1. Bundesliga, 18. SpieltagDeutliche Steigerung1. FFC Frankfurt - SG Essen-Schönebeck 4:0 (2:0) | ||
Text von Tom Schlimme 16.04.2010 Es geht mal wieder aufwärts beim 1. FFC Frankfurt. Nach der Niederlage gegen Wolfsburg, dem schon besseren Spiel beim Sieg gegen Freiburg gelang nun im dritten Heimspiel in einer Woche gegen die SG Essen-Schönebeck eine einigermaßen überzeugende Leistung. Wie schon gegen Freiburg wurde Birgit Prinz wieder vorne in der Spitze eingesetzt und machte erneut ein gutes Spiel. Verbessert hat sich aber auch das zentrale Mittelfeld, in dem Sandra Smisek an diesem Tag eine sehr gute Leistung mit enormer Laufbereitschaft bot und auch Dzsenifer Marozsan viele gute Szenen hatte. Bei Essen fehlte Kyra Malinowski, dafür stürmte Sofia Nati von Beginn an und wurde dabei von der früheren Frankfurterin Stefanie Weichelt etwas hängend unterstützt. Doch so richtig stürmen kann man das nicht nennen, was Essen bot, dafür war das Team zu defensiv eingestellt. ![]() U19-Nationalspielerin Sofia Nati (links) bildete die Essener Sturmspitze, war aber bei Saskia Bartusiak, die auch mit gebrochener Nase zu einer Kopfballchance vor dem Essener Tor kam, gut aufgehoben Dies konnte man aber auch gegen den hohen Favoriten nicht anders erwarten. Anders als in frühreren Spielen dieser Saison kam der FFC aber diesmal mit der defensiven Strategie des Gegners zurecht, konnte endlich mal wieder richtig Druck entfalten und sich viele Torgelegenheiten erspielen. In der fünften Minute dribbelte sich Marozsan in den Strafraum, gab weiter auf Prinz, doch die herauslaufende Essener Keeperin Lisa Weiß warf sich noch rechtzeitig auf den Ball. Dieser strich dann wenig später nach einem Freistoß knapp am Essener Gehäuse vorbei. Essen kam dann auch zu einer Kontergelegenheit, als Melanie Hoffmann steil auf Daniela Löwenberg spielen konnte, das sah gefährlich aus, doch im Strafraum konnte Saskia Bartusiak noch klären. Es gab im ganzen Spiel und besonders auch in dieser Anfangsphase viele Abseitspfiffe, die, soweit man das überhaupt beurteilen kann, zumeist berechtigt erschienen. Doch Essens Traine Ralf Agolli regte sich nach einer Viertelstunde bereits so über die Abseitsentscheidungen gegen sein Team auf, dass er von Schiedsrichterin Moiken Reichert ermahnt werden musste. Im weiteren blieb Agolli aber ruhiger, so dass es zu keinem Eklat kam. Birgit Prinz (links), hier gegen Emily Zurrer, war an zwei der vier Frankfurter Tore maßgeblich beteiligt In der 17. Minute holte Weiß einen Schuss von Smisek gut aus dem Winkel, um dann gleich darauf einen gefährlichen Weitschuss von Sara Thunebro, den diese nach schöner Vorarbeit von Petra Wimbersky abzog, noch zur Ecke abzuwehren. Ein Kopfballaufsetzer von Ariane Hingst ging nach einem weiteren Eckstoß wenig später vorbei, der FFC erspielte sich die Chancen fast im Minutentakt. So war dann die Führung nach 23 Minuten auch völlig verdient, als Thunebro einen Freistoß von der Seite schön ins lange Eck schlenzte - ein "Tor des Monats" würdiger Treffer! Laura Hoffmann blockte Kerstin Garefrekes im Strafraum gerade noch ab, es blieb beim Minutentakt der Torgelegenheiten für Frankfurt. Etliche gute Flanken von rechts und den Kopf im richtigen Moment an der richtigen Stelle: Kerstin Garefrekes köpfte gegen Essen ihren 12. Saisontreffer und bleibt damit erfolgreichste Frankfurter Torschützin in dieser Saison In der 35. Minute spielte Prinz genial auf Conny Pohlers, die spielte die Keeperin aus, doch auch sich selber, und kam nicht mehr rechtzeitig an das Leder, bevor Abwehrspielerinnen es wegschlagen konnten. In der 43. Minute warf sich Löwenberg in einen schönen |
Ein Supertor: Sara Thunebro (nicht im Bild) schoss einen Freistoß aus 25 Metern so hart und platziert in den Winkel, dass Essens Keeperin Lisa Weiß wie auch alle anderen Spielerinnen dem Ball nur hinterersehen konnte | |
Schuss von Marozsan, und so schien es, als sollte es trotz der hohen Frankfurter Überlegenheit und vieler Chancen nur mit einer knappen Führung in die Pause gehen. Doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit umspielte Birgit Prinz Laura Hoffmann auf dem rechten Flügel in der Nähe der Mittellinie, lief einfach rechts durch und passte genau im richtigen Moment in die Mitte, wo Sandra Smisek zum 2:0 Pausenstand einschießen konnte. Das vorentscheidende 2:0 in seiner Entstehung: Birgit Prinz lässt Laura Hoffmann stehen, passt dann zwischen Hoffmann und Emily Zurrer hindurch in die Mitte, wo Sandra Smisek völlig frei steht und Lisa Weiß mit ihrem Schuss in den Winkel keine Chance lässt Schon zwei Minuten nach Wiederanpfiff fiel dann schon das 3:0 durch Conny Pohlers, die einen wunderschönen Schuss von der Strafraumgrenze unhaltbar in die Maschen setzte. Ein Freistoß von Prinz genau auf den Kopf von Garefrekes brachte dann in der 57. Minute das 4:0. Das Spiel war natürlich längst entschieden, zumal ein Kopfball von Sabrina Duhme wenig später nach einem Eckstoß über das Frankfurter Tor ging. Auch Frankfurter Abwehrspielerinnen kamen zu Kopfballgelegenheiten, so Bartusiak in der 63. Minute, und auch bei ihr ging der Ball über die Latte. In der 73. Minute dann noch einmal eine richtige Gelegenheit für Essen, Löwenberg lief alleine auf Frankfurts Keeperin Nadine Angerer zu, die bisher kaum geprüft in diesem Spiel kam ihr entgegen, der Ball ging vorbei. Es blieb dann letztlich beim verdienten 4:0 für Frankfurt. Es ist nicht der erste Aufwärtstrend des FFC in dieser Saison, und regelmäßig kam es dann auch wieder zu Leistungseinbrüchen. So bin ich jetzt einfach nur gespannt, wie sich das Team in Jena und zuhause gegen Potsdam schlägt. Wie es mit Essen weiter geht, ist ebenfalls schwer einzuschätzen. Hier scheint es darauf anzukommen, ob man endlich vom Verletzungspech verschont bleibt. So erwischte es in Frankfurt beim Warmmachen U19-Nationalspielerin Inka Weseley, die sich so verletzte, dass sie nicht eingesetzt werden konnte. |
„Weseley ist eine von zehn Spielerinnen, die dieses Jahr bereits operiert werden mussten, hoffentlich ist jetzt nichts schlimmes passiert, ” wies Essens Trainer dann in der Pressekonferenz auf das Verletzungspech seines Teams hin. Die Niederlage seiner Elf sei auch in der Höhe verdient, es hätten noch mehr Tore fallen können, doch er mache seiner Mannschaft keinen Vorwurf. Es sei ein mentales Problem, im Abstiegskampf seien seine jungen Spielerinnen nervlich überfordert. Einzig Laura Hoffmann griff Agolli dann aber doch noch sehr deutlich an: „Das war Kreisklasse, sie muss gegen Prinz ein taktisches Foul begehen und die gelbe Karte dafür in Kauf nehmen” rief Agolli die Situation, aus der das 2:0 hervorging, ins Gedächtnis. An ihr lag die Essener Niederlage am allerwenigsten: Keeperin Lisa Weiß zeigte einige sehr gute Paraden. Auch in dieser Szene hat sie den Ball vor den Augen von Emily Zurrer sicher
Frankfurts Trainer Sven Kahlert machte seiner Mannschaft ein Riesenkompliment. Das Team habe weitergeführt, was in den letzten Wochen angefangen wurde. Was gegen Freiburg am Mittwoch noch nicht so gut geklappt habe, sei heute schon viel besser gegangen. Der Abstand auf den FCR Duisburg sei nun auf drei Punkte geschrumpft. Dzsenifer Marozsan, die hier den Ball vor ihrer ehemaligen Saarbrücker Mannschaftskameradin Nadine Kraus abschirmt, zeigte sich ebenso im Aufwärtstrend wie das gesamte Frankfurter Team
1. FFC Frankfurt:
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