1. Bundesliga, 3. SpieltagRevierderby ohne „Reviercharakter”FCR 2001 Duisburg – SG Essen-Schönebeck 2:0 (2:0) | ||
Text von Marion Kehren 04.10.2009 Das viel erwartete Revierderby blieb aus! Stattdessen mühten sich müde Löwinnen, in einer recht einseitigen Partie, gegen einen völlig geschwächten Reviernachbarn zu einem 2:0 Arbeitssieg. „Hätte man mir vorher gesagt wir würden mit 2:0 verlieren, hätte ich dies ohne mit der Wimper zu zucken unterschrieben und wäre zu Hause geblieben”, so die nüchterne Bilanz von Essens Trainer Ralf Agolli. Die Zeichen für dieses Nachbarschaftsduell waren bereits im Vorfeld äußerst schlecht. Den Duisburgerinnen stecke die anstrengende Reise nach Weißrussland noch in den Knochen, hatten sie doch gerade einmal einen Tag zum Verschnaufen. Aber auch Essen hatte es schwer am heutigen Tage. Neben den eh schon sechs Ausfällen kamen auch noch zwei Abstellungen für den an diesem Wochenende laufenden U17 Länderpokal dazu. So musste Ralf Agolli zusätzlich auf Sofia Nati und Kyra Malinowski verzichten. Doch es traf Essen noch schwerer; denn in der Aufwärmphase zog sich Stürmerin Stefanie Weichelt eine Zerrung zu. ![]()
Essens Trainer Ralf Agolli zeigte sich bei der anschließenden Pressekonferenz sichtlich enttäuscht und äußerte auch seinen Unmut gegenüber dem Verband bezgl. der Spielerinnenabstellung für den U17 Länderpokal
Bereits nach drei Minuten zeigte der FCR Duisburg, wer hier in der Anfangsphase die Spiel bestimmende Mannschaft sein sollte. Eine sehenswerte Flanke von Simone Laudehr auf die wartende Marina Hegering die wiederum auf Turid Knaak verlängerte konnte Lisa Weiss, im Essener Tor, noch abwehren. Die Essenerinnen hielten dem Duisburger Druck tapfer Stand, tauchten aber selber kaum in der gegnerischen Hälfte auf. In Minute 20 klingelte es das erste Mal im Essener Tor. Nach einem weiten Abschlag von Duisburgs Torhüterin Uschi Holl, in die gegnerische Hälfte, schnappte sich Grings den Ball und spurtete los. Essens Abwehrspielerin Nadine Kraus konnte nicht folgen und so schob Inka in aller Seelenruhe den Ball zur 1:0 Führung ein. ![]() Keeperin Lisa Weiss war heute die beste Essener Akteurin auf dem Platz, aber hier beim 1:0 durch Inka Grings blieb sie chancenlos Kaum sechs Minuten später brachte eine wunderschöne belgisch-niederländische Kombination bereits den Endstand. Femke Maes spielte den Ball aus dem Essener Strafraum zurück auf Annemieke Kiesel und diese hämmerte mit einem Distanzschuss (aus ca. 25 Metern) den Ball ins gegnerische Netz. Danach verflachte das Spiel zusehends. Als Trainer Ralf Agolli auch noch Caroline Hamann verletzungsbedingt auswechseln musste war klar, dass die SGS nur noch darauf bedacht war, keinen höheren Rückstand zu kassieren und die Elf von Martina Voss-Tecklenburg spielte nun Kräfte schonend die Minuten runter. In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel. Beide Mannschaften mühten sich eher über die Zeit als noch einmal Akzente zu setzen. Duisburg hatte zwar noch vermehrte |
Mit dem wirklich allerletzten Aufgebot versuchten die Essenerinnen ihr Tor hermetisch abzuriegeln und die drohende Niederlage in Grenzen zu halten | |
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Torchancen durch Kiesel, Knaak, Maes und Grings, konnte aber keine davon nutzen. Essen schaffte seinen ersten und gleichzeitig einzigen Angriff in der 78. Minute durch den Ex-Duisburger Neuzugang Stephanie Goddard, den Holl aber ohne Mühe halten konnte. Großen Anteil daran, dass die Essener Niederlage nicht höher ausfiel, hatte Torhüterin Lisa Weiss, die sich heute nicht 100%ig auf ihre Abwehr verlassen konnte. Lediglich Vanessa Martini und Ina Mester versuchten das ein oder andere Mal für Entlastung zu sorgen. ![]() Sichtlich viel Spaß im Zusammenspiel hatten die beiden Duisburger Youngstars Turid Knaak (links) und Marina Hegering (rechts) gegen ihre Exkollegin Vanesa Martini. Essens Kapitänin Melanie Hoffmann kann nur noch zusehen. Viel interessanter war daher die anschließende Pressekonferenz, in der beide Trainer nicht mit Kritik an dem gleichzeitig geführten Länderpokal sparten. Agolli zeigte sich überaus enttäuscht darüber, dass der Verband sein Versprechen nicht eingehalten habe und ihm in der prekären Situation die beiden Spielerinnen Nati und Malinowski nicht zur Verfügung stellte, die er so bitternötig gebraucht hätte. „Es ist mir schon klar, dass diese Sichtungen wichtig sind und wir brauchen auch nicht darüber zu sprechen, dass jeder Ligist Spielerinnen abstellen muss. Aber wenn im Vorfeld etwas anderes ausgemacht wurde, sich aber dann keiner erinnern kann ist das schon traurig”, so der Essener Trainer weiter. Mit diesem schlechten Saisonstart bleibe Essen nun nichts anderes übrig als Schadensbegrenzung zu betreiben und die Punkte gegen gleichstarke Gegner einzufahren. ![]() Annemieke Kiesel macht heute ein hervorragendes Spiel und kann in dieser Szene Melanie Hoffmann enteilen Martina Voss-Tecklenburg war sichtlich froh, dass ihre völlig erschöpfte Mannschaft trotz des unglücklichen Termins einen Sieg eingefahren hat. „Wir haben bewusst nur einmal gewechselt, damit unsere 2. Mannschaft für das Spiel gegen Frankfurt II überhaupt ein Team aufstellen kann. Denn auch wir müssen diversen Abstellungen für den Länderpokal verkraften. Die jungen Mannschaft ist noch nicht in der Lage die ganzen Ausfälle zu kompensieren und so wird jede Duisburger Spielerin an diesem Wochenende zu ihrem Einsatz kommen”, so Voss-Tecklenburg weiter. |
![]() Stephanie Goddard hatte heute die einzige Torchance für Essen auf dem Fuß, hier kann Annike Krahn sie noch abfangen Das nächste Spiel bestreiten die Löwinnen bereits am Mittwoch in Oberhausen; denn da findet das Rückspiel der UEFA Women´s Champions League gegen Universitet Vitebsk statt. Der Einzug ins Achtelfinale scheint allerdings schon gesichert, da Duisburg das Hinspiel mit 5:1 für sich entscheiden konnte. Am Samstag steht allerdings auch schon die nächste Reise an, dann geht es per Bus nach Jena wo am Sonntag das Ligaspiel stattfindet. ![]() Nationalspielerin Simone Laudehr mußte später wegen Erschöpfung ausgewechselt werden, spielte aber dennoch eine gute erste Halbzeit, hier gegen die Ex-Duisburgerin Marlene Kowalik
FCR Duisburg:
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