1. Bundesliga, 19. SpieltagEssen sichert sich Punkt im AbstiegskampfSG Essen Schönebeck – SC 07 Bad Neuenahr 0:0 | ||
Text und Bilder von Karin Reuter 21.04.2010 Eigentlich sollte das Spiel unter Leitung von Katrin Rafalski stattfinden, die als Schiedsrichter-Assistenten bei der U-17- EM-Qualifikation in Spanien verweilt hatte. Doch dort befand sich die Unparteiische auch noch kurz vor der Partie, da sie dank Flugasche und Sperrung des Luftraumes Spanien nicht verlassen konnte. So sprang letztendlich Moiken Reichert aus Worms ein und leitete diese Begegnung. Die Kurstädterinnen konnten eigentlich befreit aufspielen da sie weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun hatten. Im Gegensatz dazu die Situation bei der SG Essen-Schönebeck, die mächtig unter Druck standen, und unbedingt Punkte einfahren mussten, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben. Spielminute 17: Stefanie Weichelt im Laufduell mit Feride Bakir In der Anfangsphase ließ Bad Neuenahrs Nationalspielerin Okoyino da Mbabi mehrmals ihre Gefährlichkeit aufblitzen. So musste z.B. bereits in der dritten Minute Essens Torfrau Lisa Weiß ihre Reaktionsfähigkeit unter Beweis stellen und parierte einen gefährlichen Ball reaktionsschnell mit dem Fuß. Die ersten 18 Minuten der SGS waren geprägt von Nervosität und Verunsicherung. Doch nach und nach erarbeiteten sich die Essenerinnen gute Chancen. Nach einem klugen und schönen Pass von Spielführerin Hoffmann auf Daniela Löwenberg, machte diese sich auf und davon und hatte das 1:0 auf dem Fuß... vergab aber völlig freistehend. In der 24. Minute setzte die kanadische Nationalspielerin Emily Zurrer ihren Kopfball an den Pfosten. Bei Standardsituationen rückte Essens kopfballstarke Innenverteidigerin Emily Zurrer (Nr. 24) oft nach vorne. Doch in dieser Szene traf sie mit ihrem Kopfball nur den Pfosten Es ging nun im Mittelfeld hin und her, wobei die Abwehr der SGS gut stand und den Gästen nur wenige Chancen erlaubten. Die Schönebeckerinnen versuchten über lange Bälle zum Torerfolg zu kommen, aber auch die Abwehr der Gäste war gut sortiert, sodass kein Treffer erzielt werden konnte. Da die Gäste aber auch keine Bäume ausrissen, kam es zu einem gleichwertigen Spielgeschehen ohne brisante Torraumszenen. Danach passierte bis zur Pause auf beiden Seiten nichts Wesentliches und so ging es mit einem Remis in die Halbzeit. Nach der Pause bestimmte die SGS über weite Strecken das Spielgeschehen. Wieder einmal war es Melanie Hoffmann die einen schönen |
Essens Stürmerin Kyra Malinowski wird hier von ihrer ehemaligen Wattenscheider Teamkolleginnen Sara Doorsoun-Khajeh gestört und hatte einen schweren Stand. Doch auch auf der anderen Seite dominierten die Abwehrreihen, so dass das Spiel torlos endete | |
Pass auf Malinowski spielte, doch die Stürmerin brachte das Leder aus wenigen Metern nicht im gegnerischen Netz unter. Kyra Malinowski kämpfte und ackerte, war aber zu oft auf sich allein gestellt. Die weiteren Aktionen der Essenerinnen beschränkten sich auf lange Bälle oder Einzelaktionen, die aber keinen Erfolg brachten. Bad Neuenahrs Keeperin Romina Holz hat hier den Ball sicher vor Kyra Malinowski Auch die eingewechselten Spielerinnen Sofia Nati und Caroline Hamann konnten nichts mehr reißen. Das Spiel war ausgeglichen und hätte jederzeit in beide Richtungen kippen können. Doch die Essener Defensive ließ nichts anbrennen und stand mit Zurrer und Wesely bombensicher und auch Torhüterin Lisa Weiß hielt ihren Kasten sauber. Diese Chance von Daniela Löwenberg aus der Anfangsphase, als nur leicht gestört von Feride Bakir abziehen konnte, aber vergab, sollte eine der besten des gesamten Spiels gewesen sein Nachdem Okoyino da Mbabi in der 54. Minute gelb gesehen hatte musste diese zehn Minuten später wegen einer Schulterverletzung ausgewechselt werden. Ihr Verein teilte später mit, dass sie sich eine Schultereckgelenkssprengung kleinsten Grades (Tossy 1) zugezogen hat. Von hier aus gute Besserung und eine baldige Genesung! Kurz vor Spielende hatte Anne Bartke noch eine Riesenchance, konnte jedoch von Jessica Bade gestoppt werden. Bis zum Abpfiff passierte nicht mehr viel, so dass man mit einem am Ende leistungsgerechten Unentschieden die Partie beendete. |
Mit Blick auf die Tabelle war dieses Unentschieden im Kampf um den Klassenerhalt für die SGS nicht wirklich zufrieden stellend. Die Erwartungshaltung der kritischen SGS-Fans ist einfach zu hoch. Einigen Spielerinnen kann man nur fehlendes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten vorwerfen. Jetzt heißt es erstmal, den Klassenerhalt zu schaffen. dann sieht die Welt ganz anders aus. Auch Standardsituationen wie Ecken und Freistöße brachten heute nichts ein. Im Vordergrund erwarten die großgewachsenen Bad Neuenahrer Abwehrspielerinnen Peggy Kuznik (Nr. 21) und Laura Störzel (Nr. 3) den Ball Auf der anschließenden Pressekonferenz bescheinigte Essens Trainer Ralf Agolli seiner Mannschaft eine gute Leistung: „Ich stehe hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge.” Thomas Obliers hingegen haderte mit seinem Team: „Wir waren heute nicht aggressiv genug und auch nicht konzentriert. Die Folge waren viel zu viele Fehler und zu lang geschlagene Bälle. Am Ende können wir sogar froh über den einen Punkt sein”.
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