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1. Bundesliga, 12. Spieltag

Sieg trotz Unterzahl

FCR 2001 Duisburg – Hamburger SV 4:0 (2:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

13.12.2009   Bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgte der FCR 2001 Duisburg (ohne die Verletzten Marina Hegering, Alexandra Popp und Elena Hauer) mit dem ersten Sieg in der Rückrunde dafür, dass man nun die Winterpause punktgleich hinter Turbine Potsdam auf Rang 2 verbringen wird. Trotz Unterzahl des FCR, ab der 58. Minute, schaffte es der Hamburger SV nicht sich Vorteile zu erarbeiten bzw. das Spiel noch zu wenden.

Die Partie begann relativ zerfahren und war in der Anfangsphase durch Nervosität und diverse Unsicherheiten beider Mannschaften geprägt und spielte sich daher zumeist im Mittelfeld ab. In der siebten Minute setzte Simone Laudehr eine erste Duftmarke gen Hamburger Tor, als sie nach toller Vorarbeit von Turid Knaak den Ball knapp über das Tor zimmerte. Der HSV störte den Aufbau der Hausherrinnen recht früh und diese hatten merklich Probleme ihr Spiel aufzuziehen. So entpuppte sich der HSV als ein unbequemer Gegner, der überall und nirgends vorzufinden war.

Lusia Wensing, Turid Knaak, Nina Jokuschies

Der FCR Duisburg war heute mit einigen Nachwuchsspielerinnen angetreten, hier startet ganz links die 16-jährige Luisa Wensing, in der Mitte die 18-jährige Turid Knaak im Zweikampf mit Nina Jokuschies

In der 15. Minute war es mal wieder die Torschützenkönigin der letzten Saison Inka Grings, die nach toller Vorarbeit von Jennifer Oster, den Ball im Netz unter brachte. Doch auch diese 1:0 Führung sorgte nicht für die erhoffte Sicherheit im Spiel der Duisburgerinnen. Zwar hatte Duisburg mehr Spielanteile zu bieten, doch die Hanseatinnen hielten munter dagegen. Es war nicht zu übersehen, dass die Rückkehr von Kim Kulig der Mannschaft gut tat, immer wieder wurde sie von ihren Mitspielerinnen als Anspielstation gesucht.

Kim Kulig, Inka Grings, Janina Haye

Kim Kulig links, und Janina Haye (verdeckt) passen auf Inka Grings auf

Nach einem unglücklichen Zusammenprall von Ana-Maria Crnogorcevic und Nina Jokuschies, blieb diese mehrere Minuten benommen liegen, konnte später aber wieder weiter spielen. Dies schien aber auch gleichzeitig der Weckruf für ihre Kolleginnen gewesen zu sein; denn nach 28 Minuten hatte der HSV seine bis dato beste Phase.

Inka Grings, Jennifer Oster

Inka Grings (links) und Jennifer Oster im Zusammenspiel. FanSoccer gratuliert Inka Grings an dieser Stelle sehr herzlich zur Wahl zur Fußballerin des Jahres in NRW, die vor wenigen Tagen bekannt gegeben wurde!

Erst fand eine schöne Hereingabe von Heike Bettina Freese in den Duisburger Strafraum keinen Abnehmer, kurze Zeit später schnappte sich die gut aufgelegte Crnogorcevic den Ball und spurtete von Höhe des eigenen 16ers bis zur Strafraumgrenze des FCR, ohne nur ein einziges Mal in Bedrängnis gebracht zu werden. Die anschließende Hereingabe konnte aber durch die gut positionierte FCR Abwehr eliminiert werden.


Inka Grings vs. Kim Kulig

Zwei, die das Spiel prägten im Kopfballduell: Inka Grings (links) erzielte zwei Tore für den FCR Duisburg, Kim Kulig war wichtige Anspielstation beim Hamburger SV

In der 34. Minute folgte ein regelrechter Dauerbeschuss auf das Tor der Hamburgerinnen, allerdings ohne zählbaren Erfolg für die Elf von Marina Voss-Tecklenburg. Gleich vier Spielerinnen (Grings, Oster, Maes und Knaak) schafften es nicht, das runde Leder aus kürzester Distanz über die Torlinie zu bugsieren. Kurz vor der Halbzeit jedoch sorgte Laudehr mit einem wunderschönen Heber für die beruhigende 2:0 Führung.

Tor Simone Laudehr

Cool hob Simone Laudehr (ganz links) den Ball über Nina Brüggemann und Keeperin Bianca Weech zum 2:0 ins Tor des HSV

Nach der Halbzeit war das Spiel unverändert. Der HSV mühte sich und zeigte sehenswerte Kombinationen über die Achse Jokuschies, Ewers und Crnogorcevic, doch spätestens in der gut eingestellten Abwehr um Annike Krahn und Linda Bresonik war Schluss. Auf Duisburger Seite ließ Turid Knaak die 1.092 Zuschauer im PCC Stadion aufhorchen. Die 18-jährige zeigt weiter aufsteigende Form und bediente ein ums andere Mal Inka Grings mit hervorragend platzierten Pässen.

Turid Knaak vs. Nina Brüggemann

Nachwuchs auf beiden Seiten: die 18-jährige Turid Knaak im Zweikampf mit Nina Brüggemann, die zwei Tage zuvor ihren 16. Geburtstag feierte

In der 58. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst sah Laudehr, nach einem völlig harmlosen Foul, die gelbe Karte. Doch als diese der Unparteiischen noch etwas sagen wollte, zückte Katrin Rafalski unmissverständlich die gelbrote Karte und die Nationalspielerin musste den Platz, wegen Meckerns, gänzlich verlassen. Doch anstatt die Löwinnen den Kopf in den Sand steckten, zeigten sie ihre Zähne. „Das zeigt die Qualität der Mannschaft, die in Unterzahl nicht das Ergebnis verwaltet, sondern weiter versucht Tore zu erzielen”, so Duisburgs Trainerin später auf der Pressekonferenz.

Simone Laudehr

Diskussionsbedarf nach der gelbroten Karte: Simone Laudehr in der Mitte zwischen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg und Co-Trainer Marco Ketelaer

Was die Trainerin damit gemeint hatte, zeigte sich bereits in der 65. Minute, als wieder Oster Grings hervorragend bediente und diese mühelos das 3:0 markieren konnte. Damit wurde auch sogleich der Spielverlauf der letzten Minuten völlig auf den Kopf gestellt, denn der HSV war zuvor guter Dinge, den Anschlusstreffer zu erzielen.

Zwölf Minuten vor Schluss feierte die eingewechselte Eunice Beckmann einen Einstand nach Maß. Es war ihr dritter Ballkontakt, als diese auf Oster flankte, die daraufhin die im Strafraum stehende Inka


Grings bediente. Der Abklatscher von HSV-Torhüterin Bianca Weech landete vor die Füße von Beckmann, die mit einem strammen und gut platzierten Schuss den späteren Endstand zum 4:0 herstellte. „Ich freue mich für Eunice. Sie hat ihr Tor sogar selbst vorbereitet und es ist ihr erstes Pflichtspieltor”, so Voss-Tecklenburg über die 17-jährige Nachwuchsspielerin.

Eunice Beckmann

Die 17-jährige Eunice Beckmann konnte sich über ihr erstes Tor in der 1. Bundesliga freuen

Hamburgs Trainer Achim Feifels Resümee fiel nach dem Spiel recht nüchtern aus: „Wir hatten Möglichkeiten genug, unser Problem war es, den Ballbesitz zu nutzen und den letzten entscheidenden Pass zu bringen. Es fehlte die Entschlossenheit und der letzte Wille, stattdessen sind wir immer wieder in Konter reingelaufen. Die abgefälschten Bälle sind zu häufig bei Inka Grings gelandet. So eine Spielerinnen darf man sich nicht lösen und Tempo aufnehmen lassen.”

Achin Feifel

Hamburgs Trainer Achim Feifel nach dem Spiel bei der Pressekonferenz


FCR 2001 Duisburg:
Holl – Wensing (54. van Bonn), Prießen (75. Himmighofen), Oster, Knaak (75. Beckmann), Kiesel, Grings, Bresonik, Laudehr, Krahn, Maes

Hamburger SV:
Weech – Jokuschies, Ewers, Crnogorcevic, Saländer (67. Zweigler), Freese (75. Petermann), Haye, Schubert, Kulig, Lübcke (75. Wübbenhorst), Brüggemann

Tore:
1:0 Grings (15.)
2:0 Laudehr (45.)
3:0 Grings (65.)
4:0 Beckmann (78.)

Gelbe Karten: Crnogorcevic

Gelbrote Karte: Laudehr (wegen Meckerns)

Schiedsrichterin:Katrin Rafalski (Bad Zwesten)
mit Sabine Stadler und Susanne Luft

Zuschauer: 1.092


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