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1. Bundesliga, 11. Spieltag

In Frankfurt bleibt es torreich

1. FFC Frankfurt - SC 07 Bad Neuenahr 5:2 (3:1)

Text von Tom Schlimme
Bilder von ViolA

10.12.2009   Das Aufeinandertreffen des Tabellendritten mit dem Tabellenvierten nahm einen Verlauf, wie man es nach den in dieser Saison gezeigten Leistungen erwarten konnte. Der FFC spielte offensiv stark und wurde mit fünf Toren dafür belohnt, die zwei Gegentreffer belegen aber die bekannte Abwehrschwäche und zeigen die Stärke, zu der der Gast aus Bad Neuenahr in dieser Saison gefunden hat.

Prägend für die Anfangsphase war der Abseitspfiff der Schiedsrichterin, deren Assistentin nicht müde wurde, die Frankfurter Stürmerin Conny Pohlers zurückzuwinken. Trainer Kahlert übte in diesem Punkt hinterher leise Kritik an seiner Stürmerin, wobei man schon bezweifeln kann, ob wirklich jeder der vielen Abseitspfiffe berechtigt war. Pohlers war es auch, die in der fünften Minute steil geschickt allein auf das Tor stürmte, den Ball aber knapp am Pfosten vorbei setzte. Auch in diesem Punkt gab es leise Kritik vom Trainer, der sich eine bessere Chancenauswertung seiner Stürmerinnen wünschte, denn nicht in jedem Spiel bekäme man so viele Chancen, dass man es sich leisten könne, so viele liegen zu lassen.

Peggy Kuznik vs. Conny Pohlers

Auch wenn sie nicht jede Chance nutzte: Trickreich, schnell und torgefährlich stellte Conny Pohlers (rechts) die Bad Neuenahrer Abwehr immer wieder vor unlösbare Probleme. Hier muss Peggy Kuznik hinterherschauen, wie Pohlers die freie Mitspielerin sucht

Begünstigt wurde der Frankfurter Angriffswirbel aber auch dadurch, dass Bad Neuenahr sich nicht am eigenen Strafraum einigelte, sondern mit offenem Visier versuchte, mitzuspielen. „Frankfurt hat seine Schwächen in der Abwehr, deswegen bringt es nichts, sich hinten rein zu stellen”, erklärte Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers nach dem Spiel seine Vorgabe.

Trotzdem verlief das Spiel einseitig. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld durch Birgit Prinz kam der Ball steil zu Pohlers, die diesmal ohne Probleme verwandelte. Mit dem Führungstreffer im Rücken waren dann die Rollen noch klarer verteilt, der 1. FFC Frankfurt bestimmte das Spiel. Bestnoten verdiente sich Bad Neuenahrs Keeperin Romina Holz, die z.B. in der 20. Minute gegen die wiederum von Prinz steil geschickte Kerstin Garefrekes mit Bravour klärte.

Tor Conny Pohlers
Tor Conny Pohlers

Beim 1:0 durch Conny Pohlers hatte Romina Holz keine Chance, auch Sarah Schröder konnte nicht entscheidend stören

Doch gegen die Frankfurter Offensivabteilung war kein Kraut gewachsen. In der 25. Minute spielte sich die wieder in der Abwehr eingesetzte Alexandra Krieger rechts durch, legte von der Grundlinie aus zurück auf Petra Wimbersky, und die ließ Holz mit ihrem Schuss zum 2:0 keine Chance. Holz musste dann wenig später gegen die erneut steil vor ihr auftauchende Pohlers mit einem Klassereflex zur Ecke klären.


Romina Holz

Immer wieder stand Romina Holz, die Keeperin des SC 07 Bad Neuenahr, im Blickpunkt des Geschehens. Ohne ihre Klasseleistung, die ihr ein Sonderlob ihres Trainers einbrachte, hätten die Gäste von der Ahr mehr als „nur” fünf Tore in Frankfurt kassiert

Doch wie aus dem Nichts kam Bad Neuenahr zum Anschlusstreffer: nach einem Eckstoß, der viel zu kurz abgewehrt wurde, spekulierte die Frankfurter Abwehr auf Abseits - es war aber wohl keines, und Lydia Neumann konnte sich frei und allein vor dem Tor die Ecke aussuchen. Später kam dann auch Celia Okoyino da Mbabi allein vor dem Frankfurter Tor zum Schuss, doch dieser geriet ihr zu ungenau, so dass Nadine Angerer im Frankfurter Tor im Stile eines Handballtorwarts parieren konnte. Da hätte es glatt 2:2 stehen können, was zwar nicht dem Spielverlauf entsprochen hätte, aber typisch für die Frankfurter Probleme in dieser Saison gewesen wäre.

Celia vs. Sara Thunebro

Man sieht es an ihrem Trikot: Celia Okoyino da Mbabi - hier gegen Sara Thunebro - rackerte und ackerte. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte sie sogar beinahe den Ausgleich für Bad Neuenahr erzielt

Doch statt dessen setzte sich Garefrekes rechts durch, passte in die Mitte, und Pohlers verwandelte zum 3:1, was, nachdem Holz einen Schuss von Garefrekes gehalten und Pohlers eine Flanke von Garefrekes mit artistischer Einlage über das Tor bugsiert hatte, auch den Halbzeitstand darstellte.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter wie gehabt. Holz mit Fußabwehr gegen Pohlers, super Flugkopfball Wimbersky über das Tor, und dann das 4:1 durch Garefrekes nach schöner Vorarbeit von Dzenifer Marozsan. Weiter wie gehabt auch die Frankfurter Anfälligkeit in der Abwehr, Tina Wunderlich, die für die wegen einer Rückenprellung pausierenden Saskia Bartusiak neben Sarah Günther in der Innenverteidigung stand, verpasste einen Ball auf die eingewechselte Marie Pyko, und die 16-jährige erzielte frech das Tor zum 4:2.

 Dzenifer Marozsan vs. Sarah Schröder

Dzenifer Marozsan, die hier von Sarah Schröder bewacht wird, bereitete ein Tor vor und hatte selber etwas Pech, als ihr Schuss nur die Latte traf

Wirklich gefährdet war der Frankfurter Sieg dadurch aber nicht, zu einseitig ging es weiter. Garefrekes von links auf Marozsan, die traf nur die Latte des Gästegehäuses. Pohlers zielte am langen Eck vorbei, und in der 78. Minute tankte sich dann Wimbersky durch drei Gegenspielerinnen durch und erzielte den 5:2 Endstand. Der Frankfurter Sieg hätte noch höher ausfallen können, in einer kuriosen Szene traf erst Prinz nur den Pfosten und Wimbersky schoss den Abpraller genau in die Arme von Holz, und auch die eingewechselte Laura Del Rio verpasste noch zwei Möglichkeiten.


„Der Frankfurter Sieg war hochverdient”, meinte der Bad Neuenahrer Trainer hinterher in der Pressekonferenz. „Trotzdem möchte ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat bis zuletzt gekämpft. Heute hat man gesehen, wie schwer Lena Goeßling in der Abwehr zu ersetzen ist. Celia hat sich auf der ungewohnten Sechserposition aufgerieben, wofür ich ihr großen Respekt zolle, und auch Keeperin Romina Holz muss ich ein Sonderlob aussprechen”, erklärte Obliers, der sich insgesamt mit dem Verlauf der Hinrunde sehr zufrieden zeigte.

Petra Wimbersky vs. Romina Holz

Diesen Schuss von Petra Wimbersky konnte Romina Holz aus kurzer Entfernung abwehren. Wimberksy war allerdings trotzdem zweimal erfolgreich

Frankfurts Trainer Sven Kahlert war zufrieden mit dem Ergebnis. Bad Neuenahr sei der erwartet schwere Gegner gewesen. Den jungen und leichten Spielerinnen sei das „schwere Geläuf” zu Gute gekommen. Als Kritikpunkt am Spiel seines Teams sah Kahlert die ausgelassenen Torchancen.

FFC-Fans

Dem Datum des Spiels gerecht mit Nikolausmützen auf dem Kopf feuerte der FFC-Fanblock sein Team an - und konnte sich am Ende über drei Punkte und ein gutes Spiel freuen



1. FFC Frankfurt:
Angerer - Krieger (67. Weber), Günther, T. Wunderlich, Thunebro - Thomas (73. Huth), Prinz, Marozsan, Garefrekes, Wimbersky, Pohlers (76. Del Rio Garcia)

SC 07 Bad Neuenahr:
Holz - Schröder, Stoerzel, Kuznik, Bakir (83. Pfeiffer) - Petzelberger, Okoyino da Mbabi, Debitzki (46. Pyko), Bartke (46. Fols), Cha, Neumann

Tore:
1:0 Pohlers (14.)
2:0 Wimbersky (25.)
2:1 Neumann (35.)
3:1 Pohlers (42.)
4:1 Garefrekes (53.)
4:2 Pyko (56.)
5:2 Wimbersky (78.)

Gelbe Karten: Pohlers, Thomas

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Leipzig)
mit Miriam Dietz und Annett Unterbeck

Zuschauer: 1310


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