1. Bundesliga, 15. Spieltag"Gefühlte 100 Fehlpässe"FCR 2001 Duisburg 1. FFC Frankfurt 0:2 (0:1) | ||
Text von Marion Kehren 21. März 2010 Viel stand für beide Mannschaften auf dem Spiel. Für Frankfurt ging es darum die Minimalchance auf Platz zwei in der Tabelle im Auge zu halten um somit die Nähe zu den Champions League- Plätzen zu wahren. Duisburg hingegen durfte sich nun keinen Ausrutscher mehr erlauben, um den Deutschen Meister Turbine Potsdam, der noch zwei Nachholspiele hat, in Schlagdistanz zu halten. Bereits unter der Woche bei der Nachholpartie gegen TeBe Berlin hatte Duisburgs Kapitänin Inka Grings gewarnt: „Mit dieser Leistung werden wir gegen Frankfurt nicht bestehen können.“ … und wie Recht sie hatte sollte sich beim Topspiel zeigen! Die mehr als 2.000 Zuschauer sahen einen eindeutig besseren Start für die Frankfurterinnen. Bereits in der 4. Spielminute zog Sandra Smisek aus halb linker Position aufs Tor ab, Krahn konnte den Ball noch abfälschen. Danach spielte sich die Partie zunächst im Mittelfeld ab. Frankfurt störte früh den Aufbau der Löwinnen und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe. Dank einer „Doppelbewachung“ für Grings durch Bartusiak und Hingst wurde die Kapitänin des FCR fast gänzlich ausgeschaltet. Zudem hatte Simone Laudehr mit Alexandra Krieger eine Bewacherin an ihrer Seite, die ihr das Leben während der gesamten Partie sehr schwer machte. Der FCR konnte sich nur mäßig aus den Fesseln des Rekordmeisters lösen; denn zu einfältig war die Spielweise des FCR und zu ungenau die gespielten Pässe.
Das ständige Duell Alexandra Krieger gegen Simone Laudehr. Die Amerikanerin schaltete die Nationalspielerin fast komplett aus Frankfurt setzte sein Pressing fort und hatte in der 14. Minute die bis dato beste Möglichkeit in Führung zu gehen, als Petra Wimbersky über links eine schöne Hereingabe auf die rechts im Strafraum stehende Kerstin Garefrekes zirkelte, diese aber völlig ungehindert über das Tor köpfte. Drei Minuten später die allererste Angriffsbemühung der Löwinnen überhaupt, als Kiesel auf Laudehr flankte. Der herein fliegende Ball wurde schön von der Nationalspielerin aufgenommen, aber leider befand sich diese auch im Abseits und die Chance verpuffte im Nichts. Nach einem fast unscheinbar erscheinenden Trikotzupfer von Popp an Garefrekes wurde Frankfurt ein Freistoß zugesprochen, den Neuzugang Sara Thunebro gekonnt ins Duisburger Netz zirkelte.
Diese beiden Akteurinnen Kerstin Garafrekes und Alexandra Popp bildeten die „Grundlage“ zum Führungstreffer der Hessinnen Wie ein Weckruf schien dieser Rückstand nun auf die Löwinnen zu wirken und sie erwachten aus ihrer Lethargie. Binnen weniger Minuten hatte der FCR gleich eine Vielzahl von hochkarätigen Torchancen durch Grings, Laudehr und Kiesel vorzuweisen. Die wohl beste Möglichkeit hatte dabei Femke Maes auf dem Fuß, aber die sonst so sichere Torschützin traf nur die Querlatte. Danach verflachte der Sturmlauf der Löwinnen zusehends und Frankfurt hatte Duisburg bis zum Halbzeitpfiff weiterhin gut unter Kontrolle.
Eine der wenigen Angriffsmöglichkeiten in der Laudehr sich von Krieger lösen konnte, scheitert aber letztendlich an FFC Torhüterin Nadine Angerer |
Diese beide hatten sich heute besonders „lieb“. Inka Grings wurde von Bartusiak/Hingst so gut bewacht, dass diese kaum Freiraum hatte. Hier versucht Inka Grings Saskia Bartusiak den Ball abzujagen | |
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Die zweite Halbzeit begann so wie die erste aufgehört hatte. Der FFC mit wesentlich mehr Spielanteilen und agiler, hatte die Hausherrinnen stets im Griff. Die Hessinnen waren zweikampfstark, stets präsent, störten weiterhin früh und Duisburg verlor mehr und mehr die Konzentration. So nahmen die eh schon vielen Fouls und Reibereien weiterhin zu und so mancher Zuschauer war wohl der Meinung, dass die Unparteiische mehr hätte durchgreifen müssen oder lieber zweimal hingeschaut hätte. Der endgütige K.O.-Schlag für die Löwinnen erfolgte in der 63. Minute als Thunebro sich dieses Mal als Vorbereiterin in Szene setzte und ungehindert auf die unmittelbar vor dem Tor stehende Dzsenifer Marozsán flanke. Torhüterin Uschi Holl wie auch Abwehspielerin Alexandra Popp reagierten einen Tick zu spät und es stand 0:2 aus Sicht der Duisburgerinnen.
Selbst die sonst so torgefährliche Belgierin Femke Maes hatte ihre liebe Mühe sich gegen Alexandra Krieger und Dzenifer Marozsán durchzusetzen Danach war es nur noch ein Spiel auf ein Tor und zwar auf das der Duisburgerinnen. Unter den Augen u. a. der gesamten Mannschaft Potsdams, Nationaltrainerin Silvia Neid, Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers sowie diversen Spielerinnen der ersten und zweiten Liga erarbeitete sich Frankfurt Chance um Chance und hatte durch Conny Pohlers und Kerstin Garefrekes noch einige Möglichkeiten das Resultat in die Höhe zu schrauben. Am Ende verlor Duisburg nach fast einem Jahr wieder einmal im heimischen Stadion und muss damit eine Niederlage einstecken, die im Kampf um die Deutsche Meisterschaft noch bitter aufstoßen könnte.
Neuzugang Sara Thunebro ist für Frankfurt eindeutig eine Bereicherung und stellte dies in dieser Partie vermehrt unter Beweis. Sie sich durch nichts und niemanden aufhalten, auch nicht durch eine Nationalspielerin wie Linda Bresonik. Frankfurts Coach Sven Kahlert war überglücklich und konnte seiner Mannschaft ein dickes Lob aussprechen. „Wir haben uns intensiv auf dieses Spiel vorbereitet und unsere Taktik etwas umgestellt. Dieses Mal haben wir was Neues gemacht und nicht mehr offensiv sondern defensiv gestandnen, die Räume eng gemacht und den Gegner kommen lassen. Wir haben unsere Torchancen genutzt und mit der Formation relativ wenig zugelassen.“
Gelb für Luisa Wensing nach einem angeblichen Foul an Birgit Prinz sorgte für Verständnislosigkeit in den Gesichtern der Löwinnen |
FCR Trainerin Martina Voss-Tecklenburg sah das Ganze mit etwas anderen Augen:“ Ich glaube nicht, dass die Niederlage nur an einem geordneten Frankfurter Aufbau fest zu machen ist. Ich glaube eher, dass es an den gefühlten 100 Fehlpässe lag und den vielen Fehlern im Spielaufbau. Selbst die einfachsten Bälle wurden nicht präzise gespielt. Wir haben viel zu viel durch die Mitte gespielt anstatt über die Außenpositionen und wenn man auch noch unsinnig die Bälle verliert und den Gegner anspielt muss man sich nicht wundert, wenn auf der anderen Seite die Tore fallen. Natürlich kam auch noch Pech dazu, als uns ein glasklarer Elfmeter nicht zugesprochen oder diverse Fouls nicht geahndet wurden.“
Die vermeindlich umstrittenste Szene kurz vor Schluss der Partie als Kerstin Garefrekes Simone Laudehr im 16er foult
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