1. Bundesliga, 17. SpieltagKampfspiel mit „Doppelampel”Hamburger SV – SC 07 Bad Neuenahr 2:1 (2:0) | ||
Text und Bilder von Sven E. Hafft 25.03.2010 In einer kampfbetonten, kurzweiligen Partie, die durch viele vergebene Chancen und zwei Platzverweise geprägt war, setzte sich der gastgebende HSV schlussendlich mit 2:1 durch. Endlich, das dachten sich wohl die meisten der 232 Zuschauer in der Hamburger Wolfgang-Meyer-Sportanlage, endlich wieder Fußball! Bei meist sonnigem Wetter um 10 Grad begann nun also auch für die Frauen des HSV die Rückrunde im heimischen Stadion, dessen Spielfläche lange unter dem tückischen Schneepilz gelitten hatte und die deshalb aufwendig vom Platzwart hatte gepflegt werden müssen. Zu Gast eine Mannschaft, die zuletzt manche Berg- und Talfahrt erleben musste (klarer Sieg gegen Bayern, klare Niederlage in Freiburg) und deshalb schwer einzuschätzen war. Gästetrainer Thomas Obliers musste auf Stammtorhüterin Romina Holz verzichten, für sie kam Nathalie Altmann zum Einsatz. Von Beginn an entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Nach einer von Hamburgs Keeperin Bianca Weech stark abgewehrten ersten Bad Neuenahrer Gelegenheit kam der HSV im Gegenzug zu einer Großchance, die die allein aufs Tor zulaufende Stürmerin Ana Maria Crnogorcevic überlegt zur Führung nutzte. So stand es schon nach fünf Minuten 1:0 – ein Auftakt ganz nach dem Geschmack der Platzherrinnen. Nur eine Minute später fast das 2:0, als Nicole Zweigler nach Zuspiel von Crnogorcevic knapp verzog. ![]() Ana Maria Crnogorcevic auf dem Weg zum 1:0 Nach zehn Minuten wachten dann auch die Gäste auf und kamen durch Celia Okoyino da Mbabi zu einer Schusschance, doch das Leder strich knapp am HSV-Kasten vorbei. Auch Ramona Petzelberger ging es nach einer Viertelstunde nicht besser, sie fand in der glänzend parierenden Weech ihre Meisterin. Hier hätte es gut und gern schon 2:2 stehen können. Die Gäste erhöhten jetzt den Druck und machten der Hamburger Abwehr viel Arbeit. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, es gab einige schmerzhafte Zusammenstöße und Behandlungspausen, ohne dass die Partie ins Unfaire abglitt. ![]() Celia Okoyino da Mbabi forderte dem HSV erwartungsgemäß viel ab und zählte zu den Besten ihrer Mannschaft In der 36. Minute eine weitere Gelegenheit zum Ausgleich für die Gäste, doch Sara Doorsoun scheiterte nach Vorarbeit von Okoyino da Mbabi erneut an der glänzend aufgelegten HSV-Keeperin. Kurz vor der Halbzeit dann Freistoß für Hamburg nach Foul von Lena Goeßling an Imke Wübbenhorst. Den von Kim Kulig hart geschossenen Ball wehrte Nathalie Altmann, die ihn wohl erst spät sah, ungenügend nach vorn ab, was die am schnellsten reagierende Maja Schubert zum 2:0 nutzte (44.). Die etwas glückliche Führung zum besten Zeitpunkt nahm man natürlich gern mit in die Kabine. |
In die Zange genommen: Janina Haye und Marisa Ewers (verdeckt) bringen Celia Okoyino da Mbabi zu Fall. Es gab Elfmeter, den Lena Goeßling sicher verwandelte. Doch mehr als der Anschlusstreffer für Bad Neuenahr sollte es nicht werden | |
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Der HSV bestätigte die guten Kritiken vom Frankfurt-Spiel. Keine Spur mehr von den nervösen und manchmal verkrampften Heimspielen der Hinrunde. Hier nahm man den Kampf selbstbewusst und offen an, agierte mannschaftlich geschlossen und damit effektiver als früher. Die Kurstädterinnen, die schon deutlich mehr Punkte gesammelt hatten, zeigten über weite Strecken ihre Klasse und besaßen vor dem Tor nicht immer das nötige Glück. ![]() Die eingewechselte Nadine Fols (Bad Neuenahr) behauptet den Ball gegen Nationalspielerin Kim Kulig Gleich nach der Pause hatte der HSV die Möglichkeit zur Entscheidung, doch zwei kurz aufeinander folgende Chancen durch Wübbenhorst (Glanzparade Altmann) und einen Lattentreffer führten zu nichts. So ging das Ringen weiter, Bad Neuenahr drängte auf den Anschluss, wobei sich besonders Celia Okoyino da Mbabi durch gefährliche Vorstöße auszeichnete. Ein solcher war es auch, der dann zum Ziel führte. In der 65. Minute drang sie in den Hamburger Strafraum ein, wurde von Marisa Ewers, die dabei auch den Ball traf, und Janina Haye in die Zange genommen – Strafstoß. Lena Goeßling schritt zur Ausführung und schoss platziert zum 1:2 ein. Das war auch nötig, denn Weech war in der richtigen Ecke und nahe daran, den Ball zu halten. Gleich darauf kam es noch dicker für den HSV: Wieder war Okoyino da Mbabi im Angriff. Nina Jokuschies konnte sich nur mit einem Foul behelfen, und da sie schon Gelb hatte, folgte die Ampelkarte (67.). Nun musste Trainer Achim Feifel handeln: Er ergänzte die Abwehr mit Nina Brüggemann, während Angreiferin Imke Wübbenhorst nach gutem Spiel vom Platz ging. Doch den Gästen gelang es nicht, aus dieser Schwächung des Gegners Nutzen zu ziehen. Sie brachten mit Nadine Fols für Anne Bartke und Yunhee Cha für Lydia Neumann frische Kräfte ins Spiel, doch die Zeit lief ihnen langsam davon. ![]() Dieses Foul gegen Torschützin Crnogorcevic ... In der Schlussphase handelte sich Lena Goeßling nach Foul an Crnogorcevic eine Verwarnung ein, der sie wenige Minuten danach die zweite folgen ließ – die Überzahl war dahin. Dann ein großer Moment für die HSV-Frauen: Nach fast zehnmonatiger Verletzungspause (Kreuzband) betrat Aferdita Kameraj unter dem Jubel der Zuschauer das Feld und hatte noch kurz vor dem Abpfiff zwei Möglichkeiten. Am Ende blieb es aber beim 2:1, das angesichts des neuerlichen Freiburger Erfolges hohe Bedeutung für Hamburg hat. |
![]() ... brachte Lena Goeßling Gelb - wenig später folgte die Ampelkarte durch die konsequente Schiedsrichterin Katrin Rafalski
Gästetrainer Thomas Obliers haderte mit der Chancenverwertung seines Teams und bemängelte die verschlafenen zehn Anfangsminuten, während sein Kollege Achim Feifel ausdrücklich Torhüterin Bianca Weech lobte, die maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg gehabt habe. ![]() Gästetrainer Thomas Obliers treibt seine Mannschaft nach vorn - am Ende hoffte er vergeblich auf Zählbares
Hamburger SV:
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