1. Bundesliga, 5. SpieltagRemis im SpitzenspielFCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam 2:2 (1:2) | ||
Text von Marion Kehren 19.10.2009 Kräftemessen in der Frauenbundesliga war heute angesagt! Kein geringerer als der amtierende Deutsche Meister war heute zu Gast beim UEFA-Cup- und Pokalsieger FCR 2001 Duisburg. Die Erwartungen auf beiden Seiten waren groß; denn heute sollte sich zeigen, wo beide Mannschaften leistungstechnisch stehen. Auch das Interesse bei den Zuschauern sowie bei Funk, Fernsehen und der schreibenden Presse war riesengroß; immerhin standen heute 10 A-Nationalspielerinnen auf dem Platz. Potsdam erwischte den besseren Start und fand recht schnell ins Spiel. Bereits nach fünf Minuten hatte Turbine den Führungstreffer auf dem Fuß, als die Ex-Duisburgerin Lira Bajramaj über den halben Platz spurtete und auf ihre Mannschaftskollegin Anja Mittag abspielte. Diese verfehlte aber knapp das gegnerische Tor. ![]() Ihre Chance in der fünften Minute konnte Anja Mittag, die hier von Alexandra Popp verfolgt wird, noch nicht nutzen, später erzielte sie aber den Ausgleich für Potsdam Turbine war präsent und erarbeitete sich einige gute Chancen, doch scheiterten sie meist an der defensiv eingestellten Abwehr der Löwinnen. Dies war aber auch gleichzeitig ein Handicap für die Duisburgerinnen, denn dadurch dass Linda Bresonik heute in der Abwehr stand, fehlt sie natürlich als Ideengeberin im Mittelfeld. So war es auch nicht verwunderlich, dass Inka Grings bis zur 15. Minute nur einmal gefährlich vor dem Turbinentor auftauchte. ![]() Linda Bresonik musste in der Abwehr aushelfen, um Schlimmeres zu verhindern. Duisburg hat ein Abwehrproblem. Bis dato konnte der Weggang von Sonja Fuss nicht kompensiert werden. Hier versucht sie zusammen mit Marina Hegering die Angriffsbemühungen von Anja Mittag und Lira Bajramaj zu unterbinden. Die Turbinen setzen Duisburg mächtig unter Druck und es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie das Führungstor erzielen würden. Just in dieser Drangphase der Potsdamerinnen fiel, wie aus dem Nichts, das 1:0 für den FCR. Jennifer Oster hatte sich an der rechten Außenlinie gegen Corinna Schröder durchgesetzt und auf Femke Maes geflankt, die goldrichtig im Strafraum stand, sie behielt die Übersicht und schoss aus wenigen Metern zum Führungstreffer ein. Die Brandenburgerinnen kämpften munter weiter und dies wurde in der 30. Minute belohnt. Nach einem fatalen Abstimmungsfehler zwischen Marina Himmighofen und Linda Bresonik schnappte sich Corinna Schröder den Ball und spielte diesen auf Anja Mittag ab, die das Leder mit einem satten Volleyschuss aus 20 Metern ins Netz brachte. Knapp zehn Minuten später wurde Marina Hegering gefoult und verlor den Ball. Die Schiedsrichterin Anja Kunick, die in dieser Partie bereits des Öfteren sehr fragwürdige Entscheidungen |
Femke Maes, die hier zwischen Corinna Schröder (links) und Babett Peter den Ball führt, erzielte mit großer Übersicht den Duisburger Führungstreffer. Doch am Ende mussten die Duisburgerinnen mit einem 2:2 zufrieden sein | |
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getroffen hatte, ließ auch hier den Ball weiter laufen. Jennifer Wich schaltete am schnellsten, schnappte sich den Ball und schoss ihn platziert ins rechte obere Eck. Während die Spielerinnen in die Kabinen verschwanden nahmen die Diskussionen über die heutige Schiedsrichterleistung bei den Fans kein Ende. Das Spiel war geprägt von diversen Fehlentscheidungen, späten Schiedssprüchen und mangelndem Durchsetzungsvermögen der Unparteiischen. Selbst bei der anschließenden Pressekonferenz zeigten sich beide Trainer über die Leistung des Schiedsrichtergespannes sehr unglücklich. Sowohl Martina Voss-Tecklenburg als auch Bernd Schröder fanden zu diesem Thema klare Worte und unterstrichen, dass dem gewachsenen Anspruch in der Bundesliga und den Vereinen auch die Qualität der Schiedsrichter steigen müsste, was aber leider oftmals nicht der Fall sei. ![]() Hier eine dieser typischen Szenen am heutigen Tage. Spielerinnen beider Mannschaften sind nicht einverstanden mit der Entscheidung der Unparteiischen Anja Kunick und es kommt zur Rudelbildung. Selbst die beiden Trainer äußerten sich später zu dieser schwachen Leistung. Sind unsere Schiedsrichterinnen allgemein dem wachsenden Druck Überfordert? In der zweiten Halbzeit kam Duisburg etwas besser ins Spiel, obwohl es nach wie vor an Ideen fehlte wie man die gut gestaffelte Potsdamer Abwehr hätte knacken können. Dafür stand aber die Löwinnenabwehr wesentlich sicherer, was nicht zuletzt an der Einwechslung der erst 16-jährigen Luisa Wensing lag. Mit der Zeit bekamen die Duisburgerinnen immer mehr die Oberhand und drängten die Berlinerinnen mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück, aber trotz vieler Tormöglichkeiten wollte das Ausgleichtor nicht fallen. ![]() Luftkampf par excellence! Nationalspielerin Annike Krahn gewinnt den Luftkampf gegen Tabea Kemme. Annemieke Kiesel (links) und Marina Himmighofen können nur zuschauen Zehn Minuten vor Schluss hatte Anja Mittag den 3:1 Siegtreffer auf dem Fuß, doch der halbherzige Schuss war kein Problem für Uschi Holl im Duisburger Tor. Das Auslassen dieser Großchance wurde bitter bestraft; denn drei Minuten später nutzte Inka Grings eine Nachlässigkeit in der Potsdamer Abwehr gnadenlos aus und haute den Ball zum 2:2 in die Maschen. Bei diesem Spielstand blieb es auch bis zum Abpfiff. Beide Trainer zeigten sich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis, nicht allerdings |
mit der Leistung ihrer Mannschaft. „Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit aus der Hand gegeben. Mein Team ist noch nicht richtig eingespielt und es fehlt daher noch in der Endkonsequenz die Routine und das Zusammenspiel. Wir sind zwar nicht enttäuscht und können mit dem 2:2 leben, aber natürlich hätten wir lieber alle Punkte mitgenommen,” so Bernd Schröder zum Abschluss.
Martina Voss-Tecklenburg wollte erst gar nicht wissen wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn Turbine aus dem Vollem geschöpft hätte. „Wir haben noch einige Baustellen, an denen wir arbeiten müssen. Mit dem Ergebnis müssen wir heute zufrieden sein, mehr war nicht drin. Unser Fehler war heute, dass wir ständig gegen die Dreierkette gelaufen sind anstatt diese auszuspielen. Unser Glück war aber auch, dass Potsdam gegen Ende der Partie ihr schnelles und flexibles Spiel nicht mehr aufrecht halten konnte.” Nachdenklich äußerte sich die Trainerin anschließend aber auch zu der Fitness der Nationalspielerinnen: „Heute konnte man sehr gut erkennen, wer in Finnland viel und wer wenig gespielt hat. Einige Spielerinnen sind noch recht müde.”
![]() Lira Bajramaj fühlt sich wohl in Potsdam und hat sich gut in die Mannschaft integriert. Gegen ihre ehemaligen Kolleginnen lieferte sie ein gutes Spiel. (v.l.n.r. Jessica Wich, Lira Bajramaj, Marina Hegering, Alexandra Popp)
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