. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



1. Bundesliga, 11. Spieltag

Torgala in grünweiß

FCR 2001 Duisburg – FC Bayern München 7:0 (3:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

06.12.2009   „Unser Spiel war heute nicht nur schlecht sondern miserabel! Wir haben heute so gut wie keine Zweikämpfe gewonnen und sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Man hat deutlich gesehen, dass wir meilenweit von der Bundesligaspitze entfernt sind, meine Mannschaft ist einfach platt,” so der völlig bediente Bayerntrainer Günther Wörle.

Was war passiert? Die Partie, die Anfang der Saison noch so hoch gehändelt wurde, stand nach den Niederlagen in den letzten Spielen bereits im Vorfeld unter keinem guten Stern für die Münchner. Zwar konnten sie mit dem Comeback von Melanie Behringer einen kleinen Lichtblick am Fußballhimmel erhaschen, doch ansonsten blieben die Bayern weithin saft- und kraftlos.

Prüfender Blick
Ausbesserung am Platz

Die beiden Linienrichterinnen am heutigen Tage, Marina Wozniak und Christiana Jaworek, prüften lange den Zustand des Rasens, der letztendlich an einigen Stellen mit Sand ausgebessert werden mußte

Im Gegensatz dazu stand der FCR Duisburg nach dem unerwarteten Unentschieden gegen Saarbrücken und dem Auswärtssieg in Freiburg frisch und munter auf dem Rasen. Das Spielfeld hatte heute übrigens seinen ganz besonderen Charme! Schwer bespielbar und völlig aufgeweicht vom Regen der letzten Tage wies es doch, am Ende der Partie, eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Acker auf.

Schon in der Anfangsphase hatten die Münchner merklich Probleme ins Spiel zu kommen. Duisburg drängte die Gäste komplett in ihre eigene Hälfte zurück. Der erste nennenswerte Angriff der Löwinnen führte alsgleich zur 1:0 Führung durch Marina Hegering, die vorbildlich von Luisa Wensing über rechts bedient worden war.

Marina Hegering vs. Carina Wenninger

Marina Hegering, hier enteilt sie Carina Wenninger, machte heute ein hervorragendes Spiel und krönte ihre Leistung mit einem Tor

München kam weiterhin nicht zum Zuge und so schepperte es in der 13. Minute bereits zum zweiten Male im Tor der Gäste. Ausgangspunkt dieses Mal war ein wunderschöner Pass von Femke Maes auf die im Torraum stehende Inka Grings. Diese scheiterte zwar im ersten Versuch noch an der Ex-Duisburger Torfrau Kathrin Längert, konnte aber den Abpraller schlussendlich einköpfen. Die frühen Tore ließen bereits Böses erahnen; denn es dauerte bis zur 24. Minute!!! bis die Münchnerinnen, durch Melanie Behringer, überhaupt den ersten Schuss aufs Duisburger Tor abgeben konnten.

Tor Inka Grings

Der Torhunger dieser Frau ist einfach nicht zu bändigen! Hier vollendet Inka Grings zum zwischenzeitlichen 2:0. Nina Aigner, Stefanie Mirlach und Kathrin Längert hatten nicht mit dem Hauch einer Chance.

Das Spiel blieb weiterhin fest in der Hand des FCR, München brachte über weite Strecken keinen konstruktiven Spielaufbau zustande. Dazu kamen noch die vielen


Tor Simone Laudehr

Das war bereits das 3:0 durch Simone Laudehr, Kathrin Längert am Boden und Sandra de Pol ratlos

Ballverluste bei Zweikämpfen und die individuelle Fehler im Mittelfeld, sodass es den Löwinnen auch nicht sonderlich schwer gemacht wurde ihr Spiel weiterhin aufzuziehen. Die wenigen Angriffsbemühungen durch Melanie Behringer, Julia Simic und Mandy Islacker wurden meist im Keim erstickt oder fanden ihr jähes Ende spätestens an der gut positionierten Duisburger Abwehr. Den Schlusspunkt in der ersten Halbzeit setzte Laudehr, als sie nach einem ungestörten Lauf über das halbe Spielfeld den Ball ins linke obere Eck platzierte.

Melanie Behringer

Groß war die Freude über die Rückkehr nach langer Verletzungspause von Nationalspielerin Melanie Behringer, aber auch sie war machtlos gegen den Duisburger Express

Als in der Halbzeit Mandy Islacker für Tanja Wörle weichen musste, war allen klar, dass es in dieser Partie nur noch um Schadensbegrenzung gehen würde. Zu Anfang hatte man auch noch ein leichtes Gefühl, dass diese Taktik aufgehen könnte. Doch als der FCR-Express, im Gegensatz zu manch anderem Spiel, weiter an Fahrt aufnahm, war es um den Vizemeister gänzlich geschehen.

Mitten im Vorwärtsdrang der Bayern verlor Melanie Behringer den Ball. Marina Hegering schnappte sich diesen, passte auf die rechts stehende Jennifer Oster. Mit einem strammen Schuss von der rechten Strafraumecke eröffnete Oster schlussendlich Runde 2 der FCR-Torgala.

Jennifer Oster

Jennifer Oster glänzte mit ihren Flankenläufen und lies sich auch nicht lange bitten selber ein Tor zu schießen

Es ist nicht so als hätte Duisburg alleine auf dem Platz gestanden, aber es gab in dieser Partie kaum sehenswerte Aktionen des FC. Die größte Möglichkeit Schadensbegrenzung zu betreiben hatte München als Nina Aigner im Duisburger Strafraum auf Isabell Bachor flankte, doch diese schaffte es aus kürzester Distanz direkt in die Arme von Uschi Holl zu spielen.

Trainer Günther Wörle

Münchens Trainer Günther Wörle war von der Leistung seiner Mannschaft am heutigen Tage restlos bedient!

Holl übrigens hatte an diesem Nachmittag mit Abstand den ruhigsten Job auf dem Feld und hatte alle Mühe, sich bei diesem


nasskalten Wetter halbwegs warm zu halten... Uschi, vielleicht versuchst du es mal mit Taschenwärmern-:) Im direkten Gegenzug klingelte es wieder auf der anderen Seite und Laudehr trug sich zum zweiten Male an diesem Tage in die Torschützenliste ein.

Kathrin Längert

Kathrin Längert im Tor der Bayern hatte heute nicht viel zu lachen, soeben fliegt der Ball zum sechsten Male ins Netz

Nach diesem 5:0 Vorsprung verflachte das Spiel zusehends, der FCR hatte etwas für sein Torverhältnis getan und tat nur noch das Nötigste. München versuchte weiterhin Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber es kam noch dicker! Erst prallten bei einer Abwehraktion Katharina Würmseer und Katharina Baunach so heftig mit den Köpfen zusammen, dass beide benommen liegen blieben und anschließend foulte Sandra de Pol die neu eingewechselte Eunice Beckmann im Strafraum. Grings fackelte nicht lange und verwandelte den fälligen Elfmeter zum 6:0, bevor Linda Bresonik den nächsten Elfer, drei Minuten später, ebenfalls ins Tor von Kathrin Längert hämmerte. Danach war das Spiel nun endgültig gegessen, München hat den Anschluss an die Tabellenspitze nun gänzlich verloren und auch für die Qualifikation zur Champions League dürfte es langsam aber sicher schwer werden. Martina Voss-Tecklenburg war stolz und überglücklich auf ihre Mannschaft, vor allem weil sie dieses Mal über die gesamte Spielzeit hinweg ihr Spiel aufgezogen haben.

Inka Grings und Melanie Behringer

Inka Grings und Melanie Behringer: Symbolcharakter dieses Spiels anhand zweier Nationalspielerinnen! Ohne Worte!

Bild: Marc Richter

FCR 2001 Duisburg:
Holl – Wensing, Prießen, Oster (63. Knaak), Kiesel (67. Hauer), Grings, Bresonik, Laudehr, Krahn, Maes (70. Beckmann), Hegering

FC Bayern München:
Längert – Mirlach, Simic (60. Würmseer), Behringer (70. Baunach), Islacker (46. Wörle), Aigner, Wenniner, Banecki, De Pol, Bachor, Rech

Tore:
1:0 Hegering (11.)
2:0 Grings (13.)
3:0 Laudehr (38.)
4:0 Oster (54.)
5:0 Laudehr (64.)
6:0 Grings (85. FE)
7:0 Bresonik (88. FE)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Miriam Dietz (Bad Sobernheim)
mit Marina Wozniak und Christina Jaworek

Zuschauer: 1.053


Weitere Bilder unter:
www.kapixblog.net


Zur 1. Bundesliga

Zur FanSoccer-Startseite