1. Bundesliga, Nachholspiel vom 14. SpieltagWenn man oben steht..., wenn man unten steht...SC 07 Bad Neuenahr - 1. FC Saarbrücken 2:1 (2:0) | ||
Text von Peter Eckhardt 04.04.2010 In einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten - die erste dominierte Bad Neuenahr, in der zweiten hatten die Gäste aus Saarbrücken mehr als genug Chancen zum Ausgleich - gewann letztlich die Heimelf und festigte damit den fünften Tabellenplatz, während für Saarbrücken das Zittern im Abstiegskampf trotz guter Leistung in der zweiten Hälfte weitergeht. Gute Nachrichten im Umfeld des SC 07 Bad Neuenahr waren in den letzen Wochen in der Überzahl, die einzige schlechte jedoch schlug ordentlich ins Kontor der Kurstädterinnen ein. Nationalspielerin Lena Goeßling musste sich im Laufe der Woche in der Sportlinik Hellersen einer Schulteroperation unterziehen. Der kampfstarken Strategin im Neuenahrer Mittelfeld war wiederholt das Schultergelenk herausgesprungen, so dass eine Operation unumgänglich geworden war. Dennoch gab man sich beim Tabellenfünften optimistisch für die Partie gegen den unerwartet starken Aufsteiger 1. FC Saarbrücken. ![]() Die an der Schulter operierte Lena Goeßling kann schon wieder lachen 360 Zuschauer sahen demnach auch eine von Beginn an druckvolle Mannschaft des Gastgebers. Bereits in den ersten zehn Minuten hatte Lydia Neumann zwei halbwegs gute Schussmöglichkeiten, welche aber am, von der ehemaligen SC 07 Akteurin Barbara Legrand gehüteten, FCS Tor vorbeistrichen. Nach elf Minuten verlor die isländische Nationalspielerin Sif Atladottir, in der Abwehrzentrale der Saarländerinnen, SC 07 Ass Celia Okoyino da Mbabi aus den Augen. Dies hatte fatale Auswirkungen, denn auf der rechten Angriffsseite konnte sich Ramona Petzelberger gekonnt durchsetzen und zielgenau flanken. Celia, wie erwähnt völlig frei, hatte keine Mühe aus kurzer Distanz zum 1:0 einzuköpfen. ![]() Celia Okoyino da Mbabi mit dem Kopfball zum 1:0 für Bad Neuenahr Der Jubel im Apollinarisstadion war noch nicht verhallt, da gab es in ca. 30 Meter Torentfernung zum Saarbrücker Gehäuse einen Freistoß für den SC 07. Peggy Kuznik spielte das Leder scharf an die Strafraumbergrenzung, wo Nadine Fols unkonventionell auf die wieder völlig freie Celia Okoyino da Mbabi weiterleitete. Diese umkurvte mit Genuss die bedauernswerte Legrand und schon hieß es 2:0 für die Gastgeber. Es ist davon auszugehen, dass FCS Coach Stephan Fröhlich auf die Torgefährlichkeit von Celia hingewiesen hatte, nur kam es wohl nicht bei seinen Akteurinnen an. Anders kann man sich derlei Freiräume für eine solch gefährliche Spielerin nicht erklären. Jedenfalls waren es die Tore Nummer 13 und 14 für Celia in dieser Saison. ![]() Marie Pyko - hier gegen Julia Leykauf - kam in der zweiten Halbzeit für Lydia Neumann, doch das Spiel begann langsam zu kippen Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam es noch zu weiteren Chancen für die Truppe von Thomas Obliers, die |
Auf dem Weg zum 2:0 umkurvt Celia Okoyino da Mbabi hier Saarbrückens Keeperin Barbara Legrand. Celia war - wieder einmal - die entscheidende Spielerin des Spiels | |
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allesamt ungenutzt blieben. Allerdings war auch ein zunehmender Schlendrian zu bemerken, welcher im zweiten Durchgang fast noch zu einem kompletten Kippen des Zwischenstandes geführt hätte. Lydia Neumann musst zur Halbzeit passen und Ihren Platz für Marie Pyko räumen. An Pyko lag es jedoch keinesfalls, daß Saarbrücken mehr und mehr da Kommando übernahm. ![]() Bei strömendem Regen ging es in die zweiten 45 Minuten Alleine Christina Arend tauchte binnen kürzester Zeit drei Mal mutterseelenalleine vor der Ex-Saarbrückerin Romina Holz auf. Einmal verfehlte Sie das Tor nur knapp mit einem Schrägschuss, die beiden anderen Möglichkeiten machte Holz mit Ihrer Bärenruhe zunichte. Sie blieb einfach stehen und zog Arend somit den Zahn. Immer mehr hatten die SC 07 Anhänger das Gefühl, ihre Lieblinge würden geradezu um ein Gegentor betteln. ![]() Die Ex-Saarbrückerin Romina Holz machte ein gutes Spiel im Tor des SC 07 Bad Neuenahr Gerade sieben Minuten im Spiel machte Selina Dambier dieses gefühl zur Gewissheit. Auch Dambier tauchte völlig alleine vor Holz auf und überwand diese zum Anschlusstreffer. 18 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen und die Partie wurde immer härter, wovon fünf gelbe Karten zeugen. Allesamt zurecht und wegen Foulspiels. Opfer dieser harten Gangart wurde Julia Leykauf, welche nach einem Block von Peggy Kuznik niedergestreckt wurde. Nicht nur die Auswechlung, sondern auch ein Transport in die Neuenahrer Maria Hilf Klinik waren die Folge. "Unser Physiotherapheut sagte mir es wäre ein Schlüsselbeinbruch", so Stephan Fröhlich in der Pressekonferenz. ![]() Julia Leykauf musste nach einem Foul von Peggy Kuznik mit einem Schlüsselbeinbruch vom Platz getragen werden. Ein herber Verlust für den 1. FC Saarbrücken im Abstiegskampf. FanSoccer wünscht Julia gute Genesung! Der Höhepunkt an ausgelassenen FCS Torchancen sollte aber noch folgen. In der 83. Minute spielte sich Christina Arend gegen zwei Gegnerinnen durch und spielte perfekt quer zu Selina Dambier. Diese brachte das Kunststück fertig, den Ball aus acht Metern an die Unterkante der Latte des Tores von |
Romina Holz zu donnern. Spätestens hier war jedem klar, das die Punkte in der Kurstadt bleiben. v.l.n.r.: Noemie Beney, Nadine Fols, Peggy Kuznik, Julia Leykauf, Juliana Edwards "Wenn Du oben stehst gehen diese Dinger rein, wenn Du unten stehst eben nicht", versuchte Thomas Obliers seinem untröstlichen Kollegen Fröhlich zu trösten. Dieser kann sich zwar davon nichts kaufen, ist aber zurecht trotzig optimistisch für den weiteren Verlauf der Saison. Er kann dies auch sein, denn der 1. FC Saarbrücken ist mit Sicherheit eine der positiven Überraschungen der Saison. Es waren nicht wenige Experten, die den Club nach den verheerenden Abgängen zum Absteiger Nummer Eins erklärt hatten. Respekt vor der Arbeit von Fröhlich, denn davon sind Sie meilenweit entfernt. ![]() Sif Atladottir im Zweikampf mit Nadine Fols Beim SC 07 ist langsam, aber sicher, der Kräfteverschleiss der jungen Auswahlspielerinnen spürbar. Einerseits schön für den Verein derart viele Auswahlspielerinnen zu haben, andererseits auch ein Drahtseilakt für Obliers. Der Spagat dürfte dem erfahrenen Coach allerdings gelingen. ![]() Ramona Petzelberger, die hier einen Zweikampf zwischen Nadine Fols und Juliana Edwards beobachtet, hatte zuvor drei U19-Länderspiele in sechs Tagen hinter sich gebracht. So war dann heute auch schon nach 68 Minuten ihr Arbeitstag zu ende
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