. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



1. Bundesliga, 9. Spieltag

Starke zweite Halbzeit führt zum Sieg

1. FFC Turbine Potsdam - 1. FFC Frankfurt 4:1 (0:0)

Text und Bilder von ViolA

27. November 2009 Im Spitzenspiel des neunten Spieltages kam es zum Aufeinandertreffen Potsdams und Frankfurts. Nach dem Unentschieden in Duisburg einen Tag zuvor stand diese Begegnung unter einer besonderen Spannung: Ein Sieg würde den Frankfurterinnen auf Platz zwei, den Gastgeberinnen an die Tabellenspitze verhelfen.

Die Brisanz des Duells dieser zwei Großmächte war gleich zu Beginn zu spüren - auf den Tribünen bei den 2379 Zuschauern wie auf dem Spielfeld. Sowohl die vielen Potsdamer als auch die wenigen mitgereisten Frankfurter Fans feuerten ihre Mannschaften stetig an und sahen eine in der ersten Halbzeit packende und auf Augenhöhe kämpfende Begegnung.

Desirée Schumann

Potsdams Torhüterin Desirée Schumann bewahrte ihre Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit mehrmals vor einem Rückstand und spielte gut mit.

In den ersten Minuten dominierten die Gäste vom Main das Geschehen und kamen über Conny Pohlers zu zwei guten Gelegenheiten, doch Desirée Schumann verhinderte einen frühen Rückstand ihrer Mannschaft. Danach glich sich die Partie aus und verlagerte sich überwiegend ins Mittelfeld, aus dem immer wieder Möglichkeiten herausgespielt wurden, die jedoch keine der beiden Mannschaften zu nutzen wußte. Die Anspannung und der Frust beider Mannschaften äußerten sich bisweilen in hartem Einsteigen und unsportlicher Tätlichkeiten.

Gelb für Draws

Fünf Gelbe Karten zeugen von einer intensiv geführten Begegnung. Stefanie Draws wurde als erstes von Schietsrichterin Christine Beck, die wieder einmal eine solide Leistung zeigte, verwarnt.

Frankfurt war in der ersten Halbzeit feldüberlegen gewesen, die klarste Chance hatte jedoch Potsdam gehabt, als Anja Mittag erst an Nadine Angerer scheiterte und ihr Nachschuss dann von Sara Thunebro noch auf der Linie mit dem Knie abgewehrt wurde. So ging es zu diesem Zeitpunkt verdient mit einem Unentschieden in die Halbzeit, aus der die Gastgeber gefestigter zurückkamen. Bestand vorallem in der ersten Halbzeit ein Problem in der Abwehrkette der Potsdamerinnen, so zeigte sich eben jene in der zweiten Halbzeit als stabiler und unterband bis kurz vor Ende der Partie nahezu sämtliche Torchancen der Frankfurterinnen.


Karolin Thomas und Babett Peter im Zweikampf

Karolin Thomas, die hier gegen Babett Peter den Ball führt, kam an alter Wirkungsstätte zu einigen Schussgelegeneheiten, die aber nicht zum Erfolg führten

Es zeigte sich wieder einmal, dass Spiele in der Abwehr gewonnen werden, denn diese Sicherheit ermöglichte es den Potsdamerinnen ruhiger nach vorne zu spielen und wenig später in Führung zu gehen. Nationalspielerin Lira Bajramaj, die ein hervorragendes Spiel machte, passte den Ball in der 54. Spielminute zu Anja Mittag, die sofort abzog. Ihre ehemalige Teamkollegin Nadine Angerer wehrte diesen Ball ab, allerdings prallte er vor Mittags Füße, die ihn zur 1:0-Führung einschoss. Wenig später führte ein Foul von Sarah Günther an Jessica Wich zu einem Strafstoß. Jennifer Zietz übernahm die Verantwortung und ließ Nationaltorhüterin Nadine Angerer keine Chance (57.). Diese zwei aufeinanderfolgenden Tore, auf die wenig später ein Drittes und Viertes folgten, brachen den Gästen das Genick. Der Treffer zum 4:1 durch Sandra Smisek war am Ende nur noch Ergebniskosmetik.

Lauf und Vorlage von Lira Bajramaj

Tor durch Anja Mittag

Tor

Lira Bajramaj lief ein ums andere Mal ihren Bewachern davon (hier hat die Schwedin Sarah Thunebro das Nachsehen) und suchte ihre Teamkollegin Anja Mittag, die insgesamt dreimal an diesem Tage traf.

Conny Pohlers und Bianca Schmidt

Bianca Schmidt machte wieder einmal ein hervorragendes Spiel.


Potsdams Trainer Bernd Schröder:
"Wir haben in der ersten Halbzeit nicht wie geplant ins Spiel gefunden. Dass hätte tödlich sein können, vor allem weil wir Probleme in der Abwehr hatten. Wären wir da in Rückstand geraten, so wären wir auch nicht zurück gekommen. Die schnelle Torfolge hat unseren Gegnerinnen den Zahn gezogen. Wir hatten letztendlich das bestere Angriffs- und in der zweiten Halbzeit auch besseres Abwehrverhalten. Trotzdem wird das Pokalspiel wird anders werden. Es ist schade dass man schon wieder aufeinandertrifft, aber wir werden das beste daraus machen. Es wird eine spannende Partie, denn Spiele gegen Frankfurt sind immer ein Derby für uns und was die Aufstellung betrifft lege ich mich jetzt schon fest: Never change a winning team."

Freude bei Potsdam

Die Freude über den Derby-Sieg über den ewigen Konkurrenten vom Main war groß.

FFC-Trainer Sven Kahlert:
"Auf Grund der zweiten Halbzeit ist es ein verdienter Sieg für Potsdam. Die ersten 20 Minuten der ersten Hälfte haben auf mehr hoffen lassen, unsere Fehler wurden letztendlich aber gnadenlos ausgenutzt. Vor allem der Strafstoss hat sich schlecht auf unser eigenes Spiel ausgewirkt, denn danach hat uns die nötige Aggressivität gefehlt. Das 3:0 war tödlich, trotzdem muss ich meiner Mannschaft das Kompliment machen, dass sie trotz dieses Rückstands Kampfgeist gezeigt hat. In vier Wochen wird der FFC hier allerdings anders auftreten."

1. FFC Turbine Potsdam:
Schumann, Schmidt, Kerschowski, Peter, Henning, Zietz, Draws, Keßler, Bajramaj, Wich, Mittag

1. FFC Frankfurt:
Angerer, Thunebro, Günther, Bartusiak, Thomas, Krieger, Garefrekes, Wimbersky (65. Huth), Smisek, Prinz, Pohlers (60. del Rio Garcia)

Tore:
1:0 Mittag (54.)
2:0 Zietz (57./Foulelfmeter)
3:0 Mittag (67.)
4:0 Mittag (77.)
4:1 Smisek (79./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Draws, Bajramaj, Zietz, Günther, Garefrekes

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 2379


Zur 1. Bundesliga

Zur FanSoccer-Startseite