1. Bundesliga, Nachholspiel vom 13. Spieltag„Standard”-Erfolg1. FC Saarbrücken – 1. FFC Frankfurt 1:4 (0:2) | ||
Text und Bilder von Martin Kochem 19.03.2010 Immerhin 358 zahlende Zuschauer hatten an diesem Vorfrühlingsabend den Weg in den Saarbrücker Ludwigspark gefunden, die meisten wohl, um den deutschen Rekordmeister gegen den Bundesliga-Aufsteiger straucheln zu sehen. Am Ende stand allerdings ein zumindest vom Ergebnis her klarer 4:1 (2:0)-Auswärtserfolg für die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt zu Buche, welche damit ihre theoretischen Träume vom Erreichen der ersten beiden Tabellenplätze künstlich am Leben erhielten. Die Gäste vom Main begannen sogleich da, wo sie im letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV aufgehört hatten – nämlich mit dem kläglichen Versieben glasklarer Tormöglichkeiten. So nahm die letztwöchig noch dreifache Torschützin Conny Pohlers bereits in der 3. Minute einen schönen Pass von Sandra Smisek zwar gekonnt mit der Brust an, setzte das Leder jedoch aus 11 Metern völlig freistehend knapp links neben das Tor. ![]() Es war ihr erstes Spiel gegen ihren Ex-Verein, und gleich setzte sie mit ihrem herrlichen Freistosstreffer zum 2:0 einen schmerzhaften Nadelstich: Dzsenifer Marozsan Nachdem erneut Pohlers nur zwei Minuten später nach Ecke von Birgit Prinz und Kopfballvorlage von Alex Krieger zu unplatziert in die auffangbereiten Arme von Barbara Legrand im FCS-Tor geköpft hatte, besaßen die Gastgeberinnen nach 7 Minuten abermals enormes Glück, als sich die ansonsten äußerst zuverlässige Julia Leykauf nach einer Linksflanke von Petra Wimbersky bei ihrem Rettungsversuch selbst anschoss und damit fast ein Eigentor produziert hätte. ![]() Juliana Edwards wird hier von Conny Pohlers früh unter Druck gesetzt und muss den langen Ball spielen Nur langsam fanden die anfänglich äußerst nervös wirkenden Blau-Schwarzen in diese Partie und es dauerte bis zur 18. Spielminute, ehe sich Christina Arend in einem 1:1-Laufduell gegen Gina Lewandowski durchsetzten konnte, doch Nadine Angerer konnte Arends Schuss aus acht Metern halbrechter Position mit einer Glanzparade zur Ecke abwehren. Nach einem wegen klarer Abseitsstellung zurecht nicht anerkannten Kopfballtreffer von Kerstin Garefrekes foulte Laura Vetterlein unnötigerweise die bis dato unauffällige Birgit Prinz unmittelbar vor der eigenen Strafraumgrenze und Sarah Thunebro setzte den fälligen Freistoss mit links aus halbrechter Position halbhoch sowohl an der 3-Frau-Mauer des FCS als auch an Freund und Feind vorbei ins lange Eck (31.) - Torfrau Legrand sah dabei allerdings nicht allzu glücklich aus. ![]() Sara Thunebro ebnete mit ihrem direkten Freistosstor den Weg zum verdienten Auswärtssieg Gut aufgepasst hatte dabei die erstmals an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrende Dzsenifer Marozsan, welche es der schwedischen Nationalspielerin nur vier Minuten später gleichtat und von der anderen Seite aus einen Freistoß aus 20 Metern direkt über die Mauer hinweg zum 0:2 ins kurze Eck zirkelte. |
Auftakt einer bemerkenswert fairen Partie - Handschlag der beiden Kapitäne Nadine Angerer (links) und Ann-Katrin Schinkel (rechts) | |
Noch vor der Pause konnte die gesundheitlich angeschlagen ins Spiel gegangene Legrand einen 12m-Schuß von Marozsan per Fußabwehr entschärfen (41.) und damit die Vorentscheidung zu Gunsten der Hessinnen verhindern. Auch Nationalspielerin Kerstin Garefrekes vergab kurz darauf nach schönem Pass von Marozsan völlig freistehend das sichere 3:0, als ihr der Ball im entscheidenden Moment versprang. ![]() Konnte die relativ hohe Niederlage trotz ansprechender Leistung nicht verhindern: FCS-Verteidigerin Ann-Katrin Schinkel So ging es mit einem Zweitorevorsprung des 1. FFC in die Kabinen und der Schock des Standard-Doppelschlages wirkte beim FCS auch unmittelbar nach Wiederanpfiff noch erkennbar nach. So schafften es insgesamt 5 (!) Abwehrspielerinnen nicht, den Slalom-Sololauf der bis dato blass gebliebenen Garefrekes zu stoppen, die mit dem Ball von der Seitenauslinie in Mitte der gegnerischen Hälfte startete und an der rechten Fünfmeterraumgrenze mit einem trockenen Schuss unter die Latte unhaltbar ins kurze Eck gekonnt abschloss. Nur 60 Sekunden später fabrizierte erneut Garefrekes eigentlich einen Fehlpass in die Mitte des Saarbrücker Strafraumes, doch sprang Kelli Cronkrite die Kugel beim Versuch der Ballannahme derart unglücklich vom rechten Schienbein weg, dass die richtig postierte Pohlers nach diesem unfreiwilligen „Pass” keine Mühe mehr hatte, den 3-Punkte-Sack mit ihrem 8. Saisontreffer endgültig zuzubinden (50.). Mit diesem Treffer war der Drops endgültig gelutscht und Saarbrücken fing plötzlich an, befreit mitzuspielen. So konnte die sich momentan in Topform präsentierende Arend auf der rechten Seite gegen Thunebro behaupten, passte von der Torauslinie mustergültig zurück in die Mitte, doch die wahrlich nicht ihren besten Tag erwischende Cronkrite schob die Kugel völlig freistehend vom Elfmeterpunkt aus kläglich am rechten Pfosten vorbei. Nachdem Leykauf einen Wimbersky-Schuss aus spitzem Winkel auf der Linie geklärt hatte (54.), erspielten sich die Gastgeberinnen bald darauf den mehr als verdienten Ehrentreffer: die aus der U 23 des FFC vor Saisonbeginn zum Aufsteiger gewechselte Maike Trach passte auf Arend, diese leitete den Ball geschickt zwischen Ariane Hingst und Gina Lewandowski hindurch auf die schnell startende Cynthia Uwak weiter und diese überwand die herauslaufende Angerer cool zum 1:4 (62.). Auch in der Schlussviertelstunde blieb die bemerkenswert fair geführte Partie durchaus lebhaft. So verstolperte zunächst die eingewechselte Südkoreanerin Jang-Mi Lee nach Thunebro-Flankenlauf völlig freistehend vor dem Tor (80.) und köpfte Pohlers keine zwei Minuten später Torfrau Legrand nach einer präzisen Flanke von Lee in die Arme. Die letzte große Chance blieb dem FCS vorbehalten: Das ebenfalls eingewechselte und frech aufspielende Nachwuchstalent Jaqueline De Backer passte vom rechten Flügel quer in die Mitte zu Christina Arend, die zog aus 10 Metern halbrechte Position ab, doch eine weitere Glanzparade von Angerer verhinderte weitere Ergebniskosmetik. |
Trainerstimmen:
![]() Birgit Prinz bot im Mittelfeld einmal mehr eine unauffällige, mannschaftsdienliche Partie
Sven Kahlert (Trainer 1. FFC Frankfurt): ![]() Zwei junge Trainer - zwei unterschiedliche Ziele: Stephan Fröhlich (hinten) will mit dem FCS nicht absteigen - für Sven Kahlert (vorne, FFC) ist die Qualifikation für die Champions League eine hohe Vorgabe
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