1. Bundesliga, Nachholspiel vom 15. SpieltagPflichtsieg mit bitterem NachgeschmackHamburger SV – 1. FFC Turbine Potsdam 1:5 (0:3) | ||
Text und Bilder von Sven-E. Hafft 31.03.2010 In der einzigen Partie dieses Tages, einem Nachholspiel vom 15. Spieltag, setzte sich der Meisterschaftsanwärter Nummer 1 erwartungsgemäß und ungefährdet mit 5:1 durch. Beide Mannschaften hatten mehrere Stammspielerinnen zu ersetzen, die wegen Sperre, Verletzung oder Länderspieleinsatz nicht zur Verfügung standen (Nina Jokuschies, Lena Petermann und Ana Maria Crnogorcevic beim HSV, Fatmire Bajramaj und Nadine Kessler bei Turbine Potsdam). ![]() Das Duell im Mittelfeld zwischen Kim Kulig und Jennifer Zietz sah die Potsdamerin im Vorteil Meistertrainer Bernd Schröder hatte im Vorfeld sehr freundliche Worte für seinen Gegner gefunden, indem er „zwei Mannschaften auf Augenhöhe” erwartete. Sein Team freilich hielt sich nicht so recht an diese Prognose und begann hochkonzentriert. Schon nach vier Minuten drang Anja Mittag in den Hamburger Strafraum ein, passte quer auf die freistehende Corina Schröder, die dankend annahm und den Ball zum 0:1 versenkte. Das war so recht nach dem Geschmack der stimmungsfreudigen Potsdamer Anhänger, die fast die Hälfte der 563 Zuschauer stellten und im Übrigen dafür sorgten, dass der Stadionsprecher einmal nicht wie ein Alleinunterhalter wirkte. Fünf Minuten nach der Führung die nächste Chance für Turbine, als Stefanie Draws eine Kopfballablage von Corina Schröder volley nahm und knapp verzog. Doch es dauerte nicht lange bis zum nächsten Treffer. In der 17. Minute bediente Anja Mittag nach ähnlichem Muster wie beim 0:1 ihre Mitspielerin Yuki Nagasato, die ebenfalls verwandelte. ![]() Die Turbine-Abwehr (hier Josephine Henning gegen Aferdita Kameraj) war fast immer im Bilde Die Richtung war klar, die Vorentscheidung gefallen, und Potsdam drückte weiter, während die Bemühungen des HSV spätestens am Strafraum abgefangen wurden. So gelang es den Rothosen in der ersten Halbzeit nur, bei Standards so etwas wie Gefahr zu erzeugen, doch große Möglichkeiten ergaben sich hierbei nicht. Mitte der ersten Hälfte ging ein Regenguss nieder, der die Platzverhältnisse nicht eben besserte und das ohnehin schwierige Geläuf noch morastiger machte. Nach einer Potsdamer Ecke köpfte Nagasato auf das Tor; Bianca Weech war noch dran und lenkte den Ball an die Latte. ![]() Anja Mittag und Marisa Ewers in der Schlammschlacht. Die Vereinswaschmaschinen dürften eine Extraportion Megaperls gebraucht haben |
Carolin Schiewe gegen Janina Haye und Bianca Weech auf dem Weg zum 1:5. Auch in Hamburg blieben die Turbinen locker auf Meisterschaftskurs | |
Wenig später gab es bereits die Entscheidung, als Draws den Ball perfekt traf und aus 22 Metern in den Winkel setzte (36.). Damit ging es in die Pause. Die zweite Hälfte sollte in mancherlei Hinsicht noch aufregender werden. Trainer Schröder brachte Monique Kerschowski für Jessica Wich ins Spiel, das den FFC Turbine weiterhin im Vorteil sah. In der 50. Minute dann eine gute Gelegenheit für den HSV, als Kapitänin Janina Haye zu einem Solo ansetzte, doch ihr Schuss wurde von Anna Felicitas Sarholz im Potsdamer Tor abgewehrt. ![]() In der ersten Halbzeit entwickelte der HSV nur bei Standards Torgefahr, doch Anna Felicitas Sarholz hatte meist keine große Mühe
Ein Kopfball von Marisa Ewers nach Freistoß von Silva Lone Saländer wurde ebenfalls Sarholz´ Beute (57.). ![]() Monique Kerschowski, hier bei einem ihrer bekannten Flügelläufe, erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbands im linken Knie. Bereits vor zweieinhalb Jahre hatte es das Kreuzband im anderen Knie erwischt. Gute Genesungswünsche auch an dieser Stelle!
Carolin Schiewe kam ins Spiel, und wenige Minuten nach diesem Wechsel gab es einen Eckball für Turbine, den der HSV nicht aus der Gefahrenzone bekam. Im Getümmel ging Kapitänin Jennifer Zietz entschlossen zum Ball und schoss zum 0:4 ein (64.). |
Für Potsdam hatte die eingewechselte Schiewe in der 73. Minute eine Gelegenheit, ihr Schuss strich nur denkbar knapp am HSV-Kasten vorbei. Doch eine Minute darauf der verdiente Ehrentreffer: Kim Kulig schob den Ball in die Nahtstelle der Potsdamer Abwehr auf Nicole Zweigler, die den Ball gekonnt verwertete (74.). Zehn Minuten vor dem Ende noch eine Großchance für Kulig, deren Schuss aus 10 Metern Sarholz per Fußabwehr klärte. Schließlich noch das 1:5 durch Schiewe in Minute 82, bei dem einige Zuschauer ein Stürmerfoul vermutet hatten, doch das Tor zählte. ![]() Gleichschritt in der Regenwand: Aktivposten Anja Mittag und HSV-Kapitänin Janina Haye, die eine gewohnt solide Partie bot Unter dem Strich ein völlig normales Ergebnis, das den Unterlegenen keine langen Kopfschmerzen bereiten sollte; schließlich kommen in den nächsten Wochen die Gegner, mit denen man sich tatsächlich mehr oder weniger auf Augenhöhe befindet und gegen die es zu punkten gilt. Turbine hingegen zieht weiter einsam seine Kreise und kann sich den erneuten Titelgewinn eigentlich nur noch selbst verderben. Einzig die schwere Verletzung von Monique Kerschowski hinterlässt einen bitteren Nachgemack in Erinnerung an dieses Spiel.
Hamburger SV:
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