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1. Bundesliga, Nachholspiel vom 14. Spieltag

Arbeitssieg gegen Tabellenvorletzten

1. FFC Frankfurt - SC Freiburg 5:1 (3:1)

Text von Tom Schlimme
Bilder von Peter Henkel

10.04.2010   Schaut man nur auf das Ergebnis, lief beim Nachholspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem SC Freiburg alles, wie man es vorher hätte erwarten können. Doch während des Spiels kam Frankfurt zeitweise ganz schön ins Schwimmen. Eine bessere Chancenauswertung als in den Spielen zuvor und eine stärkere zweite Halbzeit brachte dann aber doch einen alles in allem auch verdienten Sieg für den Tabellendritten.

Frankfurts Trainer Sven Kahlert hatte diesmal Birgit Prinz wieder nach vorne gezogen, wo sie auch deutlich besser zur Geltung kam als in den Spielen zuvor. Getauscht hatte sie ihre Position praktisch mit Dzsenifer Marozsan, die im zentralen Mittelfeld spielte, was noch nicht hundertprozentig funktionierte, aber sicher weitere Versuche wert ist. Immerhin ging der FFC diesmal früh in Führung. Schon in der sechsten Minute behauptete Petra Wimbersky den Ball gegen zwei Freiburgerinnen gut links am Strafraum, gab präzise weiter auf Kerstin Garefrekes, und die nutzte diese Gelegenheit gleich aus.

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Kerstin Garefrekes (links), hier bedrängt von Verena Faißt, erzielte gegen Freiburg ihre Saisontore 10 und 11

Doch trotz dieser Führung taten sich die Frankfurterinnen weiter schwer gegen den Freiburger Abwehrriegel. Die Breisgauerinnen ließen sich geschickt zurückfallen, blieben aber mit Kontern gefährlich. Vorne lauerte Mele French als einzige Spitze (Susanne Hartel fehlte gelbgesperrt), und mit French hat der SC in der Winterpause einen Glücksgriff getan. Immer an der Grenze zum Abseits lauernd, schnell und technisch stark am Ball hatte French einige gute Szenen, und in der 22. Minute erwischte sie einen hoch in die Spitze gespielten Ball und hob das Leder trotz Bedrängnis von Ariane Hingst über die herausgelaufene Keeperein Nadine Angerer ins Tor. So einfach kann Fußball sein für eine Mannschaft, die hinten drin steht und vorne eine gute Stürmerin hat!

Tor Mele French

Die Entstehung des Freiburger Ausgleichstreffers: der Ball war hoch zu Mele French (mit der 29) gekommen und sprang noch einmal ab, French bekam trotz Gegenwehr der sie bewachenden Ariane Hingst den Fuß unter den Ball und konnte ihn so über die herauseilende Nadine Angerer - man sieht ganz links schon ihren Schatten kommen - ins Frankfurter Tor heben

Das Tor wirkte wie ein Keulenschlag auf das Frankfurter Team, in den nächsten zehn Minuten ging erst mal gar nichts. Dann gab es endlich wieder eine gute Frankfurter Kombination, Sandra Smisek nach rechts auf Wimbersky, die nach innen, Conny Pohlers kam zum Schuss, doch die schweizer Nationaltorhüterin Marisa Brunner im Freiburger Tor hielt. Ein Schuss von Prinz wenig später ging knapp vorbei, die Frankfurterinnen hatten den Schock des Gegentores verdaut, drängten jetzt.

Verena Faißt gegen Conny Pohlers

Conny Pohlers (rechts) kommt hier nicht an den Ball, Verena Faißt hat ihn sicher

In der 41. Minute setzte sich Prinz dann links durch, spielte an einer Abwehrspielerin und Brunner vorbei einen Superpass nach innen zu Pohlers,


Tor Conny Pohlers

Dieses Tor kippte das Spiel doch noch in Richtung Frankfurter Sieg: Birgit Prinz hatte von der linken Seite aus Keeperin Marisa Brunner auf sich gezogen, den Ball nach innen gespielt, von wo Conny Pohlers (vom Pfosten verdeckt) zum Schuss kam. Den ersten Schuss konnte Michelle Wenino auf der Linie noch abwehren, doch Pohlers erzielte im Nachsetzen das 2:1 für Frankfurt

die wurde fast noch abgeblockt, schaffte es dann aber im Nachsetzen, den Ball zur erneuten Frankfurter Führung einzudrücken. Nur zwei Minuten später überlupfte Garefrekes allein auf Brunner zugehend die ihr entgegen kommende Keeperin, 3:1, das war dann doch noch vor der Pause eine kleine Vorentscheidung.

Zumal Angerer kurz vor dem Halbzeitpfiff einen von Martina Moser hart über die Mauer getretenen Freistoß noch an die Latte lenkte und die Frankfurterinnen gleich nach Wiederanpfiff den Sack zumachen konnten. Prinz spielte von rechts auf Pohlers, die gab den Ball einfach nach links weiter, wo Wimbersky frei stand, abzog, eigentlich genau auf Brunner, aber die Keeperin ließ den Ball praktisch durch die Hosenträger hindurch ins Tor.

Tor Petra Wimbersky

Das 4:1. Der Ball war aus der Mitte zu Petra Wimbersky gekommen, die schoss, das Leder drehte sich nach innen genau auf Marisa Brunner im Freiburger Tor, doch die ließ ihn etwa in Brusthöhe durch die Arme gleiten

Das wohl schönste Tor des Tages schoss Birgit Prinz, die von der Strafraumgrenze in den Winkel des Freiburger Tores abzog. Da waren 61 Minuten gespielt und das Spiel entschieden. Freiburg kam aber über French noch zu Gelegenheiten, einen weiteren Anschlusstreffer zu erzielen, so in der 71. Minute, als French bei einem dieser schnellen Konter alleine auf Angerer zuging, diese kam ihr entgegen, verkürzte den Winkel, French versprang der Ball etwas und sie wurde zu weit nach rechts abgedrängt, um noch etwas aus dieser Riesenchance machen zu können.

Mele French gegenAriane Hingst

Auf jeden Fall eine Verstärkung für Freiburg: Mele French (rechts), hier im Kopfballduell mit Ariane Hingst

Die meisten Chancen, noch ein Tor zu erzielen hatte aber Frankfurt. In der 78. Minute setzte sich Wimbersky links stark durch, spielte den Ball vors Tor, aber die für Pohlers eingewechselte Svenja Huth wurde noch am Schuss gehindert. Eine Minute später kam auch Frankfurt mal zu einer Kontergelegenheit, eingeleitet durch Sara Thunebro, die weiter zu Wimbersky, die auf Prinz, doch deren harter und platzierter Schuss wurde von Brunner eindrucksvoll gehalten. Brunner hielt dann in der 90. Minute noch einen Schuss von Thunebro und hätte doch beinahe noch einen Treffer kassiert. Prinz kam frei vor ihr Tor, gab jedoch noch einmal ab, statt selbst zu schießen, und so wurde wegen Abseits abgepfiffen.

Das Ergebnis war aber auch so hoch genug, mehr Tore hätten dem Spielverlauf nicht entsprochen. Freiburg ist derzeit keine Spitzenmannschaft, das war deutlich zu sehen, aber verglichem mit dem Pokalspiel im November, als Freiburg hier 6:0 verlor, hat sich das Team deutlicher verbessert, als es die Ergebnisse aussagen. Die Neuzugänge aus Nordamerika haben offensichtlich


eingeschlagen, neben French machte auch Michelle Wenino, die in der Innenverteidigung eingesetzt war, ein gutes Spiel. Kelly Parker fehlte verletzt, die zukünftige Frankfurterin Valeria Kleiner wegen Abiturstress. Dazu noch Susanne Hartel, dann dürften diese Freiburgerinnen eigentlich nicht absteigen - wenn nicht die fehlenden Punkte aus der Hinrunde die Gesamtbilanz so trüben würden. Doch schon am Sonntag gegen Berlin ist ein Dreier für die von Trainer Edgar Beck stabilisierte Truppe drin.

 Svenja Huth gegen Selina Nowak

Svenja Huth (links) und Selina Nowak wurden beide eingewechselt, fügten sich aber beide gut ins Spiel ihrer Teams ein

Beck machte dann auch seinem Team ein Kompliment, weil die Mannschaft das frühe 1:0 prima weggesteckt habe. Leider habe man dann bei den Gegentoren kräftig mitgeholfen, so dass die erhoffte Überaschung dann doch ausbleiben musste. Aber nur 48 Stunden nach dem Spiel gegen Wolfsburg und ohne einige Stammspielerinnen sei es trotzdem gelungen, Frankfurt weitgehend vom eigenen Tor fern zu halten, was schon eine Leistung sei.

Birgit Prinz gegen Jeanne Haag und Kerstin Boschert

Birgit Prinz (rechts) kam heute in der Spitze deutlich besser zur Geltung als zuletzt im Mittelfeld. Hier ist sie schneller als Jeanne Haag und Freiburgs Kapitänin Kerstin Boschert

Frankfurts Trainer Sven Kahlert war zufrieden mit dem Ergebnis, nicht jedoch mit dem Spiel seiner Mannschaft. Die zweite Halbzeit sei dann ja besser gewesen, aber auch da noch nicht so mit dem Zug zum Tor, wie man sich das vorstelle. Es bleibe ein Arbeitssieg. Immerhin konnte das Team auch in Zeiten, in denen es fußballerisch nicht so klappt, deutlich gewinnen, und vielleicht sogar etwas Selbstvertrauen aufbauen für die kommenden Spiele.

1. FFC Frankfurt:
Angerer - Krieger, Bartusiak (46. Lewandowski), Hingst, Thunebro - Garefrekes (68. Larsen Kaurin), Smisek, Marozsan, Wimbersky - Prinz, Pohlers (64. Huth)

SC Freiburg:
Brunner - Stein, Boschert, Wenino, Faißt - Moser (73. Nowak), Krüger (64. Haag), Schmid, Maier (55. Hegenauer) - Zirnstein, French

Tore:
1:0 Garefrekes (6.)
1:1 French (22.)
2:1 Pohlers (40.)
3:1 Garefrekes (42.)
4:1 Wimbersky (47.)
5:1 Prinz (61.)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Nathalie Eisenhardt (Holzgerlingen)
mit Ülfet Car und Sabrina Jene

Zuschauer: 930


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