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1. Bundesliga, 22. Spieltag

Bundesliga eins, Essen bleibt dabei

SC Freiburg - SG Essen-Schönebeck 1:1 (0:1)

Text und Bilder von Roland Baumann

11.05.2010   Im letzten Saisonspiel schaffte es der SC Freiburg nicht mehr, den drohenden Abstieg in die zweite Liga abzuwenden. Mit einem über die 90 Minuten verdienten 1:1 konnten die Gäste aus Essen-Schönebeck die Breisgauerinnen auf Distanz halten und ihrerseits das rettende Ufer erreichen. Bei einer eventuellen Niederlage mit mehr als drei Tore Unterschied hätte die SG den bitteren Gang in die zweite Liga antreten müssen. Daniela Löwenberg brachte die Gäste in der ersten Halbzeit verdient mit 0:1 in Führung. Der Ausgleich durch Martina Moser kam zu spät.

Unter den Zuschauern war auch Alex Fischinger, der in der Saison 2007-2008 den SC Freiburg in einer ähnlich prekären Situation als Trainer vor dem Abstieg bewahren konnte. Vor dem Spiel war er zuversichtlich, dass am heutigen Spieltag das Glück auf Seiten des SC Freiburg sein könnte. Aber schon in den ersten Spielminuten zeigte sich, dass die Gästen sehr wohl um ihre Situation bewusst waren. Konsequent gingen sie in die Zweikämpfe und ließen den Sportclub nicht ins Spiel kommen. Einen erster Warnschuss gab es in der sechsten Minute, als Käpitän Melanie Hoffmann nach Vorlage von Caroline Hamann das Außennetz traf. In der 14. Minute trudelte ein 40 Meter Freistoß für Essen an Freund und Feind und auch knapp am linken Pfosten vorbei.

Caroline Hamann vs. Danique Stein

In der ersten Halbzeit kontrollierte die SG Essen-Schönebeck klar das Spiel. Hier versucht Caroline Hamann gegen Danique Stein in Schussposition zu kommen.

Erst in der 18. Minute kamen die Gastgeber mit einer guten Aktion vors SG-Tor. Verena Faißt brachte über die linke Seite den Ball zu Juliane Maier, die aber an der SG-Torhüterin Lisa Weiß scheiterte. Nach einer Reihe weniger gefährlicher Angriffe auf beiden Seiten brachte die 31. Minute eine Vorentscheidung. Nach einem Steilpass nutzte Daniela Löwenberg eine Unstimmigkeit in Freiburgs Abwehr und überwand auch Marisa Brunner mit einem tollen Heber zum 0:1. Während für die Freiburginnen die Zeit verrann, gelang ihnen bis zur Pause gerade mal eine einzige Möglichkeit, als Kerstin Boschert unter Bedrängung ein Schuss über den Kasten der SG gelang. Ansonsten waren die Gäste clever genug, um den Ball aus der Gefahrenzone des eigenen Strafraumes zu halten.

Martina Moser vs. Daniela Löwenberg

Die beiden Torschützinnen im direkten Zweikampf. Martina Moser versucht eine akrobatische, aber auch für die Gegenspielerin Daniela Löwenberg riskante Aktion

Nach dem Seitenwechsel änderte sich aber schnell das Bild. Mit der zur Pause eingewechselten Myriam Krüger kam deutlich mehr Zug ins Spiel der Breisgauerinnen. Erst verzog Mele French aus aussichtsreicher Position, dann erwischte Martina Moser völlig freistehend den Ball nicht richtig und schließlich konnte Maier einen Fehlgriff von Essens Keeperin Weiß nach einer Flanke von Krüger nicht nutzen. Es waren gerade mal fünf Minuten gespielt. In der 52. Minute konnten Keeperin Lisa Weiß und Jessica Bade in einer ziemlich unübersichtlichen Situation gegen French die Führung verteidigen.


Verpasste Chance des SC Freiburg

Chancen wie diese aus der 58. Minute hatte der SC Freiburg im Verlauf der Saison zu oft vergeben. Vier Freiburgerinnen bekommen hier gegen drei Essenerinnen den Ball nicht ins Tor. Am Ende blieb nur Platz 17 und der Gang in die zweite Liga

Daniela Löwenberg und Caroline Hamann beim Torjubel

Mit ihrem Treffer zum 0:1 sicherte Daniela Löwenberg (rechts, beim Torjubel mit Caroline Hamann) den Klassenerhalt für die SG Essen-Schönebeck

Bei einem der ganz wenigen Entlastungsangriffe hatte der SC aber mächtig Glück. Beim Zweikampf hart an der Strafraumgrenze setzte sich Michelle Wenino zu heftig gegen Stefanie Weichelt ein. Schiedsrichterin Riem Hussein beließ es bei einem einfachen Freistoß. Bei einer Entscheidung auf Notbremse und rot für Wenino hätte sich auch niemand beschweren müssen. Den fälligen Freistoß konnte Freiburgs Mauer sicher blocken. Fast im Gegenzug verlor Martina Moser bei einem Steilpass knapp das Laufduell gegen Lisa Weiß, doch hatte sie dafür eine Minute später mehr Glück, als sie eine Faustabwehr von Weiß volley nahm und den Ball ins Essener Gehäuse hämmerte. Und Freiburg blieb dran. In der 70. Minute schlenzte Juliane Maier im Nachsetzen den Ball übers Tor. Essen kam nur noch wenig zu Entlastungsangriffe und die wurden dann auch sehr vorsichtig ausgetragen. Bei einer Ecke für Essen standen nur zwei Angreiferinnen im Freiburger Strafraum, dagegen vier Verteidigerinnen an der Mittellinie. Auch bei einem Konter der Gäste in der 80. Minute mit einer 'vier zu drei' Situation wurde der Angriff nicht ausgespielt, sondern lieber durch einen Rückpass Zeit gewonnen. In der Schlussphase erlahmte der Druck der Breisgauerinnen. Essen kam wieder besser ins Spiel. Dabei verschenkte Kyra Malinowski fünf Minuten vor Abpfiff allein vor Brunner den Ball an die SC-Keeperin. Dennoch, Essens Anhang skandierte schon: 'Bundesliga eins, Essen bleibt dabei'. Und wenig später war es dann auch amtlich, es blieb bei diesem 1:1. Die SG Essen-Schönebeck darf weiter in der ersten Bundesliga bleiben. Dagegen muss der SC Freiburg die jetzt schon stark vertreten Fraktion aus Baden-Württemberg in der Liga zwei verstärken. Nach dem Abstieg des ASV Hagsfeld aus der zweiten Liga und dem Aufstieg der TSG 1899 Hoffenheim, stammen mit dem VfL Sindelfingen, des TSV Crailsheim, dem SV Sand, dem FV Löchgau und jetzt dem SC Freiburg sechs Teams aus Baden-Württemberg.

Verabschiedung von Valeria Kleiner

In der Pause verabschiedete der stellvertetende Vorsitzende des SC Freiburg Dr. Heinrich Breit Valeria Kleiner, die zum 1. FFC Frankfurt wechselt.


Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Clubs tat es Essens Trainer Ralf Agolli leid um den Abstieg des SC Freiburg. Er hoffe aber, dass man sich in der übernächsten Saison wieder in der Bundesliga eins sehen wird. Dennoch ist man mit der Absicht nach Freiburg gereist, das Spiel zu gewinnen. Trotz des Vier-Tore-Vorsprungs wollte Agolli nicht das Risiko des Einigelns eingehen. Die Taktik war, die Räume eng zu machen, das Spiel zu kontrollieren und den Gegner zu Fehlern zwingen. Das sei in der ersten Halbzeit auch sehr gut gelungen. Mit etwas mehr Ruhe hätte vielleicht noch ein weiteres Kontertor erzielt werden können. In der zweiten Hälfte hatte Freiburg sicherlich mehr Spielanteile, so dass das Ergebnis in Ordnung gehe. Mit seiner Mannschaft war Agolli sehr zufrieden, die alle taktischen Vorgaben gut umgesetzt hätte. Freiburgs Trainer Edgar Beck bescheinigte seinem Team nach der katastrophalen Vorrunde ein Aufbäumen in der Rückrunde. Dennoch war die Ausgangsposition vor dem heutigen Spiel sehr schwer. Im Spiel selbst wollte man aggressiv in die Zweikämpfe gehen, doch ging in der ersten Hälfte gar nichts. Um so erfreulicher war der tolle Einsatz seines Teams in der zweiten Halbzeit. Ein großer Dank gilt auch dem Publikum, das die Mannschaft unterstützte, auch als das Spiel längst gelaufen war.

Stefanie Weichelt vs. Martina Moser + Myriam Krüger

In der zweiten Halbzeit bekam die SG Essen-Schönebeck mehr Probleme. Hier muss sich Stefanie Weichelt vor den Augen ihrer Teamkollegin Melanie Hoffmann mit Martina Moser und Myriam Krüger auseinandersetzen.

SC Freiburg:
Brunner - Faißt, Boschert, Stein, Wendlinger (46. Krüger), Moser, J. Maier, Schmid, French (60. Lohmann), Wenino, Hartel

SG Essen-Schönebeck:
Weiß - Bade (72. Kowalik), Wesely, Zurrer, Chojnacki, Weichelt, M. Hoffmann, Martini, Kraus, Löwenberg (78.Freutel), Hamann (46. Malinowski)

Tore:
0:1 Löwenberg (32.)
1:1 Moser (65.)

Gelbe Karten: Boschert, Hartel / Löwenberg, Malinowski

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 1012


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