1. Bundesliga, 2. SpieltagSpiel mit zwei „Gesichtern”FCR 2001 Duisburg – Tennis Borussia Berlin 4:1 (3:0) | ||
Text von Marion Kehren 27.09.2009 Die Heimpremiere des FCR 2001 Duisburg in der neuen Spielsaison hatte sich Martina Voss, gegen den Aufsteiger Tennis Borussia Berlin, mir Sicherheit leichter und geschmeidiger vorgestellt. Nur Dank der guten Leistung von Kapitänin Inka Grings und deren lupenreinen Hattrick binnen dreißig Minuten, konnte der FCR vor einer Blamage im eigenen Stadion bewahrt werden. Doch bevor das Spiel im sonnendurchfluteten PCC Stadion angepfiffen wurde, wurden erst einmal die sechs Duisburger „Eurofighter” für ihre Einsätze bei der diesjährigen EM in Finnland beglückwünscht. Des Weiteren wurde Inka Grings mit der Torjägerinnenkanone, für 29 Treffer in der abgelaufenen Saison, vom kicker-Sportmagazin ausgezeichnet. ![]() Vor Anpfiff der Partie wurden Duisburgs „Eurofighter” zu ihrem tollen Einsatz in Finnland beglückwünscht. V.l.n.r. Inka Grings, Ronny Jasinski (Vorstand, Bereich Finanzwesen), Annemieke Kiesel, Simone Laudehr, Annike Krahn, Rainer Zimmermann (Vorstand, Bereich Kommunikation), Ursula Holl und Linda Bresonik ![]() Überreichung der Torjäger-Kanone an Inka Grings, die in der letzten Saison 29 Tore erzielte. Die Ehrung nahm kicker-Chefreporter Rainer Franzke vor. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wurde durch Karin Zimmer vom Ausschuss für Frauen- und Maedchenfussball und DFB-Trainerin Maren Meinert vertreten. Die Veilchenladies starteten recht frech in die Partie und zeigten in den Anfangsminuten keine Scheu vor dem großen Gegner. Der erste Angriff der Berlinerinnen, durch Jana Teodoridis, sollte in der ersten Halbzeit aber auch gleichzeitig der letzte gewesen sein. Es schien, als wären die Löwinnen wach gerüttelt worden; denn von nun an waren sie die spielbestimmende Mannschaft. So stand es bereits nach zehn Minuten 1:0 für Duisburg durch Inka Grings, nach einer schönen Hereingabe über rechts durch Simone Laudehr. Noch zeigten sich die Gäste wenig geschockt und versuchten sich wacker gegen die anstürmenden Duisburgerinnen zu wehren. Aber nach einem wunderschönen Pass von Alexandra Popp auf die im Strafraum stehende Inka Grings stand es bereits nach sechzehn Minuten 2:0. Die Löwinnen begeisterten die Zuschauer mit guten Ideen und Kabinettstückchen, die allerdings oftmals nicht in Zählbares umgewandelt werden konnten. In der 30. Minute schien das Spiel bereits gelaufen als sich Grings zum wiederholten Male in die Torschützenliste, nach einem gefühlvollen Heber über die gesamte Berliner Abwehr durch Anne van Bonn, eintrug. ![]() Mit einem Hattrick binnen dreißig Minuten und einer Vorlage war Inka Grings heute an allen vier Toren maßgeblich beteiligt |
Oftmals brannte es lichterloh im Strafraum von TeBe-Berlin. Doch entweder war es das Unvermögen der Duisburgerinnen, den Ball nicht ins gegnerische Netz zu bekommen, oder die kompakte Abwehrleistung der Berlinerinnen, die mit Mann und Maus ihr Tor verteidigten | |
|
Aber wer gedachte hatte, dass die Veilchenladies sich ihrem Schicksal ergeben hätten, wurde nach der Pause eines Besseren belehrt. Die Duisburgerinnen kamen wie verwandelt aus der Kabine und spielten von nun an ideenlos, unkonzentriert und kraftlos. Die Berlinerinnen spürten ein wenig Aufwind und fanden sich vermehrt in der Hälfte der Duisburgerinnen wieder. Nach einem krassen Fehlpass von Annike Krahn nutzte Anna-Sophie Fechner die Gelegenheit und lief vollends unbedrängt auf Duisburger Tor zu, umspielte die herauslaufende Christina Bellinghoven und schob in aller Seelenruhe zum Anschlusstreffer ein. Duisburgs Trainerin Martina war sichtlich wütend auf ihre Mannschaft und trieb sie unaufhörlich an. Doch TeBe schien nun das richtige Mittel gefunden zu haben um die Duisburger Angriffe abzuwehren. Der guten Abwehleistung durch Kapitänin Franziska Liepack und ihren Kolleginnen, die mit Mann und Maus ihr Tor verteidigten, war es zu verdanken, dass Duisburg bis kurz vor Schluss kein Tor mehr erzielen sollte. Leider zogen die Gäste aus Berlin sich in der zweiten Hälfte aber auch öfter den Unmut der Zuschauer zu und machten durch unnötige und rüde Fouls auf sich aufmerksam. Doch in der 83. Minute durfte noch einmal gejubelt werden als Youngstar Hasret Kayikci, nach Zuspiel von Inka Grings, zum viel umjubelten 4:1 Endstand einschoss. ![]() Trotz ausreichender Bewachung, hier durch Chantal Willers und Jana Teodoridis, konnte sich Simone Laudehr oftmals in Szene setzen In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich TeBe-Trainer Thomas Grunenberg von der zweiten Halbzeit seiner Frauen erfreut. Die erste Halbzeit habe gezeigt, dass die Spielerinnen völlig verängstigt in die Partie gegangen seien, was aber nicht zuletzt daran gelegen habe, dass seine junge Mannschaft kaum Bundesligaerfahrung besitzt. „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich in der Bundesliga ankommen und die Punkte gegen die Vereine holen, die mit uns auf Augenhöhe liegen”, so der Trainer weiter. ![]() Franziska Hagemann versuchte Anne van Bonn ein ums andere Mal am Torschuss zu hindern |
Martina Voss zeigte sich recht zufrieden mit der ersten Halbzeit, obwohl gerade hier viele Torchancen nicht genutzt wurden. „Über die zweite Halbzeit würde ich am liebsten den Mantel des Schweigens legen. Es war arrogant, es war nachlässig, es war fahrlässig und es war ohne Laufbereitschaft und dann verschenken wir auch noch ein Tor. Ich bin richtig stinkig darüber wie sich die Mannschaft hier präsentiert hat,” so die Trainerin weiter und verwies auf die nun folgenden anstrengenden Wochen und fand kein Verständnis dafür, dass die Spielerinnen sich anscheinend nicht für die kommenden Spiele empfehlen wollten. ![]() Hier konnte Annike Krahn noch den Ball von Jana Teodoridis abfangen, später leistete sie sich einen fatalen Fehler
| |