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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Turbine Potsdam unterstreicht Meisterschaftsambitionen

1. FFC Turbine Potsdam - Hamburger SV 6:0 (3:0)

Text von Sunny
Bilder von Sven E. Hafft

11.10.2009   Am 4. Spieltag der Frauen-Bundesliga empfing der amtierende deutsche Meister, 1. FFC Turbine Potsdam, die Nordlichter vom HSV. Vom Papier her ist es eine eindeutige Sache, doch Potsdams Trainer Bernd Schröder betonte immer wieder, wie schwer es für Turbine ist, gegen den HSV zu gewinnen. Am Ende war es dann allerdings doch so klar, wie es vom Tabellenstand her zu erwarten gewesen war.

Beide Mannschaften mit Kontinuität und lediglich einer Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Für Schröder und seine Potsdamerinnen spielte Tabea Kemme, die für Monique Kerschowski in die Startformation kam. Für die Hamburgerinnen kam Nina Brüggemann für Denise Lehmann in die Startelf.
Der 1. FFC Turbine Potsdam machte gleich von der ersten Minuten an Druck und kam bereits in der 3. Minute zur ersten Chance, als Fatmire „Lira” Bajramaj links durch ging, und in die Mitte auf die abschlussbereite Jessica Wich passte, doch die Hamburger Abwehr lenkte den Pass noch im letzten Moment ab. Eine Minute später war es Kemme, die eine Flanke mit dem Kopf abschloss, der aber von HSV-Torhüterin Gaelle Thalmann gehalten wurde.

Gaelle Thalmann

HSV-Torhüterin Gaelle Thalmann erlebte einen bitteren Nachmittag. Sie musste insgesamt sechsmal hinter sich greifen

In der 6. Minute wurde es bereits enger, als Anja Mittag einen Freistoß aus rund 30 Metern aufs Tor schoss und sich das Leder gefährlich hinter Torhüterin Thalmann absenkte. Doch der Ball knallte lediglich an die Latte. In der 10. Minute dann das 1:0 für den 1. FFC. HSV-Torhüterin Thalmann schlug einen verunglückten Abschlag direkt auf Potsdam-Spielerin Bajramaj, die den Ball direkt über die Torhüterin ins leere Tor lupfte.

Keine 60 Sekunden später das 2:0 für die Turbinen. Nach einem Fehlpass von Marisa Ewers auf der rechten Seite, kommt Kemme an den Ball, läuft in Richtung Strafraum, wird noch von Angelina Lübcke gefoult, doch der Ball kommt irgendwie zu Mittag, die den Ball gekonnt ins lange Eck zirkelt.

Jessica Wich und Maja Schubert

Der HSV strauchelte fast in der gesamten Partie den Spielerinnen von Turbine Potsdam hinterher, wie hier Maja Schubert hinter Jessiva Wich

Ein Auftakt nach Maß für die Heimmannschaft. Die HSVerinnen werden für ihre Unsicherheiten sofort bestraft. Potsdam wirkte spritziger und aggressiver in den Zweikämpfen, während die Rothosinnnen, total verunsichert und ängstlich wirkten, was sich im Laufe des Spiels kaum änderte. Die Hamburgerinnen hatten dann sogar Glück, dass es in der 13. Minute nicht schon 0:3 stand, als Bajramaj eine Ecke direkt aufs Tor schoss und der Ball gerade noch von Torhüterin Thalmann über die Latte gelenkt wurde.

In der 19. Minute die erste Chance für die Hamburgerinnen. Auf der rechten Seite geht Lübcke durch, passt auf Kim Kulig, die den Ball direkt mit der Brust mitnimmt, den Abschluss sucht, doch ihr Schuss wird zur Ecke geklärt.

Chancen für den HSV blieben jedoch Mangelware. Die Turbinen machten weiterhin Druck, doch weder Mittag (20.), noch Wich (22., 29) machten das vorentscheidende 3:0. Dieses kam dann aber in der 31. Minute, als Potsdam eine Ecke ausführte, die Hamburger Abwehr diese erst noch aus dem Strafraum befördern kann, jedoch postwendend durch einen Querschläger von


Angelina Lübcke und Viola Odebrecht

Der 1. FFC Turbine Potsdam war um einiges spritziger, wie hier im Laufduell zwischen Angelina Lübcke und Viola Odebrecht zu sehen.

Ana Maria Crnogorcevic zurück auf Mittag kommt, die alleine vor dem Tor steht und locker zum 3:0 einschieben kann.

Die Mannschaft des HSV fand im weiteren Verlauf keine Möglichkeit, gegen diese gut eingestellte und eingespielte Potsdamer Mannschaft zu Torchancen zu kommen.

Aufbauarbeit in der Offensivabteilung des HSV vollbrachte Turbine-Trainer Schröder: Nach einem Foul von Kim Kulig an Corina Schröder an der Seitenlinie, direkt an der Trainer-Bank von Turbine Potsdam, ging Schröder zu der sichtlich frustrierten HSV-Stürmerin, nahm sie kurz in den Arm und flüsterte ihr ein paar aufbauende Worte ins Ohr.

Kim Kulig

Die Offensivabteilung des HSV fand gegen die Abwehr von Turbine kein Mittel und war meist nur zweiter Sieger, wie hier Kim Kulig gegen Stefanie Draws

Kurz vor der Halbzeit noch eine Chance für Turbine. Nach einer guten Kombination über Bajramaj und Kemme, kommt Wich an den Ball. Doch ihr Abschluss geht rechts am Tor vorbei.
So ging es mit 0:3 in die Pause. Während Schröder mit seinen Turbinen sichtlich zufrieden war, musste HSV-Trainer Achim Feifel klare Worte in der Kabine finden, um im Karl-Liebknecht-Stadion nicht unterzugehen. Die Statistik zur Halbzeit zeigte, wie klar die Dominanz von Turbine Potsdam war. 10 zu 3 Torschüsse, sowie 7 zu 2 Ecken sprachen eine klare Sprache.

Achim Feifel änderte die Formation: Aus einem 4 - 4 - 2 wurde in der zweiten Halbzeit ein 3 - 4 - 3 und mit Lena Petermann und Maja Schubert wurde noch stärker auf die Offensive gesetzt. Der HSV kam jetzt etwas besser ins Spiel, ohne jedoch gefährlicher zu werden. Wieder waren es die Gastgeberinnen, die die erste große Chance in der zweiten Halbzeit hatten. Nach einem Konter für Turbine Potsdam kommt Mittag im rechten Strafraumeck an den Ball und wird unsanft von Silva Lone Saländer von den Beinen geholt. Die Konsequenz war klar: Elfmeter für Potsdam und gelbe Karte für Silva Lone Saländer. Den fälligen Elfmeter verwandelte Turbinen-Kapitänin Jennifer Zietz sicher.

Fatmire Bajramaj vs. Angelina Lübcke

Fatmire Bajramaj im Zweikampf mit Angelina Lübcke

Nach dem 4:0 brachen alle Dämme im Spiel. Während der HSV im Kopf aufgab, spielte sich Turbine Potsdam in einen Rausch. Nun entstanden die schönsten Kombinationen. In der 61. Minute wurde rechts auf die Strafraumgrenze raus gespielt auf Mittag, die mit einem Kunstschuss ins lange Eck das 5:0 für Turbine machte. Doch das war noch


nicht das Ende. Fünf Minuten später ist es erneut Bajramaj, die, nach einer traumhaften Kombination über 4 - 5 Positionen, den Ball locker an Thalmann vorbeischiebt. Zwar hatte Turbine Potsdam noch weitere Chancen, doch am Ende blieb es beim verdienten 6:0 Heimsieg für den 1.FFC Turbine Potsdam.

Silva Lone Saländer

Silva Lone Saländer kassierte die gelbe Karte für ihr Foul an Anja Mittag - Elfmeter gab es obendrein

Während sich die Mannschaft von Turbine Potsdam nach dem Spiel von den rund 1000 Zuschauern feiern ließ, trommelte HSV-Trainer Achim Feifel seine gesamte Mannschaft in den Mittelkreis zusammen und stauchte seine Mannschaft direkt nach dem Spiel für die Leistung zusammen.
Doch beide Mannschaften müssen die Partie schnell abhaken und sich auf die nächste Partie vorbereiten. Im DFB-Pokal müssen beide Mannschaften ran - Während der 1.FFC Turbine Potsdam den 1.FFC Oldesloe empfängt, fährt der HSV zum Nordderby nach Wolfsburg.
Turbine-Trainer Schröder war sichtlich begeistert nach dem Spiel. „Das war schon ein Klassenunterschied und sehr viel einfacher, als wir es erwartet haben”, lautete das Fazit.




1. FFC Turbine Potsdam:
Schumann - Schröder (75. Larsen Kaurin), Peter, Draws, Schmidt - Bajramaj, Keßler, Zietz, Kemme (78.Bagehorn) - Mittag (75. Odebrecht), Wich

Hamburger SV:
Thalmann - Schimpf, Freese (46. Petermann), Haye, Lübcke - Saländer, Jokuschies (81. Wübbenhorst), Brüggemann, Ewers (46. Schubert)- Kulig, Crnogorcevic

Tore:
1:0 Bajramaj (10.Min)
2:0 Mittag (11.Min)
3:0 Mittag (31.Min)
4:0 Zietz (60.Min, FE)
5:0 Mittag (61.Min)
6:0 Bajramaj (65.Min)

Gelbe Karten: - / Saländer (60., Foulspiel), Schubert (67., Foulspiel), Wübbenhorst (90. Foulspiel)

Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)

Zuschauer: 1022


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