1. Bundesliga, 17. SpieltagLetzten Strohhalm ergriffenSC Freiburg – 1. FC Saarbrücken 1:0 (1:0) | ||
Text von Martin Kochem 22.03.2010 Der SC Freiburg hat sich im Kampf um den Klassenerhalt endgültig zurückgemeldet und mit einem hart erkämpften 1:0-Erfolg über Bundesliga-Aufsteiger 1.FC Saarbrücken die wohl allerletzte realistische Chance zum Erstligaverbleib beim Schopfe gepackt... „Hauptsache gewonnen” lautete das Fazit von SCF-Trainer „Ede” Beck nach dem zweiten Sieg in Folge, durch welchen die Breisgauerinnen den Abstand auf Platz 10 auf drei Punkte verkürzen und den heutigen Gegner aus dem Saarland wieder (mitten) in den Abstiegssumpf hineinziehen konnten. ![]() SCF-Kapitänin Kerstin Boschert wurde vor dem Anpfiff für ihr 150.
Bundeliga-Pflichtspiel geehrt
Beide Mannschaften begannen vor immerhin 639 Zuschauern im Freiburger Möslestadion äußerst nervös und es dauerte sage und schreibe bis zur 19. Minute, bis eines der beiden Teams eine erste erwähnenswerte Szene vorweisen konnte: die schön freigespielte FCS-Goalgetterin Cynthia Uwak zog mit links aus knapp 20 Metern Torentfernung ab, doch ihr strammer Schuss strich gut zwei Meter am linken Torpfosten vorbei. Von den vor dieser Begegnung buchstäblich zum Siegen verdammten Gastgeberinnen war bis auf einen Fernschuß von Kelly Parker (25.) absolut nichts zu sehen, welchen die für die erkrankte Barbara Legrand ins Saarbrücker Tor gerückte Christina Ehl jedoch sicher entschärfen konnte. In der 38. Minute bot sich der steil geschickten Mele French die Chance zur Freiburger Führung, doch schob sie die Kugel nicht nur an Ehl, sondern auch knapp am langen rechten Pfosten vorbei. Nur 60 Sekunden später flankte Martina Moser von der rechten Außenbahn gefährlich in den Saarbrücker Strafraum, doch konnte Ehl den aus kürzester Entfernung abgegebenen Kopfball der völlig freistehenden French per Superreflex glänzend parieren und Julia Leykauf das Leder anschließend aus der Gefahrenzone befördern. ![]() Mele French wird hier von Ann-Katrin Schinkel (links) fair vom Ball
getrennt - Noemie Beney (Nr. 20, rechts) sowie Kelli Cronkrite
(dahinter) helfen dabei mit
Als sich alles schon mit einem torlosen und leistungsgerechten Remis zur Pause abgefunden hatte, schlug U 23-Nationalspielerin Juliane Mayer einen Eckball nahe vor das Saarbrücker Tor und plötzlich zappelte die Kugel ins Netz. |
Schiedsrichterin Söder übersah dieses eindeutige Foulspiel von Susanne Hartel an FCS-Torfrau Christina Ehl im Fünfmeterraum und ermöglichte dem SCF durch diese krasse Fehlentscheidung den 3. Saisonsieg
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Was war passiert? SCF-Mittelstürmerin Susanne Hartel attackierte Ehl in deren Fünfmeterraum mit dem Ellenbogen derart unsanft, dass diese den Ball unterlief und dieser sodann direkt im Netz einschlug. Ein eindeutig irregulär erzielter Treffer – umso erstaunlicher, dass sich die Saarbrücker Proteste hiergegen in bescheidenen Grenzen bewegten, was allerdings auch daran gelegen haben könnte, dass die zumindest in dieser Szene absolut indisponierte Schiedsrichterin Söder 5 Sekunden später zum Pausentee bat. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an der beiderseits niveaulos geführten sowie äußerst zerfahrenen Auseinandersetzung nicht viel. Der SCF traute sich ein ganzes Mal vor das Saarbrücker Tor, doch Mosers Fernschuß (56.) wurde eine sichere Beute der fehlerfreien Ehl. ![]() Martina Moser bei einem ihrer gefürchteten Flügelläufe
Zwei Minuten später bot sich der bis dato unauffällig agierenden Christa Arend sodann eine Doppelchance zum Ausgleich, doch konnte Marisa Brunner zunächst Arends Geschoss aus 14 Metern halbrechter Position entschärfen, und im Nachschuss verfehlte Arend dann aus spitzem Winkel das Freiburger Gehäuse. ![]() Maike Trach (links) wurde auf der Außenbahn viel zu selten in Szene
gesetzt - hier behauptet sie gegen Verena Faißt das Leder
Nach einer guten Stunde hatte dann wieder Schiedsrichterin Söder ihren Auftritt, als sie Hartel wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurückpfiff, obwohl diese sich lediglich den Ball selber vorgelegt hatte. FCS-Coach Stephan Fröhlich setzte nun mit der Hereinnahme von Jungtalent Jacqueline de Backer sowie Vicky Hinsberger noch mehr auf Offensive, doch wirkte der FCS an diesem Tag seltsam gehemmt und konnte sich letztendlich keine glasklare Torchance mehr erspielen. Da auch Freiburg den knappen Vorsprung in der Folgezeit lediglich verwaltete, passierte bis zum Abpfiff nichts mehr viel erwähnenswertes und es blieb beim glücklichen, aber aufgrund der unerklärlichen Saarbrücker Passivität nicht unverdienten Freiburger Erfolg. |
Während man bei SCF-Trainer „Ede” Beck die Steine förmlich hatte plumpsen hören und dieser sich nach zwei (Heim-)Siegen in Folge „wie im Schlaraffenland” fühlen durfte, zog ein maßlos enttäuschter FCS-Coach Fröhlich ein wenig sarkastisch sowie ernüchternd Bilanz: ![]() Vorsichtig optimistisch gab sich ein erleichterter SCF-Trainer "Ede"
Beck nach dem Sieg seiner Elf im "6-Punkte-Duell"
„Keine Frage, das war unser schlechtestes Saisonspiel. Der Freiburger Sieg war letztendlich verdient, da der Gegner mehr für das Spiel investiert hat. Dem entscheidenden Tor ging natürlich ein klares Foulspiel an unserer Torfrau voraus, aber es ist natürlich müßig, darüber zu diskutieren. Kompliment vor allem an die beiden Freiburger Außenverteidigerinnen, die unser Flügelspiel völlig lahmgelegt haben. Wir freuen uns jetzt auf einen spannenden Abstiegskampf und nehmen die Herausforderung an!” ![]() FCS-Nachwuchstalent Jacqueline de Backer pirscht sich immer mehr an
die Stammelf heran und bekam immerhin wieder eine gute halbe Stunde
Einsatzzeit
SC Freiburg:
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