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1. Bundesliga, 8. Spieltag

FC Bayern nur eine Halbzeit mit Problemen

SC Freiburg - FC Bayern München 0:3 (0:0)

Text und Bilder von Roland Baumann

11.11.2009   Nach einer erschreckend schwachen ersten Halbzeit besann sich der FC Bayern München im zweiten Durchgang eines Besseren und holte sich nach Toren von Nina Aigner, Julia Simic und Mandy Islacker beim Tabellenletzten die drei Punkte ab.

Susi Hartel vs. Kahtrin Längert und Sandra de Pol

Eine der frühen Torchancen für Susi Hartel. Ihr Kopfball verfehlte jedoch das von Kathrin Längert und Sandra (23) de Pol abdeckte Tor

Vor dem Anpfiff gedachte man im Möslestadion des am letzten Sonntag verstorbenen langjährigen Sportclubpräsidenten Achim Stocker. Beide Teams spielten daher auch im Trauerflor. Die Partie war zu Beginn von ungewohnten Nachlässigkeiten in Reihen der Gäste aus München geprägt. Schon in der fünften Minute bot sich dem Sportclub eine erste Torchance, als Anja Hegenauer die nach langer Verletzungspause erstmals wieder für die Startelf nominierte Susi Hartel bediente, doch ging der Schuß knapp rechts am Tor vorbei. In der 11. Minute setzte Myriam Krüger die erst 16-jährige Hegenauer ein, die die gesamte Bayernabwehr düpierte und nur an Torhüterin Kathrin Längert scheiterte. Gegen das bis zu diesem Zeitpunkt völlig indiskutable Abwehrverhalten der Gäste versuchte der Sportclub seine akute Misere abzuschütteln. In der 20. Minute ging der nächste Hochkaräter erneut von Krüger aus, die die Abstimmungsprobleme in der Bayernabwehr ausnutzte und auf Hartel passte. Den volley genommenen Ball verzog Hartel doch sehr deutlich.

Stefanie Mirlach vs. Verena Faißt

In der ersten Spielhälfte konnte der Sportclub noch mit Pressing die Bayern in größere Verlegenheit bringen, wie hier beim Zweikampf zwischen Stefanie Mirlach und Verena Faißt

Bei einem der selten Bayernvorstößen in der 25. Minute brachte Annike Doppler den Ball vors Freiburger Tor, aber Marisa Brunner passte gut auf. Vier Minuten später kam Freiburgs Abwehr ins Schwimmen. Plötzlich war Stefanie Mirlach frei vor Brunner, die alles riskierten musste, um die Situation zu klären und sich dabei so verletzte, dass sie wenige Minuten später durch Laura Benkarth erstzt werden musste. Bei einer Eckenserie in der 37. Minute passte Stefanie Wendlinger auf Hartel, die auch sofort abzog. Nur dem Klassereflex von Längert war zu verdanken, dass die Bayern hier nicht in Rückstand gerieten. Wenig später erntete der Sportclub nach einer schönen Kombination über sechs Stationen Szenenapplaus, auch wenn der Abschluss von Juliane Maier das Ziel verfehlte. Die Schlussminute bot den Gästen aber doch noch eine Riensenchance, als Kapitän Tanja Wörle eine Unsicherheit in Freiburgs Hintermannschaft ausnutzte, aber an der Nummer Zwei im Tor, Laura Benkarth scheiterte. Mit dieser Null-Nummer, die noch alle Möglichkeiten offen ließ, ging es in die Pause.


Tor zum 0:3 durch Mandy Islacker

Praktisch ohne Gegenwehr erzielt hier Mandy Islacker das 0:3. Freiburgs Abwehr wurde wieder klassisch ausgehebelt

Brunner vs. Mirlach

Nach dem Motto "Marisa wirds schon richten" beobachten Kerstin Boschert (3) und Stefanie Wendlinger den Zweikampf ihrer Keeperin mit Stefanie Mirlach, ohne selbst eingreifen zu wollen.

Die personellen Änderungen, die Trainer Günther Wörle zum Beginn des zweiten Durchgangs vornahm, zeigten bald Wirkung. Das Bayernspiel wurde zielstrebiger und sicherer. Und schon zeigten sich die Probleme in Freiburgs Hintermannschaft. Ein paar schöne Kombinationen mit entsprechendem sauberen Zuspiel und schon stand es 0:2 für die Bayern. Zunächst hatte Nina Aigner in der 56. Minute per Kopf die 0:1-Führung erzielt und nur drei Minuten später nutze Julia Simic die fehlende Abstimmung in Freiburgs Abwehr zum 0:2. Einen höheren Rückstand nach einem schnellen Vorstoß und Abschluss von Isabell Bachor, konnte Benkarth in Breisgauer Tor in der 69. Minute noch verhindern. Wenig später musste Benkarth aber wieder hinter sich greifen, als sie von ihren Defensivspielerinnen gegen Mandy Islacker sträflich alleine gelassen wurde. Erst in den letzten zehn Minuten gelang es dem Sportclub, das Spiel wieder offener zu gestalten, vielleicht auch, weil die Bayern angesichts der sicheren 0:3-Führung wieder einen Gang zurück schalteten. So prüfte Annike Eberhardt in der 80. Minute Längert mit einem fulminanten Volleyschuß, doch zeigte Bayerns Keeperin einen super Reflex. Weniger gut war die Szene in der 90. Minute, als erneut Eberhardt nach einem Steilpass gefährlich Richtung Bayerntor marschierte und von der herausstürzenden Längert etwa einen Meter vor dem Strafraum gelegt wurde. Eine klarere Notbremse gibt es selten, dennoch entschied Schiedsrichterin Marija Kurtes nur auf gelb für Längert. Angesichts des Spielstandes blieben Freiburger Proteste aus, wie später Günter Rommel verriet. Auch sollte der fällige Freistoß ohne zählbarem Erfolg bleiben. Es blieb letztlich beim 0:3 für die Gäste.

Strafraumszene mit Tanja Wörle und Laura Benkarth

In dieser Szene kurz vor der Pause konnte Laura Benkarth den Schuss von Tanja Wörle gerade noch blocken. Vanessa Bürki (9) konnte nicht mehr eingreifen, da Stefenie Wendlinger (2) den Ball rechtzeitig wegschlagen konnte

Sollte durch die Freiburger Mannschaft nicht bald ein entscheidender Ruck gehen, sieht es um den Klassenerhalt mehr als schlecht aus. Momentan droht gar eine Null-Punkte-Vorrunde, zumal die Gastgeber der nächsten Auswärtsspiele Hamburg und Essen selbst keine Punkte zu verschenken haben und der letzte Gast im heimischen


Möslestadion, der FCR Duisburg auch nur ungern ohne Punkte aus Freiburg in den Titelkampf gehen wird. Dass die Mannschaft es besser kann, hat sie in der laufenden Saison durchaus schon bewiesen. Es fehlt nur das Quäntchen Glück, um Fehler der Gegern entscheidend zu nutzen. Aber auch dem FC Bayern muss man nach dem heutigen Spiel attestieren, dass er die Leistungen der letzten Saison nicht mehr so einfach abrufen kann. Was in der ersten Halbzeit geboten wurde, hätte gegen eine intakte Mannschaft zu einem Fiasko führen können.

Vanessa Bürki vs. Laura Benkarth

Diesen Kopfball von Vanessa Bürki konnte Laura Benkarth sicher parieren. Die Ersatzkeeperin des Sportclubs konnte sicherlich am Wenigsten für die Niederlage verantwortlich gemacht werden.

Bayern Trainer Wörle war auch über die erste Halbzeit seines Team total enttäuscht. „So, wie die ersten Halbzeit gespielt wurde, kann es nicht sein. Da hätten wir durchaus in Rückstand geraten können. Nach den Auswechslungen wurde das Spiel zu einer klaren Sache.” Freiburgs Trainer Rommel kommentierte das Spiel wie folgt: „Erste Halbzeit hui, zweite Halbzeit pfui! Die Gegentore sind wieder nach leichten Fehlern entstanden. Zwar hat der Einsatz der langzeitverletzten Susi Hartel Verbesserungen in der Spielanlage gebracht, doch bleibt aufgrund der Tabellensituation noch reichlich Unsicherheiten im Team.”



SC Freiburg:
Brunner (33. Benkarth) - Faißt, Kleiner, Boschert, Wendlinger, Schmid, J. Maier, Hegenauer (68. Amann), Moser, Krüger, Hartel (57. Eberhardt)

FC Bayern München:
Längert - De Pol, Wenninger, Baunach, Rech, Wörle, Simic, Mirlach (57. Bachor), Würmseer (46. Islacker), Doppler (46. Aigner), Bürki

Tore:
0:1 Aigner (56.)
0:2 Simic (59.)
0:3 Islacker (74.)

Gelbe Karten: Hartel / Wenniger, Längert

Schiedsrichterin: Marija Kurtes (Düsseldorf)

Zuschauer: 1123

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