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1. Bundesliga, 10. Spieltag

Passende Antwort als Geburtstagsgeschenk

1. FC Saarbrücken – SG Essen-Schönebeck 3:1 (1:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

30.11.2009   Hohe Wellen hatte die in der „WAZ”-Ausgabe vom 24.11.09 veröffentliche Aussage der zu diesem Spiel gesperrten SGS-Spielführerin Melanie Hoffmann („Schon ein Unentschieden wäre eine Riesen-Enttäuschung. Ich habe keine Ahnung wie Saarbrücken zuletzt in Duisburg 1:1 spielen konnte. Aber ich bin überzeugt, dass wir auf jeder Position besser sind. Und dementsprechend auch im Kollektiv...”) im Vorfeld dieses Abstiegsduells an der Saar geschlagen. Das passende Geschenk zu deren 35. Geburtstag gab der 1.FCS sodann mit einem alles in allem verdienten 3:1-Heimerfolg, welcher den Saarländern vorerst etwas Luft im Tabellenkeller verschaffte und Essens Coach Ralf Agolli neue Sorgenfalten auf die Stirn gezeichnet haben dürfte...

Vor der wiederum enttäuschenden Kulisse von lediglich 265 zahlenden Zuschauern begannen die Gastgeberinnen äußerst vielversprechend. Bereits nach 4 Minuten zischte ein von der rechten Außenbahn scharf getretener Freistoss von Kelli Cronkrite durch den Essener Strafraum, welchen Carina Chojnacki bei ihrem Rettungsversuch beinahe ins eigene Tor befördert hätte – Glück für die SGS.

Caroline Hamann

Annka Schinkel (rechts) hielt trotz Grippe 90 Minuten durch und stellt hier erfolgreich Caroline Hamann. Caroline Hamann war für die FCS-Viererkette ein ständiger Unruheherd, konnte aber letztendlich die Niederlage ihres Teams nicht verhindern

Dieses war den Gästen aus dem Ruhrpott auch in der 12. Minute hold, als Selina Dambier nach herrlichem Spielzug über Juliana Edwards und genau getimter Rechtsflanke von Cynthia Uwak per Kopfball den langen Pfosten des von Europameisterin Lisa Weiß gehüteten Tores nur knapp verfehlte. Nur 5 Minuten später gab´s fast die gleiche Situation zu protokollieren, als diesmal Meredith Teague nach langem Ball von Edwards präzise auf die am zweiten Pfosten lauernde Dambier flankte, diese aber nicht genug Druck hinter den Ball brachte und die Kugel von einer Essener Abwehrspielerin von der Linie geschlagen werden konnte.

Aber auch die Gäste versteckten sich in dieser ersten Halbzeit keineswegs. So konnte die abermals sicher auftretende Barbara Legrand im Saarbrücker Gehäuse einen Schuss von Caroline Hamann aus halbrechter Position entschärfen (6.) und Julia Leykauf im allerletzten Moment gegen die nach Rechtsflanke von Daniela Löwenberg völlig frei zum Schuss kommende Kyra Malinowski klären (20.).

Daniela Löwenberg

Daniela Löwenberg trat nur relativ selten in Erscheinung

Es folgte eine längere Phase mit wenig Höhepunkten, wobei der 25m-Freistoss von Edwards (35.) genau in die Arme von Weiß bereits eine Ausnahme bedeutete. Beide Seiten schienen sich schon mit einem torlosen Remis zur Pause abgefunden zu haben, als sich die stark aufspielende FCS-Kapitänin Sarah Karnbach in der eigenen Hälfte den Ball erkämpfte, zu Cronkrite passte, deren langer Flankenschlag von Vanessa Martinis Hinterkopf unfreiwillig in den Lauf der darauf spekulierenden Uwak verlängert wurde, diese alleine auf das gegnerische Tor zulief und sodann im 1:1-Duell gegen Torfrau Weiß nur durch ein Foulspiel gebremst werden konnte. Schiedsrichterin Eisenhardt ließ den Vorteil weiterlaufen und die die Spielsituation gut antizipierende Dambier staubte den freiliegenden Ball vom linken Fünfmeterraumeck aus in echter Torinstinktmanier zum 1:0 ab (44.). Uwak verletzte sich bei dieser Aktion im übrigen so sehr (Pferdekuss), dass sie eine Viertelstunde später ausgewechselt werden musste.


Steffi Weichelt gegen Laura Vetterlein

Essens Torjägerin Stefanie Weichelt konnte sich nur selten durchsetzen und wird hier von Laura Vetterlein erfolgreich getackelt - Ann-Katrin Schinkel schaut gespannt zu

Doch wie gewonnen, so zerronnen – kurz nach dem Seitenwechsel schlug die SGS zurück: Nach Karnbachs einzigem Fehlpass und anschließendem Doppelpass zwischen Löwenberg und der bis dato relativ unauffälligen Stefanie Weichelt sprang das abgeblockte Leder sodann der „Unglücksräbin” Martini vor die Füße, deren langer Ball wurde ebenfalls mit dem Hinterkopf von Julia Leykauf auf Malinowski verlängert und die U 17-Nationalspielerin schlenzte die Kugel vom linken Strafraumeck herrlich und unhaltbar über Legrand ins lange Eck – 1:1(48.).

Kyra Malinowski

Jungtalent Kyra Malinowski erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich und behauptet sich hier gegen Meredith Teague

Nach diesem Ausgleichstor blieb die Partie offen sowie abwechslungsreich und man konnte beiden Teams den Siegeswillen deutlich anmerken. So bot sich zunächst der zu Saisonbeginn von Duisburg nach Essen gewechselten Stephanie Goddard die Chance zur Gästeführung, als diese nach Flanke von Hamann das Leder nur knapp am linken Pfosten vorbeischob (55.). Praktisch im Gegenzug kam die grippegeschwächt ins Spiel gegangene FCS-Innenverteidigerin Ann-Katrin Schinkel nach vorangegangener kurzer Ecke gleich zwei Mal im Strafraum zum Schuss, wurde jedoch jeweils im letzten Augenblick geblockt.

Nicole Schmitt

Nicole Schmitt kam für die leicht angeschlagene Cynthia Uwak ins Spiel und machte ihre Sache ordentlich

Die größte Chance zur Führung vergab dann wiederum Goddard, als diese Schinkel überlaufen hatte und ihren Heber sowohl über Legrand als auch weit über das Saarbrücker Gehäuse ansetzte (72.).

Die Partie stand nun spitz auf Knopf und sollte sich nur 3 Minuten später wieder zugunsten der Gastgeberinnen wenden: die für Uwak ins Spiel gekommene Nicole Schmitt passte zu Cronkrite, welche sich im Zweikampf mit etwas Glück gegen Martini behaupten konnte, in die Mitte Richtung Strafraum zog, im richtigen Moment die mitgelaufene Christina Arend bediente und


die für Uwak in die Sturmspitze gerückte Marpingerin überwand die herausstürzende Weiß aus 10 Metern mit einem überlegten Schlenzer zur vielumjubelten 2:1-Führung (76.).

Für die endgültige Entscheidung zeichnete dann wiederum Dambier verantwortlich, welche auf der linken Angriffseite einen herrlichen Steilpass von Teague aufnahm, in ihrer unnachahmlichen Art in den Strafraum eindrang, Martini dabei einfach stehen ließ und den Ball aus äußerst spitzem Winkel an der verdutzten Weiß vorbei zum 3:1 ins kurze Eck einschob (81.). Nun war der „Drops gelutscht”, auch wenn sich die Frauen um SGS-Coach Agolli noch nicht aufgaben und durch einen direkten Freistoß der eingewechselten Sofia Nati eine letzte Chance zum Anschlusstreffer besaßen, doch wurde dieser von der sich schon seit Wochen in Galaform präsentierenden Legrand an die Latte bzw. von dort ins Toraus gelenkt (89.).

Selina Dambier  und Christina Arend

Selina Dambier (links) und Christina Arend sorgten für den 2. Saarbrücker Heim- bzw. Saiosnsieg

Für FCS-Coach Stephan Fröhlich ging der Sieg „aufgrund des Chancenplus der größeren Chancen letztendlich in Ordnung”, während Agolli mit der schlechten Chancenverwertung seiner Mannschaft haderte und darüber hinaus das Fehlen von Melanie Hoffmann als Ursache für die Niederlage seiner Mannschaft ausfindig machte...Oder waren es etwa doch deren vollmundigen Sprüche im Vorfeld dieser Partie, welche diese Partie letztendlich in den Köpfen der Spielerinnen entschieden haben ???

Ralf Agolli

SGS-Coach Ralf Agolli war nach dem Abpfiff sichtlich bedient und trauerte den vergebenen Torchancen beim Stande von 1:1 nach

1. FC Saarbrücken:
Legrand – Leykauf, Schinkel, Vetterlein, Edwards – Teague (85. Hinsberger), Karnbach, Cronkrite, Arend - Dambier, Uwak (60. N. Schmitt)

SG Essen-Schönebeck:
Weiß - Chojnacki (80. Özer), Kraus, Löwenberg, Dörpinghaus - I. Mester (46. Nati), Martini, Weichelt - Goddard, Malinowski, Hamann (63. Bade)

Tore:
1:0 Dambier (44.)
1:1 Malinowski (48.)
2:1 Arend (76.)
3:1 Dambier (82.)

Gelbe Karten: Karnbach

Schiedsrichterin: Nathalie Eisenhardt (Holzgerlingen)

Zuschauer: 265


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