1. Bundesliga, 21. SpieltagFCS bleibt erstklassig, aber was wird aus Essen?SG Essen Schönebeck - 1. FC Saarbrücken 0:1 (0:1) | ||
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Text und Bilder von Karin Reuter 03. Mai 2010 Mit einem 0:1 Sieg im Stadion "Am Hallo" sicherte sich der Aufsteiger FC Saarbrücken den Klassenerhalt im vorletzten Spiel der Saison 2009/2010. Die SG Essen-Schönebeck hingegen hat es noch nicht geschafft und schwebt weiter zwischen Hoffen und Bangen. Nun fällt am letzten Spieltag die Entscheidung zwischen der SGS und dem FC Freiburg. Dank Schützenhilfe des Reviernachbarn FCR Duisburg kann sich Essen sogar eine 3:0 Niederlage erlauben und wäre dennoch gerettet. Allerdings darf diese Partie nicht auf die leichte Schulter genommen werden; denn für Freiburg geht es genauso um Alles!
Sahra Freutel verfolgt von der 15 jährigen U16 National-Spielerin Jaqueline De Backer, aber Saarbrücken ging mit Doppel- bzw. Dreifachüberwachung vor, so dass das Abhängen einer Spielerin meist nicht reichte. 1.056 Zuschauer waren ins Stadion gekommen um seit dem 06.12.2009 endlich wieder einen Heimsieg ihrer Mannschaft bejubeln zu können, aber es kam alles ganz anders. In einem wahren Wechselbad der Gefühle erlebten die Spielerinnen und Anhänger eben jene Partie als Abbild der ganzen Saison. Da half auch die musikalische Premiere des neuen Vereinssongs nicht weiter um die Mannschaft zu motivieren. "… irgendwo, irgendwie muss der Ball rein, mit der Picke, mit dem Bauch, mit dem Spann muss der Ball rein …" Da fragt man sich doch allen Ernstes: Wer oder was kann den Schönebeckerinnen noch helfen?
"Berufswechsel"? Keeperin Steffi Löhr vor ihrer Einwechselung als Feldspielerin Obwohl die SGS eigentlich recht gut begann, brachte dies keine Sicherheit. Das frühe Gegentor durch die nigerianische Nationalstürmerin Cynthia Uwak in der 8. Minute entstand aus einem leichtsinnigem Ballverlust der SGS und einer präzise gespielten Flanke von Laura Vetterlein. Größt mögliche Chancen, den direkten Ausgleich zu erzielen, hatten im Gegenzug erst Melanie Hoffmann, die allerdings über die Latte schoss, und wenige Minuten später Daniela Löwenberg.
Ausgangspunkt zum 1-0 durch Cynthia Uwak, weder Emily Zurrer noch Lisa Weiß können die Nigerianerin aufhalten Die Schönebeckerinnen hatten zwar die klareren Torchancen und kamen im Minutentakt mit brandgefährlichen Attacken vor das Saarbrücker Tor, |
Cynthia Uwack erzielte das Goldene Tor und hatte allen Grund sich später als Fahnenschwenkerin zu betätigen. |
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scheiterten aber spätestens an Schlussfrau Barbara Legrand oder an ihrem Pech beim Torabschluss. Kein Spiel für schwache Nerven! Somit ging es beim Stand von 0:1 in die Pause. In der Halbzeitpause überreichte DFB Botschafterin Sandra Minnert die Kinderträume-Box, gab Autogramme und Interviews. Was jetzt in der 2. Hälfte folgte, war Abstiegskampf pur. Doch hauptsächlich Essens Abteilung Sturm hatte einen grottenschlechten Tag erwischt. Die einfachsten Dinge gelangen nicht, Lattenknaller, Torschüsse die ihr Ziel verfehlten … vergebene Chancen zuhauf, während die Gäste mit viel Aufwand und dem nötigen Glück verteidigten. Beste Möglichkeit für die Hausherrinnen in der zweiten Hälfte bot sich für Hoffmann in der 78. Minute, als diese freistehend aus fünf Metern über das Tor köpfte.
Sinnestäuschung Laura Vetterlein mit der 21 im SGS Jersey :-) In den letzten Minuten der Partie wuchs die Spannung ins Unermessliche. Ca. ab der 82. Minute setzte die SGS alles auf eine Karte und stürmte mit Mann und Maus gegen die drohende Niederlage. Steffi Löhr (eigentlich Torhüterin) kam als Feldspielerin zum Einsatz und Lisa Weiß erhielt ebenfalls in der Schlussphase das Signal zum Stürmen. Es half alles nichts, es blieb beim 0:1 für die Gäste. Noch minutenlang nach dem Abpfiff saßen Essens Spielerinnen wie ein Häufchen Elend auf dem Rasen und ließen ihren Tränen freien Lauf.
Alles drängt auf den Ausgleich! Lisa Weiß ebenfalls im gegnerischen Strafraum. Spielentscheidend für die Saarländerinnen war heute die geschlossene Mannschaftsleistung mit Kampfeskraft, Siegeswillen und der mutigen und offensiven Aufstellung von Trainer Stephan Fröhlich. So später auch in der Pressekonferenz: "Wir haben das Unmögliche möglich gemacht. Ich bin so stolz auf diese Mannschaft und überglücklich“ |
Unmißverständliche Gestik Miriam Dietz gibt Sif Atladottir gelb Trainer Ralf Agolli hingegen musste erst einmal tief durchatmen: "Ich muss erst einmal jemanden haben der mich aufbaut. Das man so ein Spiel verlieren kann verstehe ich nicht und es macht mich sehr traurig..""
Noch lange nach dem Spiel saßen die Saarbrückerinnen auf dem Platz und genossen es, den Klassenerhalt geschafft zu haben.
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