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1. Bundesliga, Nachholspiel vom 19. Spieltag

Vier Tore und ein Zahnverlust...

FCR 2001 Duisburg – VfL Wolfsburg 4:0 (1:0)

Text: Sandra Kunschke

30.04.2010   ...war die Ausbeute beider Mannschaften in der Nachholpartie des 19. Spieltages. Am Ende siegte der FCR 2001 Duisburg mit einer spielerisch guten Leistung verdient gegen den Tabellenfünften aus Wolfsburg. Somit haben die Löwinnen den zweiten Tabellenplatz gefestigt und allerbeste Chancen, sich für die kommende Champions League zu qualifizieren.

Bei herrlich sommerlichen Temperaturen begann die Partie im Duisburger PCC-Stadion. Die ersten Minuten waren recht verhalten. Ein erstes Ausrufezeichen setzte in der 7. Minute Marina Hegering, die sich einen feinen Heber von Femke Maes mit dem Kopf vorlegte. In letzter Sekunde klärte die Wolfsburger Abwehrspielerin Navina Omilade zur Ecke.

Maren Meinert und Silke Rottenberg

Hoher Besuch im PCC-Stadion: U20 Nationaltrainerin Maren Meinert (links) und Nationaltorwarttrainerin Silke Rottenberg sichteten Spielerinnen

Bild: Volker Nagraszus

Gute fünf Minuten später doch die zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende Führung für die Duisburgerinnen: Aus etwa 30 Metern verwandelt Alexandra „Alex” Popp einen Freistoß von der rechten Seite direkt und lässt VfL Torhüterin Alisa Vetterlein keine Chance.

Die Wolfsburgerinnen suchten immer wieder Nationalstürmerin Martina Müller. Eben diese kam in der 17. Spielminute, nach einem riskanten Rückpass von Popp, einen Ticken zu spät und Ursula Holl im FCR-Tor konnte in letzter Sekunde noch klären. Knapp vier Minuten vor der Pause hatte Turid Knaak dann das 2:0 auf dem Fuß. Nach einem schönen Doppelpass mit Femke Maes reckt und streckt sich Alisa Vetterlein und kann den Schuss von Knaak gerade noch entschärfen. Somit ging es mit der 1:0 Führung für Duisburg in die Kabine.

Luisa Wensing gegen Alisa Vetterlein

Youngstar Luisa Wensing präsentierte sich auch am heutigen Tage wieder in einer guten Verfassung, konnte sich aber in dieser Szene nicht gegen Alisa Vetterlein durchsetzen

Bild: Marion Kehren

Nach der Pause gab der FCR gleich richtig Gas. Viele der rund 845 Zuschauer waren noch nicht wieder auf ihren Plätzen, als Femke Maes das 2:0 für Duisburg servierte. Nach einer herrlichen Vorarbeit von Simone Laudehr, die sich auf der linken Seite gleich gegen mehrere Wolfsburgerinnen durchsetzte, flankte diese auf Maes, die mit einem schönen Schuss vollendete.

Femke Maes und Inka Grings

Nach dem Aus in der Champions League wieder zurück in der Erfolgsspur: Femke Maes (links) und Inka Grings

Bild: Volker Nagraszus

Die Wölfinnen kamen in dieser Sturm- und Drangphase der Duisburger Löwinnen nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus und hatten kaum ein Mittel, um sich aus dieser prekären Situation zu befreien. Es war nur noch eine Frage der Zeit wann weitere Tore für die Löwinnen fallen würden. „Uns fehlte im siebten Spiel im April (!!!) mit der gleichen Aufstellung die nötige Frische, um gegen diese Spitzenmannschaft zu bestehen. Wir sind diese Belastung nicht gewohnt – Duisburg wohl und ich denke die Kraft meiner Mannschaft war am Ende,” so Coach Ralf Kellermann bei der späteren Pressekonferenz.

In der 54. Minute eine ähnliche Situation wie in der ersten Halbzeit. Freistoß von


Spielszene

Eine tadellose Leistung im zentralen Duisburger Mittelfeld boten Femke Maes (Nr. 15) und Annemieke Kiesel, die den Ball gegen Navina Omilade behauptet

Bild: Marion Kehren

Alexandra Popp, dieser wird geblockt und dadurch erst richtig gefährlich. Während eines Abwehrmanövers in der Luft prallte Martina Müller so unglücklich mit ihrer Teamkollegin Zsanett Jakabfi zusammen, dass sie sich einen Zahn abbrach und sofort ausgewechselt werden musste. Die ebenfalls angeknockte Jakabfi hingegen konnte nach kurzer Behandlung weiter spielen. Und den nächsten Schock für Wolfsburg gab es noch obendrauf: drei Minuten später setzte Kozue Ando sich über rechts durch und flankte aus vollem Lauf in den Strafraum, wo Inka Grings den Ball volley verwerten konnte.

Zusammenstoß

Bei dieser Abwehraktion im eigenen Strafraum prallten die beiden Spielerinnen Martina Müller und Zsanett Jakabfi zusammen und Müller musste sich von einem ihrer Zähne verabschieden

Bild: Marion Kehren

In der 65. Minute folgte dann das 4:0 durch Simone Laudehr. Nach einem Doppelpass mit der eingewechselten Lena Wermelt setzte sich Laudehr auf der linken Seite durch, spielte eine präzise Flanke in den Strafraum... diesmal hieß die Torschützin Kozue Ando. Danach ließen die Duisburger Löwinnen es deutlich ruhiger angehen. So setzte sich Wolfsburg noch mal in Szene und kam nach einem Ballverlust des FCR im Mittelfeld und einem wunderschönen Pass von Nathalie Bock auf Zsanett Jakabfi zur besten Chance in der zweiten Halbzeit. Aber Alex Popp konnte mit einem Tackling in allerletzter Sekunde noch zur Ecke klären.

So endete die Partie unterm Strich mit einem verdienten Sieg für den FCR Duisburg, der allerdings in der ersten Hälfte Probleme mit dem Spielaufbau hatte, aber seine Chancen diesmal gut genutzt hat gegen einen VfL Wolfsburg, der wohl unter seinen Möglichkeiten gespielt hat.

Andrea Wilkens gegen Inka Grings

Andrea Wilkens hat hier soeben Inka Grings gefoult, was ihr die gelbe Karte einbrachte

Bild: Volker Nagraszus

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Ralf Kellermann ein wenig enttäuscht: „Uns fehlte der Zug nach vorne. Wir sind nicht schnell genug nachgerückt und waren deshalb nicht torgefährlich. In der ersten Halbzeit konnten wir noch halbwegs mithalten, danach hat uns die Kraft verlassen. Allerdings ärgert es mich, dass der Sieg mit 1-2 Toren ein bisschen hoch ausgefallen ist.”


FCR-Maskottchen Leonie

FCR-Maskottchen Leonie konnte vier Tore bejubeln und war mächtig stolz auf ihre Kolleginnen

Bild: Marion Kehren

Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zeigte sich entspannt. „Mit der ersten Halbzeit war ich sicherlich nicht zufrieden. Aber gegen einen gut organisierten Gegner muss man auch erst einmal eine Lücke finden. In der zweiten Halbzeit haben wir teilweise brillant gespielt. 4:0 - was will man da meckern? Wir wollen die direkte Qualifikation zu Champions-League und sind auf einem guten Weg. Wir führen jetzt mit drei Punkten und 13 Toren Vorsprung vor dem Tabellendritten aus Frankfurt und das ist schon ein anständiges Polster.”

Leni Larsen Kaurin

Zaungast am heutigen Tage war FFC-Frankfurt Spielerin Leni Larsen Kaurin, die von den Fans mit Autogramwünschen überhäuft wurde

Bild: Nadine Jehnich

FCR 2001 Duisburg:
Holl - Wensing (66. Prießen), Knaak (49. Ando), Kiesel (59. Wermelt) Grings, Bresonik, Lauder, Krahn, Maes, Hegering, Popp

VfL Wolfsburg:
Vetterlein - Jakabfi, Tetzlaff, Blässe (78. Brendel), Rantanen (67. Bock), Smith, Wilkens, Bunte, Omilade, Müller (55. Wagner), Wiik

Tore:
1:0 Popp (12.)
2:0 Maes (46.)
3:0 Grings (57.)
4:0 Ando (65.)

Gelbe Karten: Grings / Wilkens

Schiedsrichterin: Miriam Dietz (Bad Sobernheim)
mit Marina Wozniak und Ines Appelmann

Zuschauer: 845


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