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1. Bundesliga, 15. Spieltag

Duisburg vorübergehend Tabellenführer

FCR 2001 Duisburg – FF USV Jena 3:0 (1:0)

Text von Sandra Kunschke

07.03.2010   Der FCR Duisburg hat die Zwangspause von Turbine Potsdam genutzt und sich vorübergehend die Tabellenspitze ergattert. Bei herrlich sonnigem Winterwetter siegte der FCR Duisburg zuhause mit 3:0 über den FF USV Jena. Die Partie wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes nicht wie gewohnt im PCC-Stadion in Duisburg-Homberg, sondern auf dem Kunstrasenplatz an der Mündelheimerstraße in Duisburg-Hüttenheim ausgetragen.

Dank der vielen freiwilligen Helfer beim FCR, der Geschäftsstellen-Mitarbeiter und einem Gegner, der sich mit der Alternative Kunstrasenplatz anfreunden konnte, konnte die Partie in weniger als 24 Stunden auf einen anderen Platz verlegt und ausgetragen werden. Hut ab vor dieser organisatorischen Glanzleistung!

Elena Hauer und Simone Laudehr
handgemalt
fliegendes Zelt

Drei Beispiele für widrigen Bedingungen und die Improvisationskunst der Veranstalter: Oben Elena Hauer und Simone Laudehr auf einer eher ungewöhnlichen Ersatzbank, in der Mitte das Schild zur Pressekonferenz, unten die "Stadionsprecherkabine", deren Zelt zwischendurch mal eben wegflog

Bilder: Marion Kehren

Der Tabellenzweite aus Duisburg, der aufgrund diverser verletzter Spielerinnen seine Aufstellung umbauen musste, kam nicht gut in die Partie und tat sich sichtlich schwer gegen die Thüringerinnen. Jena versuchte von Anfang an die Räume so eng wie möglich zu machen und spielte daher sehr defensiv, was den Löwinnen zu Beginn ganz schön zu schaffen machte. Lange konnte Jena die Partie offen halten, vor allem Dank der guten Leistung ihrer Torhüterin Jana Burmeister.

Im Gegensatz zu der Partie in Essen, ließ sich Duisburg dieses Mal nicht so leicht aus der Ruhe bringen, spielte konzentriert weiter und lauerte auf seine Chance. Auf beiden Seiten gab es daher in der ersten Halbzeit kaum Torszenen zu vermelden und so war es eine Standardsituation, die die Wendung brachte.

Kozue Ando

Kozue Ando traf nicht nur heute zum ersten Mal in einer BuLi-Partie, sie war auch heute die beste Spielerin bei den Duisburgern

Bild: Volker Nagraszus

Nach einer Ecke von Irini Ioannidou konnte Jenas Melanie Groll noch auf der Linie klären. Doch das anschließende


Annike Krahn und Irini Ioanidou

Heute wieder ein fester Bestandteil in der Abwehr der Löwinnen Annike Krahn, hier mit Irini Ioanidou gegen Sylvia Arnold

Bild: Volker Nagraszus

Durcheinander im Strafraum nutzte Duisburgs Neuzugang Kozue Ando aus und traf, in der 38. Minute, aus kurzer Distanz zur 1:0 Führung für die Löwinnen. Dies war übrigens ihr erstes Tor in der Bundesliga.

Nach Wiederanpfiff verstärkte Duisburg seine Bemühungen und erarbeitete sich mehr Freiräume, da Jena den Abwehrriegel ein wenig löste. In der 50.Minute scheitert Femke Maes mit ihrem Kopfball an der Latte. Gut vier Minuten später erreichte ein schöner Pass von Ando die gut positionierte Jennifer Oster auf der rechten Seite, die völlig frei stand und sicher zum 2:0 verwandelte. Jena bemühte sich sichtlich, aber kam weiterhin kaum gefährlich vor das Tor von Uschi Holl.

Inka Grings

Kapitänin (Grings) gegen Kapitänin (Hartmann), von beiden Spielerinnen war heute wenig zu sehen

Bild: Volker Nagraszus

Trotz Auswechslung der Kapitänin und Nationalspielerin Inka Grings blieben die Löwinnen weiter am Drücker. Diese Übersicht wurde durch den zweiten Treffer von Jennifer Oster in der 76. Minute belohnt. Diesmal wurde Oster von Femke Maes gut in Szene gesetzt und traf aus ähnlicher Position wie zuvor.

In der Schlussphase kam Jena noch mal in Fahrt und hatte noch einige gute Chancen u.a. durch Genoveva Anonma. Diese hatte die größte Möglichkeit noch den Anschlusstreffer zu erzielen, aber sie verzog den Ball. Unterm Strich steht ein verdienter Sieg für die Duisburgerinnen.

Genoveva Anonma gegen Annemieke Kiesel

Eine der ganz wenigen Torszenen für Jena, Genoveva Anonma kommt hier gegen Annemieke Kiesel zu einem Schuss, der aber nichts einbrachte

Bild: Marion Kehren

Bei der anschließenden Pressekonferenz bedankte sich Martina Voss-Tecklenburg ausdrücklich nochmals bei Trainerin Heidi Vater für ihr Entgegenkommen und die Möglichkeit das Spiel auf Kunstrasen zu verlegen. „Es ist nicht unbedingt üblich, dass man diese Entscheidung mit trägt, deshalb bin ich besonders froh, dass Jena zugestimmt hat. Ich habe meine Mannschaft im Vorfeld gewarnt, dass es wieder ein Geduldsspiel werden würde und diese Mal wurden sie nicht nervös oder gar ungeduldig.”


Trainerin Heidi Vater konnte mit dem Ergebnis gut leben. „Nach dieser langen Trainingsphase und so vielen Spielausfällen ist man erst einmal froh, wenn wieder Wettkampf auf dem Plan steht. Das Spiel nach vorne wurde kläglich vermisst, daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten, um uns gegen ebenbürtigen Mannschaften durchsetzen zu können.”

Faustabwehr

Ein ums andere Mal war Keeperin Jana Burmeister der große Rückhalt der Gäste, wie hier bei dieser Faustabwehr unterstützt von Julia Arnold gegen Femke Maes und Annike Krahn

Bild: Volker Nagraszus

Nun kann der FCR sich voll und ganz auf die beiden Champions-League Spiele gegen Arsenal London konzentrieren. Die Mannschaft und die Verantwortlichen bauen auf die Unterstützung der Fans und rufen nochmals alle auf, am Mittwoch dem 10. März 2010, um 19.30 Uhr in die MSV Arena zu kommen und sich dieses Highlight nicht entgehen zu lassen.

Irini Ioanidou

Nach langer Verletzungspause wieder im Kader: Irini Ioanidou

Bild: Volker Nagraszus



FCR 2001 Duisburg:
Holl - Wensing, Oster, Kiesel (70. Kayikci), Grings (70. Prießen), Bresonik, Krahn, Maes, Ioannidou (56. Knaak), Popp, Ando

FF USV Jena:
Burmeister - J. Arnold, Utes, Schmutzler (85. Seiler), Höfer, Hartmann, Radtke, S. Arnold, Groll, Milde, Anonma

Tore:
1:0 Ando (38.)
2:0 Oster (54.)
3:0 Oster (76.)

Gelbe Karten: Utes J. Arnold

Schiedsrichterin: Christina Jaworek (Rötsweiler)
mit Miriam Dietz und Moiken Reichert

Zuschauer: 753


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