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1. Bundesliga, 8. Spieltag

Jena in der Liga angekommen

1. FFC Frankfurt - FF USV Jena 3:1 (0:1)

Text von Tom Schlimme

10.11.2009   „Jena in der Liga angekommen, Frankfurt findet die Erfolgsspur zwar mühsam, aber letztlich doch”, so müsste die Überschrift vollständig lauten, wenn ausreichend Platz dafür vorhanden wäre. Wobei man bei genauer Betrachtung auch noch zwischen zwei unterschiedlichen Halbzeiten trennen muss.

In der ersten Halbzeit waren die Gäste aus Jena in ihrer zweiten Saison in der ersten Liga dem langjährigen Titelsammler 1. FFC Frankfurt ein gleichwertiger Gegner und führten etwas glücklich, aber nicht unverdient sogar mit 0:1 zur Pause. In der zweiten Hälfte dominierten dann doch die Frankfurterinnen deutlich, erspielten sich Chancen und machten auch drei Tore zum Sieg. „Das Ergebnis geht in Ordnung” kommentierte Jenas Trainerin Heidi Vater nach dem Spiel und fasste damit gut zusammen, was die meisten der rund 1000 Beobachter gedacht haben werden.

Karolin Thomas vs. Susann Utes

Diese beiden Spielerinnen, hier im direkten Zweikampf, kamen für ihre jeweiligen Teams einige Male zu gefährlichen Schüssen auf das gegnerische Tor: Karolin Thomas (links) für Frankfurt und Susann Utes für Jena

Bild: Volker Lieberum

Jena dürfte mit dieser Spielstärke ein Platz im sicheren Mittelfeld der Tabelle am Ende dieser Saison nicht zu nehmen sein. Schon die erste Chance des Spiels ging an das Team aus Thüringen. Nach einem Freistoß erwischte Frankfurts Abwehrspielerin Sara Thunebro den Ball mit dem Kopf nicht richtig, das Leder ging hoch in die Luft, Susann Utes kam heran, doch Nadine Angerer im Frankfurter Tor erwischte den Ball mit etwas Glück fast im Sitzen doch noch.

Nur wenig später erzwang Thunebro dann mit einem satten Schuss gegen Jenas Keeperin Jana Burmeister einen Eckball, nur eine von vielen sehr guten Reaktionen Burmeisters. Nach einer Viertelstunde passte dann wiederum Thunebro steil auf Kerstin Garefrekes, doch Burmeister kam gerade eben noch dazwischengesprintet, um nur eine Minute später dann schon wieder im Herauslaufen klären zu müssen, diesmal gegen Sandra Smisek.

Svenja Huth gegen Stephanie Milde

Svenja Huth, die hier gegen Stephanie Milde zum Flanken kommt, hatte einige sehr gute Szenen in diesem Spiel und machte eine gute Partie im Mittelfeld des 1. FFC Frankfurt

Bild: ViolA

Doch Jena hielt das Spiel diese ganze Anfangsphase über völlig offen und ausgeglichen, und ein Freistoß von Ivonne Hartmann zwang auch die Frankfurter Keeperin zu einer guten Reaktion. Auf der Gegenseite hielt dann auch Burmeister einen von Thunebro getretenen Freistoß. Nach einer halben Stunde kam dann der FFC etwas besser ins Spiel, leicht überlegen, aber nicht zwingend, während der USV sich jetzt mehr zurückfallen ließ, aber mit gefährlichen Konter aufwartete. So schoss dann einmal Utes aussichtsreich über das Tor, während für Jena Burmeister mit einer Hand gerade eben noch einen Kopfball von Smisek nach Vorarbeit von Garefrekes über die Latte bugsieren konnte.

Jana Burmeister

Jana Burmeister im Tor des FF USV Jena machte ein Klassespiel. Hier faustet sie einen Ball vor Laura Del Rio weg. Mit in der Luft Jenas Innenverteidigerin Julia Arnold, die in Jenas Abwehr durch eine ebenfalls sehr gute Leistung auffiel

Bild: ViolA


Kopfballduell

Die erste Hälfte war noch sehr ausgeglichen gewesen, doch in der zweiten Halbzeit verlagerte sich das Spiel häufig vor das Tor von Jena. Hier kommt es zum Kopfballduell zwischen Jenas nach ihrem Fußbruch wieder weitgehend genesenen Innenverteidigerin Carol Carioca (links) und Kerstin Garefrekes

Bild: Volker Lieberum

Ein schneller Konter aus der Mitte heraus brachte dann aber die Führung für Jena. Tina Wunderlich, die in dieser Szene einfach zu schwerfällig wirkte, konnte Silvia Arnold nicht folgen, Thunebro kam noch aus dem Mittelfeld herangespurtet und wirkte dabei gefühlt doppelt so schnell wie Wunderlich, konnte Arnold aber auch nicht mehr erreichen, und diese kam dann doch relativ ungestört zur Flanke von rechts, und in der Mitte war Genoveva Anonma völlig frei und konnte ohne Mühe aus kurzer Entfernung verwandeln.

Genoveva Anonma gegen Sara Thunebro

Genoveva Anonma, hier gegen Sara Thunebro am Ball, sorgte durch ihre Schnelligkeit für Gefahr und erzielte die Führung für Jena nach einer Klasse-Vorarbeit von Silvia Arnold

Bild: Volker Lieberum

So ging es dann mit einem 0:1 in die Pause, nichts ungewohntes mehr für den 1. FFC Frankfurt in den letzten beiden Spielzeiten. Doch das Team kam gestärkt aus der Kabine zurück und bot ein völlig anderes Spiel. Gleich nach Wiederanpfiff hatte Laura Del Rio Garcia eine Gelegenheit, wurde aber gerade noch abgeblockt. Dies wiederholte sich nur eine Minute später, doch diesmal erwischte Sandra Smisek den Abpraller und erzielte den Ausgleich.

Jana Burmeister

Jenas Keeperin Jana Burmeister hielt etliche kaum haltbare Bälle. Hier erwischt sie gerade noch den Schuss von Laura Del Rio (rechts neben Stephanie Milde), doch gegen den Nachschuss von Sandra Smisek war dann auch Burmeister machtlos

Bild: ViolA

Jetzt stürmte nur noch Frankfurt. Del Rio spielte sich rechts an drei Gegenspielerinnen vorbei, gab nach innen, Garefrekes zog ab, doch Burmeister parierte. Nur wenig später erzielte dann Thunebro die Führung für den FFC mit einem schönen Schuss nach Klasse-Hackentrick von Smisek. Es ging weiter nur in eine Richtung, Karolin Thomas schoss ganz knapp am Tor von Jena vorbei, die dann aber doch noch mal zu einem Konter kamen, doch die herausgelaufene Angerer klärte in höchster Not, auch in dieser Szene war Wunderlich zu langsam gewesen.

Birgit Prinz, die heute wieder defensiver eingesetzt unauffällig blieb, legte nun auch einen beeindruckenden Lauf hin, verfehlte das Tor dann aber knapp. Dann musste Burmeister mit einer unglaublichen Fußabwehr einen eigentlich unhaltbaren Schuss von Garefrekes entschärfen. Frankfurts Trainer Sven Kahlert wechselte, brachte mit Conny Pohlers trotz Führung eine weitere Stürmerin - für die Abwehrspielerin Tina Wunderlich. Eine Maßnahme, die sich doppelt auszahlte, denn in der Abwehr, Sarah Günther nahm die Position von Wunderlich dort ein, sank nun das Risiko bei schnellen Kontern, und vorne sorgte Pohlers für noch mehr Druck und ermöglichte den das Spiel entscheidenden dritten Treffer.


Dabei setze sich Pohlers auf der linken Seite am Strafraum durch, gab den Ball präzise nach innen, und Garefrekes vollstreckte eiskalt. Jena kam zwar noch zu einer guten Gelegenheit, als Günther einen Ball falsch einschätzte, die schnelle Anonma noch das Leder erreichte und nach innen gab, wo jedoch fünf Meter vor dem Tor Freund und Feind den Ball verpassten. Das war es aber auch schon fast auf dieser Seite, auf der anderen musste Burmeister gegen einen Schuss von Thomas eine weitere Glanzparade per Faustabwehr zeigen, mehrmals kam es zu turbulenten Situationen im Strafraum von Jena, die aber nichts einbrachten.

Sara Thunebro vs. Anna Höfer

Sara Thunebro, die hier von Anna Höfer angegriffen wird, wurde an diesem Wochenende als beste Abwehrspielerin der schwedischen Liga ausgezeichnet. Heute erzielte sie ihr erstes Tor für den 1. FFC Frankfurt

Bild: Volker Lieberum

Kurz vor Schluss bekam auch Angerer noch einmal etwas zu halten, als die wirklich beeindruckend schnelle Anonma Karolin Thomas entwischt war, und auch Burmeister wurde bis zur letzten Minute gefordert, bekam noch Schüsse von Thomas und Dzenifer Marozsan sowie von Smisek auf den Kasten, die sie aber alle mit guten Paraden abwehren konnte.

Dzenifer Marozsan

Frankfurts Jungtalent Dzenifer Marozsan bekam nach vielen anstrengenden Spielen in den letzten Wochen einmal eine Pause und wurde erst spät eingewechselt. Hier versucht sie den von Keeperin Jana Burmeister abgewehrten Ball ins Spiel zurück zu bringen

Bild: ViolA

1. FFC Frankfurt:
Angerer - Günther, Bartusiak, T. Wunderlich (67. Pohlers), Thunebro - Garefrekes, Thomas, Prinz, Huth - Smisek, Del Rio (76. Marozsan)

FF USV Jena:
Burmeister - Groll (68. Feulner), Martins De Pereira, J. Arnold, Milde - Höfer, Utes, Hartmann, Seiler - S. Arnold, Anonma

Tore:
0:1 Anonma (41.)
1:1 Smisek (47.)
2:1 Thunebro (58.)
3:1 Garefrekes (73.)

Gelbe Karten: Martins De Pereira, Utes

Schiedsrichterin: Moiken Reichert (Worms)

Zuschauer: 1.480


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