1. Bundesliga, 3. SpieltagCelia macht den Unterschied1. FC Saarbrücken – SC 07 Bad Neuenahr 0:4 (0:1) | ||
Text und Fotos von Martin Kochem 05.10.2009 Viel vorgenommen hatte sich der Bundesliga-Aufsteiger gegen die Kurstädter von der Ahr, doch am Ende einer auf äußerst mäßigem Niveau geführten Partie blieben beide Serien bestehen: während das Team von FCS-Coach Stephan Fröhlich mit null Toren und null Punkten weiterhin das Tabellenende ziert, kam der SC 07 auch im dritten Spiel unter Trainer Thomas Obliers zu seinem dritten Sieg und ist als einzige Mannschaft der Bundesliga noch ohne Gegentor. Dabei starteten die Hausherrinnen vor gut 360 Zuschauern am Kieselhumes durchaus erfolgversprechend in die Partie und verpassten bereits nach 120 Sekunden den so wichtigen frühen Führungstreffer, als Maike Trach nach einer scharfen Hereingabe der aufgerückten Meredith Teague einen Schritt zu spät kam. ![]() Cynthia Uwak (hier im Zweikampf mit Nadine Hagmann) kam diesmal nicht richtig ins Spiel und zeigte keinerlei Durchschlagskraft Diesen Führungstreffer erzielten dafür dann die Gäste mit ihrem ersten vernünftig vorgetragenen Angriff: Celia Okoyino da Mbabi schickte die pfeilschnelle Yun Hee Cha über die linke Außenbahn auf die Reise, diese lief Kelli Cronkrite auf und davon, passte von der Torauslinie in die Mitte und die völlig frei am Fünfmeterraum auftauchende Claudia Götte schob die Kugel locker zum 0:1 (8.) ein. Die Gäste nahmen daraufhin das Heft in die Hand und kamen durch Celias Kopfball nach Ecke von Cha (17.) sowie einen Linksschuss der Torschützin (19.) zu weiteren Gelegenheiten, welche jedoch eine sichere Beute von FCS-Torfrau Barbara Legrand wurden. Der FCS hingegen wirkte verunsichert und zu hektisch in seinen Offensivbemühungen. So wurden im Mittelfeld gut erkämpfte bzw. abgefangene Bälle zu schnell wieder hergeschenkt und im Spiel nach vorne lief fast nichts zusammen. Lediglich ein harter, aber zu unplatzierter Distanzschussversuch von Maike Trach (40.) war als einzig nennenswerte Aktion zu verzeichnen. Praktisch im Gegenzug tauchte Celia nach Traumpass von Lena Goeßling alleine vor dem Saarbrücker Tor auf, umspielte Legrand, schlenzte jedoch die Kugel im Fallen nur an die Querlatte - den indirekten Nachschuss von Nadine Fols konnte die heute in der Viererkette hinten rechts aufgebotene Teague gerade noch von der Linie schlagen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schnappte sich abermals Fols die Kugel im Mittelfeld, verzog jedoch nach herrlichem Alleingang knapp. ![]() Auch Saarbrückens Kapitänin Sarah Karnbach ging angeschlagen in die Partie, behauptet sich hier aber im Laufduell mit Laura Störzel Mit Anika Scherer für die leicht grippegeschwächte Laura Vetterlein sowie mehr Schwung nach vorne kam der 1.FCS aus der Kabine und hatte nach 51 Minuten die Riesenchance zum Ausgleich. Von ihrer Sturmpartnerin Christina Arend herrlich freigespielt lief Selina Dambier alleine auf das Neuenahrer Tor zu, umspielte SC-Schlussfrau Romina Holz, jedoch spitzelte ihr die von hinten heranrauschende Anne-Kathrin Westphal im letzten Moment den Ball vom Fuß. Im Anschluss daran soll sich Dambiers Frust über diese Aktion mit einem Nachtreten gegen Westphal entladen haben, was von der unsicher wirkenden Schiedsrichterin Miriam Dietz allerdings „nur” mit der gelben Karte geahndet wurde. Wie dem auch sei, verletzte sich Westphal in dieser unübersichtlichen Situation so schwer, dass sie gegen Julia Debitzki ausgewechselt werden musste. |
Celia Okoyino da Mbabi auf dem Weg zum vorentscheidenden 2:0 - Meredith Teague (links) sowie Juliana Edwards (rechts) können da nur hinterschauen | |
Nach 62 Minuten hatte dann Lydia Neumann die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch deren Direktabnahme nach Celia-Flanke entschärfte Bad Neuenahrs Ex-Torfrau im Dienste der Blau-Schwarzen mit einer Klasseparade. Der Aufsteiger aus dem Saarland zeigte sich weiterhin um den Ausgleich bemüht, mehr als eine Einzelaktion von Arend nach Vorarbeit von Dambier sprang allerdings nicht dabei hinaus (65.). Kurz darauf passte die zuvor ebenfalls eingewechselte U 19-Nationalspielerin Ramona Petzelberger nach vorangegangenem Cronkrite-Fehler steil auf Celia, diese nahm den Ball herrlich mit dem Kopf mit, lief Juliana Edwards auf und davon und überwand die chancenlose Legrand aus 13 Metern mit einem Schuss ins lange Eck – 0:2 (67.). ![]() Juliana Edwards sah nicht nur in dieser Szene oftmals nur die Hacken von Celia Okoyino da Mbabi Von nun an spielten nur noch die Gäste, denn von Minute zu Minute schwanden bei den Gastgeberinnen sowohl Kraft als auch Motivation, das Spiel noch herumbiegen zu können. Indessen fanden die „Celia-Festspiele” unaufhaltsam ihre Fortsetzung, indem sich die frischgebackene Europameisterin in der 85. Minute nach schönem Steilpass von Cha herrlich um die eigene Achse drehte, dabei Edwards abschüttelte und die Kugel vom linken Fünfmeterraumeck eiskalt zum 0:3 ins lange Eck schob. ![]() Celia Okoyino da Mbabi gewinnt hier das Kopfballduell gegen Juliana Edwards und erzielte nach dem seitenwechsel einen lupenreinen Hattrick (rechts Ramona Petzelberger) Die Saarbrücker Viererkette offenbarte nunmehr Auflösungserscheinungen und wurde kurz vor dem Abpfiff noch mit dem 0:4 bestraft, als abermals Celia nach langem Pass von Cha auf die Reise geschickt wurde und mit einem satten Rechtsschuss aus 18 Metern ihren lupenreinen Hattrick perfekt machte. Trotz des am Ende deutlichen Erfolges ließ sich SC 07-Trainer Thomas Obliers auf der anschließenden Pressekonferenz nicht unbedingt davon blenden: |
„Nachdem wir sehr schwer ins Spiel gefunden und hinten sehr unsicher gestanden haben, sind wir dann plötzlich zum 1:0 gekommen und hätten in der Folgezeit sicherlich noch vor der Pause das 2:0 machen müssen. Zwar ist der Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit letztendlich auch in dieser Höhe verdient, jedoch war dies trotzdem bislang unsere schlechteste Leistung, da wir viel zu viel mit dem Ball gemacht haben. Für die ersten drei Spiele dieser Saison muss ich aber meiner Mannschaft insgesamt ein Riesenkompliment machen.” ![]() Ein nachdenklicher und sichtlich enttäuschter FCS-Coach Stephan Fröhlich auf der Pressekonferenz
Enttäuscht zeigte sich auch FCS-Coach Stephan Fröhlich:
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