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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Ein völlig neues Gefühl

SC 07 Bad Neuenahr - SC Freiburg 3:0 (0:0)

Text von Peter Eckhardt
Bilder von Guido Kölzer

13.10.2009   Es ist gerade mal fünf Monate her, als sich völlig erschöpfte Spielerinnen im Apollinarisstadion in die Arme fielen, weil durch ein 1:1 gegen die SG Essen Schönebeck, der Klassenerhalt gesichert wurde. So fielen sich auch am Sonntag die Aktuere des SC 07 nach Schlusspfiff um den Hals, aber mit einem völlig neuen Gefühl. 4 Spiele, 4 Siege, 0 Gegentore, Tabellenplatz 2. So die Momentaufnahme der aktuellen Tabelle. Viele der Fans aus dem Ahrtal dürften sich diese Tabelle ausgeschnitten und eingerahmt haben. Doch der Reihe nach:

520 Zuschauer hatten an diesem windigen Herbstsonntag den Weg ins Apollinarisstadion gefunden und sollten einiges erleben. Zu Beginn zunächst einmal eine verhaltene Partie. Natürlich versuchten die Gastgeberinnen das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, aber die von Trainer Günter Rommel clever eingestellten Breisgauerinnen ließen keinen Spielfluss der Kurstädterinnen zu. Selbst ohne Sonderbewachung für die seit der EM überragende Celia Okoyino de Mbabi funktionierte der Plan der Gäste, durch Verengung der Räume zählbares mit nach Hause zu nehmen.

Zu allem Überfluss musste die in Topform befindliche Claudia Götte nach 10 Minuten ausgewechselt werden. Sie hatte sich ohne Fremdeinwirkung das Knie verdreht und sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes zugefügt. Julia Debitzki ersetzte die verletzte Götte allerdings nahtlos.
Weitere 10 Minuten dauerte es, bevor der erste richtig flüssig vorgetragene Angriff des SC 07 für große Gefahr sorgte.

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Die Serie der schweren Verletzungen in der Frauenfußball Bundesliga in der noch jungen Saison reißt nicht ab: jetzt erwischte es Claudia Götte, die gerade in einer beeindruckenden Form war. Kreuzbandriss! FanSoccer wünscht der 17-jährigen rasche Genesung!

Nach schönem Direktspiel auf der linken Angriffsseite spielte die pfeilschnelle Yun Hee Cha die Kugel in den Rücken der Abwehr, wo Celia schon wartete. Ihre Direktabnahme streifte das linke obere Toreck. Doch auch der SC Freiburg bekam seine Chance, jedoch erwies sich die bärenstarke Romina Holz im Tor der Gastgeberinnen bei einem Aufsetzer von Annika Eberhardt als Meisterin Ihres Fachs. Torlos ging es in die Halbzeit. Jeder im Stadion ahnte, dass hier noch viel passieren würde.

Romina Holz vs. Annika Eberhardt

Auch Annika Eberhardt schaffte es nicht, Romina Holz zu überwinden

Zunächst waren es jedoch die Gäste, die auf die Entscheidung drängten. Aber auch hier war bei diversen Situationen Holz immer


Romina Holz

Bad Neuenahrs Keeperin Romina Holz hatte ihren Strafraum im Griff und hielt ihren Kasten sauber. Der SC 07 Bad Neuenahr ist nach vier Spieltagen die einzige Mannschaft der ersten Liga ohne Gegentor!

Herrin der Lage. Ihre Bärenruhe hätte man sich im Freiburger Lager auch bei Marisa Brunner gewünscht, die Schweizer Nationaltorhüterin hatte jedoch nicht Ihren besten Tag erwischt.

So auch in der 68. Minute. Was Günter Rommel anschließend als „Verkettung von Fehlern” beschrieb, begann im Spielaufbau bei Verena Faißt. Sie verlor den Ball zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt an Sarah Schröder, welche weiter auf Ramona Petzelberger spielte. Diese flankte das Leder in den Strafraum, wo Celia eigentlich ungefährlich in Richtung Brunner köpfte. Zu aller Überraschung kullerte der Ball aber über die Torlinie. 1:0.

Celia Okoyino da Mbabi

Allen Grund zur Freude hatte wieder einmal Celia Okoyino da Mbabi, die an allen drei Toren maßgeblich beteiligt war. Hier kommt Julia Debitzki nach Celias 1:0 zum Gratulieren

Danach brachen bei Freiburg alle Dämme. Brunner stach dabei besonders heraus, irrte sie einmal orientierunglos durch den Strafraum, was Yun Hee Cha wohl selber überraschte, denn sie verzog, zum anderen verschätzte sich die Eidgenossin gleich zweimal bei Schüssen von Goeßling und Westphal, die sie beide am Tor vorbei wähnte. Die Versuche klatschen aber ans Gehäuse der bedauernswerten Brunner. Chancenlos war sie aber beim zweiten Tor des SC 07. Celia spielte einen wunderschönen Steilpass auf Petzelberger, die der Torfrau mit einem geschickten Heber keine Chance liess.

Sarah Schröder

Die aus Wattenscheid an die Ahr gewechselte Sarah Schröder trägt ihren Teil dazu bei, dass bei Bad Neuenahr die Null hinten steht

Lena Goeßling versuchte es füpnf Minuten vor dem Ende noch mit einem Schuss aus spitzenm Winkel, ließ aber dabei leider nur Erinnerungen am Wembley aufkommen.


Vehement prallte Ihr Geschoss von der Unterkante der Latte wieder ins Spielfeld.
Nach schöner Vorarbeit von Celia brauchte schließlich Lydia Neumann in der 89. Minute nur noch aus zwei Metern einzuschieben, um den 3:0 Endstand perfekt zu machen.

Beide Trainer waren sich nach Spielschluss einig über die Richtigkeit des Siegers. Während Rommel die Entäuschung über erneut verpasste Punkte deutlich anzumerken war, bedankte sich Thomas Obliers bei der Mannschaft und auch dem akribisch arbeitenden Umfeld. Er war sichtlich stolz auf seine Mädels.

Jetzt ist angerichtet zum großen Pokalkracher in Koblenz gegen den 1.FFC Frankfurt!

Laura Störzel vs. Myriam Krüger

Laura Störzel, die hier vor dem Freiburger Tor gegen Myriam Krüger zum Flanken kommt, machte ein starkes Spiel. Sie hat sich nach der letzten Saison gut weiterentwickelt und gefiel u.a. durch schöne lange Bälle aus der Abwehr nach vorne




SC 07 Bad Neuenahr:
Holz - Schröder, Störzel, Götte (10. Debitzki), Okoyino da Mbabi, Goeßling, Cha (73. Pyko), Petzelberger, Neumann (89. Krumscheid), Westphal, Bakir

SC Freiburg:
Brunner - Stein, Schmid, Kleiner, Maier (70. Kuffner), Moser, Faißt, Zirnstein, Krüger (70. Hummel), Hegenauer, Eberhardt

Tore:
1:0 Okoyino da Mbabi (68.)
2:0 Petzelberger (75.)
3:0 Neumann (89.)

Gelbe Karte: Okoyino da Mbabi

Schiedsrichterin: Moiken Reichert (Lampertheim)
Mit Sabrina Jene und Beatrix Nieder

Zuschauer: 520


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