1. Bundesliga, 18. SpieltagEin Punktgewinn – aber für wen ?1. FC Saarbrücken - FC Bayern München 0:0 | ||
Text und Fotos von Martin Kochem 12.04.2010 War es denn nun ein Punktgewinn oder ein doppelter Punktverlust? Und vor allem für wen war es was? Diese Frage stellten sich nicht nur die beiden Trainer auf der äußerst harmonisch verlaufenden Pressekonferenz, sondern auch die immerhin knapp 480 Zuschauer am Kieselhumes, welche zuvor in insgesamt 95 kampfbetonten Minuten ein torloses Remis der besseren Sorte zwischen dem Bundesligaaufsteiger und dem immer noch amtierenden Deutschen Vizemeister zum Vormittagsbrunch serviert bekommen hatten. Der FCB reiste mit der Empfehlung von 4 Siegen aus den ersten 5 Rückrundenspielen trotz immer länger werdender Verletztenliste als klarer Favorit ins Saarland. Zu den langzeitverletzten Banecki-Zwillingsschwestern, Katharina Baunach und Torjägerin Mandy Islacker hatten sich unter der Woche auch noch Carolina Pini (Beinbruch) und Katharina Würmseer (Rückenprobleme) hinzugesellt, während FCS-Coach Fröhlich seine Viererabwehrkette aufgrund des schmerzlichen Ausfalls von Julia Leykauf (Schlüsselbeinbruch-OP verlief erfolgreich) umstellen musste. ![]() Sif Atladottir (rechts) machte ihre Sache auch in der Innenverteidigung ausgezeichnet, was auch Isabell Bachor (links) desöfteren zu spüren bekam Für Leykauf rückte U 19-Nationalspielerin Laura Vetterlein auf die rechte Abwehrseite, Sif Atladottir bildete mit Juliana Edwards die Innenverteidigung und Ann-Kathrin Schinkel rückte auf links. Dies klappte auch ganz gut, insbesondere „Annka” Schinkel bot eine fehlerfreie Partie und ließ die quirlige Julia Simic mit ihrem hervorragenden Stellungsspiel des öfteren blass aussehen. Den ersten Aufreger in dieser Partie gab´s bereits nach 6 Minuten, als die dynamisch antretende Melanie Behringer beim Versuch in den Saarbrücker Strafraum einzudringen unsanft gebremst wurde und die in dieser Szene wohl etwas zu weit entfernt stehende Unparteiische den Tatort nach kurzer Überlegung kurz vor die Strafraumlinie verlegte – zweifellos zum Glück für den FCS. ![]() Nationalspielerin Melanie Behringer sorgte für die wenigen Offensivimpulse der Bayern „Das Spiel wäre möglicherweise ganz anders gelaufen, wenn diese Aktion mit Elfmeter bewertet worden wäre” blickte Wörle dann auch etwas wehleidig zurück. Dieser musste jedoch anschließend mit ansehen, wie die Blau-Schwarzen immer besser ins Spiel fanden und sich innerhalb von einer Viertelstunde drei „Hundertprozentige” erspielten. Zunächst wurde Christina Arend von der stark agierenden Maike Trach mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte auf die Reise geschickt, lief Sandra De Pol auf und davon und scheiterte erst mit ihrem Schuss aus 8 Metern an der mit glänzendem Reflex reagierenden Kathrin Längert im FCB-Tor (11.). Keine zwei Minuten später eine ähnliche Szene, als diesmal Sturmpartnerin Cynthia Uwak die pfeilschnelle Marpingerin mit einem traumhaften Steilpass aus dem Mittelkreis heraus in Szene setzte, FCB-Verteidigerin Carina Wenninger nur noch deren Hacken sah, Arend jedoch zu lange wartete bzw. zu viel überlegte und das zu sehr mit der Innenseite getroffene Leder um einen Meter links am Gehäuse der schon geschlagenen Längert vorbei schob – das MUSSTE einfach die Saarbrücker Führung sein !!! ![]() Prickelnde Strafraumszene: FCS-Torfrau Babs Legrand (verdeckt) bringt gerade noch so die Hand zwischen Ann-Kathrin Schinkel und Sandra de Pol an den Ball In der 24. Minute war es dann Uwak, welche nach einem Arend-Flankenlauf |
Isabell Bachor wird hier von Sif Atladottir (verdeckt) und Laura Vetterlein (rechts) erfolgreich in die Zange genommen. Insgesamt hatten die Abwehrspielerinnen des 1. FC Saarbrücken die Bayern-Stürmerinnen gut im Griff | |
über die linke Angriffseite von dieser per Rückpass von der Torauslinie am 5m-Raum mustergültig bedient wurde, die ihre Chance nicht nutzen konnte, weil Bianca Rech im allerletzten Moment den 8. Saisontreffer der Nigerianerin verhindern konnte. Doch auch bei Standardsituationen blieb der FCS stets gefährlich, insbesondere brannte bei den von Atladottir abgefeuerten Einwurfflanken stets die Luft in der ansonsten gut sortierten Bayern-Abwehr. ![]() Zweikämpfe standen im Mittelpunkt - hier bearbeitet wird Nina Aigner (rechts) erfolgreich von Meredith Teague bearbeitet Der letzten Torgelegenheit der Gastgeberinnen vor der Halbzeitpause ging allerdings ein Eckball der wieder fest in die erste Elf zurückgekehrten Meredith Teague voraus, doch flutschte Trachs Kopfball denkbar knapp am Pfosten vorbei (35.). Und die Bayern? Bis auf eine gefährlich vor das Tor gezogene Linksflanke von Behringer, an welcher die am langen Pfosten lauernde Vanessa Bürki (im Hinspiel noch dreifache Torschützin) knapp vorbeirutschte (22.) sowie einen zur Ecke abgefälschten Distanzschuß der zukünftigen Frankfurterin (42.) gab es so gut wie keine nennenswerten Einschussmöglichkeiten der „Roten” zu verzeichnen. Insgesamt gelang es den technisch im Ansatz zwar versierten Bayern auf dem jahreszeitbedingt etwas holprigen Geläuf zu selten, sich über die Außenbahnen entscheidend in Szene zu setzen, so sehr sich Nina Aigner auf links und Julia Simic im Wechselspiel mit Bürki auf rechts auch bemühten. ![]() Isabell Bachor biss sich an der Saarbrücker Viererabwehrkette (hier gegen Laura Vetterlein) oft die Zähne aus Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr und Torchancen blieben nunmehr doch eher Mangelware. Eine Ausnahme bildete eine schöne Kombination über Teague und Uwak auf der rechten Außenbahn, doch konnte abermals Arend die kluge Rückgabe von der Torauslinie nicht verwerten und scheiterte einmal mehr an der hervorragenden FCB-Schlussfrau (62.). ![]() Auch das Häufchen (erkennbarer) Bayernfans wartete vergeblich auf einen Treffer ihrer Lieblinge Im Gegenzug köpfte die mit nach vorn aufgerückte Corinna Paukner nach einer Behringer-Ecke nur denkbar knapp am Gehäuse vorbei, ehe es der leicht angeschlagenen Kelli Cronkrite nach schöner Vorarbeit von Arend verwehrt blieb, mit einem schönen Schlenzer aus 20 Metern für das Tor des Tages zu sorgen (70.). Zahlreiche Verletzungsunterbrechungen in der doch mit einigen Nickeligkeiten gespickten Auseinandersetzung sorgten letztendlich noch für eine fünfminütige Nachspielzeit, |
in welcher jedoch auch nichts mehr Nennenswertes passieren sollte.
So blieb es beim Punktgewinn für – ja für wen, denn eigentlich nun ?
![]() Der nicht unbedingt erwartete Punktgewinn gegen die großen Bayern hob auch die gute Laune von FCS-Coach Stephan Fröhlich Ähnlich sah es sein etwas zerknirscht wirkender Gegenpart auf bavarischer Seite Günter Wörle, welcher insbesondere vom „in der zweiten Halbzeit nicht mehr stattgefundenen Offensivspiel” doch ziemlich enttäuscht war und den Punktgewinn der „aggressiveren und aktiveren Gastgeberinnen” unstrittig als „verdient” bezeichnete. ![]() FCB-Coach Günter Wörle war auf der Pressekonferenz sichtlich bedient und sprach von einem verdienten Remis für den Aufsteiger
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