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1. Bundesliga, 3. Spieltag

Individuelle Fehler bringen erneute Heimniederlage ein

Hamburger SV - FF USV Jena 1:3 (0:1)

Text von Sunny
Bilder von Sven-E. Hafft

05.10.2009   Am 3.Spieltag der 1. Frauen-Bundesliga empfingen die Frauen des HSV in der heimischen Wolfgang-Meyer-Sportanlage die Gäste vom FF USV Jena. Beide Mannschaften gingen mit breiter Brust in die Partie, standen bei beiden Mannschaften nach 2 Spieltagen bereits 3 Punkte auf dem Konto – Während FF USV Jena am ersten Spieltag in Freiburg gewinnen konnten, konnten die HSV-Frauen am vergangenem Spieltag ihren Angstgegner, SG Essen-Schönebeck, zum ersten Mal in der Frauen-Bundesliga besiegen.

HSV-Trainer Achim Feifel musste auf die Nesthäkchen der Mannschaft verzichten: Nina Brüggemann und Lena Petermann, die gegen die SG Essen-Schönebeck den Siegtreffer beisteuerte, wurden vom Hamburger-Fußball Verband für den U-18 Länderpokal nominiert und standen so dem HSV nicht zur Verfügung.

Lisa Seiler vs. Kim Kulig

Jena präsentierte sich in Hamburg kampfstark - und wach von der ersten Spielminute an. Hier ein energischer Zweikampf zwischen Lisa Seiler und Kim Kulig

Pünktlich um 11 Uhr pfiff Schiedsrichterin Marina Wozniak die Partie an und während die Gäste aus Jena bereits voll konzentriert auf dem Platz standen, war die Verteidigung des HSV mit dem Kopf noch in der Kabine. Bereits in der 3. Minute kam Lisa Seiler, nach einem Abspielfehler von Angelina Lübcke und Marisa Ewers, auf der linken Angriffseite an den Ball, lenkte insgesamt vier Spielerinnen des HSV auf sich und konnte somit locker auf die im Strafraum alleinstehende Genoveva Anomna spielen, die eiskalt an HSV-Torhüterin Gaelle Thalmann vorbei den Ball im Tor unterbrachte.

Genoveva Anonma vs. Nina Jokuschies

USV-Stürmerin Genoveva Anonma war oft zu schnell für die Mannschaft des HSV, wie hier gegen Mittelfeldspielerin Nina Jokuschies

Der HSV und seine Fans waren geschockt. Bereits nach drei Minuten mit 0:1 im Rückstand zu liegen, damit hatte keiner gerechnet. Im Laufe der ersten Halbzeit übernahm der HSV immer mehr die Partie und kam so auch zu einigen Chancen. In der 13. Spielminute kam eine gute Flanke von Catharina Schimpf auf Marisa Ewers, die den Ball jedoch nur schwer unter Kontrolle bekam und den Ball am Tor vorbei schoss. In der 26. Minute dann die nächste große Chance des HSV. Nach einer guten Kombination kam eine Flanke von rechts in den Strafraum auf Denise Lehmann, die den Ball auf das Tor köpfen konnte. Jedoch köpfte sie den Ball genau auf die Torhüterin, so dass Jana Burmeister keine Probleme mit dem Ball hatte und ihn locker auffangen konnte.

Kurz vor Ende der Halbzeit hatten noch einmal beide Torhüterinnen eine Möglichkeiten sich zu beweisen: HSV-Stürmerin Kim Kulig versuchte es freistehend vor Jana Burmeister, jedoch parierte die Torhüterin stark. Auf der anderen Seite parierte auch HSV-Torhüterin Gaelle Thalmann stark gegen Sylvia Arnold.

So ging es mit einem 0:1 in die Pause. HSV-Trainer Achim Feifel nahm in der Halbzeitpause Marisa Ewers raus und brachte dafür Nicole Zweigler, die vor der Saison vom FFV Neubrandenburg zum HSV gewechselt war. Auch taktisch wurde geändert. Spielte man in der ersten Halbzeit noch mit einem 4 – 4 – 2, wurde nun auf ein 4 – 3 – 3 umgestellt, um die Abwehr der Gäste noch mehr unter Druck zu setzen.


Nicole Zweigler vs. Melanie Groll

Das Wetter lud an diesem Sonntag nicht wirklich zum Fußball spielen ein. Sonne und Platzregen wechselten sich immer wieder ab. Hier im Zweikampf: Nicole Zweigler (links) und Melanie Groll

Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten dann auch dem HSV und dieser hatte einige Chancen zu verbuchen. In der 52. Minute versuchte erst Kim Kulig mit einem Weitschuss Jana Burmeister zu überwinden. Kurze Zeit danach war es Ana Maria Crnogorcevic, doch auch ihr Schuss ging am Tor von Jena vorbei.

Ana Maria Crnogorcevic

Wenn es mal eng im Strafraum wurde, hatte Jana Burmeister den Ball meist sicher, wie hier gegen die Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic

Der HSV drückte auf den Ausgleich, doch der erste Konter der Gäste konnte sofort in ein Tor umgewandelt werden. Nach einer Ecke des HSV konnte die stark spielende Sylvia Arnold im schnellen Gegenzug erneut die katastrophal gestellte Abwehr des HSV an der Nase herumführen, indem sie wie schon beim ersten Tor vier Spielerinnen des HSV auf sich zog und damit Platz schaffte für Anomna, die auf der rechten Seite durchgestartet war. Nach einem präzise gespielten Pass von Arnold stand Anomna somit wieder alleine vor Torhüterin Thalmann und brachte den Ball zum 0:2 im Tor unter. (65.Minute)

Nun gab es Auflösungserscheinungen in der Abwehr des HSV und Jena bestimmte die Partie. Keine fünf Minuten nach dem 2:0 war es erneut Sylvia Arnold, die gegen die überfordert wirkende Heike Freese einen Elfmeter rausholte. Doch USV-Kapitän Ivonne Hartmann schoss den Elfmeter lediglich links an den Pfosten.

Marina Wozniak

Schiedsrichterin Marina Wozniak, die eine gute Leistung ablieferte, zeigte die einzige gelbe Karte gegen USV-Spielerin Genoveva Anonma, in einer ansonsten fairen Partie.

Doch das brachte dem Sturmdrang des FF USV Jena keinen Abbruch. Sie merkten, dass der HSV nichts mehr entgegen setzen konnte und legten noch eine Schippe drauf. Nach einer schönen Kombination kam Lisa Seiler an den Ball und erzielte locker das 0:3.

Dass es in der Abwehr des HSV nicht stimmte, zeigten die Reaktionen nach den Gegentoren zum 0:2 und 0:3, als sich die Abwehrspielerinnen gegenseitig die Schuld


an den Toren zuschieben wollten und meckerten, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen und eine Trotzreaktion zu zeigen.

Und was machte der HSV in der Offensive? Dem fiel leider nicht mehr viel ein. Nichts mehr von schönem Offensiv-Fußball, den man sich durch Kim Kulig und Ana Maria Crnogorcevic erhofft hat. Lediglich Nicole Zweigler erzielte einen sehenswerten Treffer, als sie ca. 25 Meter vor dem Tor erneut keine Anspielstation fand und einfach mal den Ball über Torhüterin Jana Burmeister, die anscheinend davon ausging, dass der Ball über das Tor ging, im Tor unterbrachte.

Aber auch nach dem Anschlusstreffer zeigten die Rothosinnen nicht, dass sie hier wenigsten noch einen Punkt haben wollten. Eher im Gegenteil. In den letzten 15 Minuten hatte Jena noch einige Chancen, die beste von Sylvia Arnold, die einen schönen Schuss an die Latte platzierte, um das Ergebnis noch höher ausfallen zu lassen. Doch am Ende blieb es beim verdienten 1:3 Auswärtssieg für die Gäste aus Jena.

Jana Burmeister

Da steht es nur noch 1:3. Jana Burmeister wurde gerade von Nicole Zweigler bezwungen. Der Ehrentreffer für Hamburg änderte jedoch nichts mehr am Spielausgang

HSV Co-Trainer Javier Navarro war vom Auftreten seiner Mannschaft bedient und war auch nach dem Spiel noch ziemlich angefressen: „So, wie sich unsere Abwehr heute präsentiert hat, können wir froh sein, dass das Spiel nicht noch höher ausgegangen ist. Wir bringen uns erneut durch individuelle Fehler um den Lohn unsere Mühen.”

Bis zum nächsten Spieltag muss sich das Trainergespann des HSV einiges überlegen – Dann geht es nämlich zum Deutschen Meister FFC Turbine Potsdam, der solche Fehler, wie heute geschehen, kaltschnäuzig ausnutzt. FF USV Jena hingegen kann nun beruhigt in die nächsten Spiele gehen. Mit sechs Punkten aus drei Partien sind sie vollkommen im Soll und können sich nun auf das nächste Heimspiel konzentrieren, in dem der UEFA-Cup Sieger FCR Duisburg 2001 empfangen wird.




Hamburger SV:
Thalmann – Schimpf, Freese, Haye, Lübcke - Saländer, Jokuschies, Kulig, Ewers (46. Zweigler) - Lehmann (60. Schubert), Crnogorcevic

FF USV Jena:
Burmeister – Radtke, J. Arnold (88. Martins de Pereira), Groll, Hartmann, Milde, Utes (79. Höfer), Seiler (87. Feulner), Schmutzler, Anonma, S. Arnold

Tore:
0:1 Anonma (3.)
0:2 Anonma (65.)
0:3 Seiler (75.)
1:3 Zweigler (80.)

Gelbe Karten- / Anonma

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 343


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