiels überhaupt in Führung. Christina Arend überlief auf der rechten Außenbahn ihre Gegenspielerin Kathleen Radtke, flankte über Torfrau Jana Burmeister sowie Julia Arnold gefühlvoll hinweg und die am Fünfer wartende Selina Dambier brauchte die Kugel nur noch einnicken.

Gute 10 Minuten später lief Arend auf der rechten Seite erneut ihrer Kontrahentin Radtke auf und davon, passte von der Torauslinie zurück auf die dort wartende Maike Trach, welche sodann keine Mühe mehr hatte, mit ihrem immerhin schon 4. Saisontor auf 2:0 zu erhöhen.

Christina Arend und Cynthai Uwak

Treffsicheres Doppel: Christina Arend (links) jubelt unmittelbar nach ihrem 6. Saisontreffer gemeinsam mit Cynthia Uwak

Jena fing sich anschließend ein wenig und kam durch Genoveva Anonma (21.) sowie Sylvia Arnold (24.) zu ersten guten Torgelegenheiten, den nächsten Treffer erzielten jedoch wieder die Gastgeberinnen. Sif Atladottir schickte mit einem langen 50m-Ball aus der eigenen Hälfte Cynthia Uwak auf die Reise, diese überlief Stephanie Milde und hämmerte den Ball sodann aus kurzer Distanz unhaltbar für Burmeister zum 3:0 (28.) in die Maschen – ihr 9. Saisontor. Die sympathische Nigerianerin hätte kurz danach eigentlich ihren zehnten Treffer nachlegen müssen, doch schob diese das Spielgerät nach herrlichem Steilpass von Arend völlig alleinstehend am leeren Tor vorbei (33.).

Christina Arend und Cynthai Uwak

Der Dank für die Unterstützung ging anschließend an die Fans

Aber auch die Gäste aus Thüringen besaßen in diesem munteren Spielchen durchaus ihre Möglichkeiten – nutzten diese jedoch entweder nicht oder fanden ihre Meisterin in FCS-Schlussfrau


Maike Trach und Juliana Edwards

Maike Trach (Nr.11) sowie Juliana Edwards (Nr. 25) klären hier gemeinsam diese brenzlige Situation. Jena kam durchaus zu einigen Chancen, wesentlich effektiver waren aber die Stürmerinnen des 1. FC Saarbrücken

Legrand, welche nicht das erste Mal in dieser Saison mit Weltklasse-Reflexen die gegnerischen Angreiferinnen zur Verzweiflung brachte. Insbesondere Anonma dürfte nach ihren drei „100%igen” (41./53./54.) ein Lied davon singen können, wobei sie zusätzlich in der 44. Minute an ihren eigenen Nerven scheiterte und den Ball völlig freistehend am Gehäuse vorbeischob.

Christina Arend gegen Anna Höfer

Christina Arend, die hier den Ball gegen Anna Höfer abschirmt, war in den entscheidenden Situationen nicht zu stoppen

Nachdem der USV mit einem Pfostenschuss von Lisa Seiler (47.) auch noch Pech hatte, schlugen die sich an diesem Tage äußerst effizient präsentierenden Saarländerinnen wieder zu. Erneut wurde Arend nach einem langen Ball von Atladottir auf der rechten Außenbahn auf die Reise geschickt, überlief Anna Höfer und zog vom Fünfmeterraumeck einfach mal ab. Die nicht immer auf der Höhe wirkende Burmeister machte für einen kurzen Moment die kurze Ecke frei und boxte sich die Kugel dadurch selber ins Tor – 4:0 (58.).

Stephan Fröhlich Himmelfahrtskommando

Vor Saisonbeginn wurde FCS-Coach Stephan Fröhlich die Übenahme eines "Himmelfahrtskommandos" prophezeit - er belehrte die Medien und seine Kritiker auf seine Art und Weise eines besseren !

Doch damit nicht genug – nun wollte sich auch Dambier nicht lumpen lassen und erzielte nach schönem Pass der für die leicht angeschlagene Ann-Katrin Schinkel eingewechselten Michaela Collisi mit einem 25m-Dropkick über die zu weit vor ihrem Kasten stehenden USV-Schlussfrau hinweg mit Treffer Nummer zwei das 5:0 (65.).


Nun roch es nach einem Debakel für den lustlos und unkonzentriert aufspielenden Pokalfinalisten aus Jena, doch erwies sich das Team von FCS-Coach Stephan Fröhlich als netter Gastgeber und verteilte noch 2 Torgeschenke an die Gäste. Zunächst vertendelte Juliana Edwards im eigenen Strafraum den Ball gegen Sabine Treml und schenkte dieser damit den 1:5-Anschlusstreffer (82.) und kurz vor Toreschluss konnte Ivonne Hartmann nach Vorarbeit von Anonma das Endergebnis noch auf ein erträgliches 2:5 korrigieren.

Stephan Fröhlich Frisur

Wetteinsatz eingelöst: nach dem Klassenerhalt mußten bei FCS-Coach Stephan Fröhlich ein paar Haare dran glauben - als Haarabschneider betätigt sich hier Laura Vetterleins Vater Thomas, seines Zeichens von Beruf Frisör und Geschäftsführer eines Frisörsalons in Rheinfelden

Nach Abpfiff der guten und ohne Probleme leitenden Schiedsrichterin Rafalski feierten Mannschaft, Trainerteam und die vielen treuen Fans noch bis tief in die Nacht hinein den zu Saisonbeginn nicht für möglich gehaltenen Klassenerhalt in gebührender Art und Weise...

1. FC Saarbrücken:
Legrand – Schinkel (27. Collisi), Edwards, Atladottir, L. Vetterlein (78. Blank) - Trach, Teague, Cronkrite - Uwak, Dambier (73. De Backer), Arend

FF USV Jena:
Burmeister - J. Arnold, Radtke, Höfer, Milde (33. Groll) - I. Hartmann, Utes, Ngo Ndoumbouk, Seiler (74. Treml) – Anonma, S. Arnold

Tore:
1:0 Dambier (3.)
2:0 Trach (14.)
3:0 Uwak (28.)
4:0 Arend (58.)
5:0 Dambier (65.)
5:1 Treml (82.)
5:2 I. Hartmann (88.)

Gelbe Karten: Radtke

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten)
mit Assistentinnen Martina Storch-Schäfer und Pamela Renz

Zuschauer: 245


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