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1. Bundesliga, 7. Spieltag

Siegen leicht gemacht

FC Bayern München – 1. FC Saarbrücken 6:2 (1:0)

Text und Bilder von Martin Kochem

02.11.2009   Mit einer verdienten, wenngleich auch um mindestens zwei Tore zu hoch ausgefallenen 2:6-Niederlage endete das Gastspiel des Bundesligaaufsteigers von der Saar beim Tabellennachbarn FC Bayern München, der damit nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge rechtzeitig zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am kommenden Mittwoch in Montpellier wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist.

Vor leider nur etwa 260 frierenden Zuschauern im Sportpark Aschheim begannen beide Teams äußerst zurückhaltend. Während man den Bayern-Damen die Verunsicherung nach der 0:4-Pleite in Wolfsburg deutlich anmerken konnte, verlegte der FCS sein Hauptaugenmerk zunächst auf auf Torverhinderung. Dies ging fast genau eine Viertelstunde lang gut, ehe die weiterhin ersatzgeschwächten Münchnerinnen mit dem ersten nennenswerten Angriff in Führung gingen.

 Julia Leykauf vs. Nicole Banecki

Julia Leykauf versucht hier, die schnelle Nicole Banecki aufzuhalten

Julia Simic brachte mit einem weiten Pass auf die rechte Seite Stefanie Mirlach ins Spiel, diese gab sofort weiter auf Tanja Wörle, welche das Leder am Strafraum auf die freistehende Vanessa Bürki passte und diese dann vom rechten Fünfmetereck aus keine Probleme mehr hatte, den Ball an der chancenlosen Babs Legrand vorbei zum 1:0 ins lange Eck zu schieben. Nur zwei Minuten später kam die sehr offensiv agierende Mirlach aus 8 Metern halblinke Position frei zum Schuß, den Legrand jedoch mittels guten Stellungsspiels entschärfen konnte (16.).

Auf den nächsten Höhepunkt musste FCB-Coach Günther Wörle dann bis zur 33. Minute warten, als die mit einem Traumpass von Katharina Würmseer freigespielte Simic aus halbrechter Position abzog und das Leder von der Unterkante der Latte wieder ins Feld zurücksprang – Glück für den FCS, der in der ersten Halbzeit insgesamt gesehen zwar bis zum Strafraum ganz gefällig mitspielte, jedoch dann von der sicher stehenden Viererkette der Bayern gestoppt wurde. Insbesondere gelang es den Bayern, mittels zwei- bis dreifacher „Fraudeckung” Cynthia Uwak nahezu völlig aus dem Spiel zu nehmen, vor welcher man im Vorfeld der Partie doch gehörigen Respekt hatte.

Nicole Banecki

Nicole Banecki hatte es meist mit zwei Gegenspielerinnen gleichzeitig zu tun- hier "doppeln" sie Sarah Karnbach (hinten) und Juliana Edwards (links)

Während Gästetrainer Stephan Fröhlich in den ersten 45 Minuten keine echte Torchance seiner Mädels notieren konnte, hätte es kurz vor dem Pausenpfiff beinahe zum zweiten Mal im Saarbrücker Gehäuse eingeschlagen, doch Legrand konnte einen Bürki-Schuss (44.) per glänzender Fußabwehr abwehren.

Nicole Banecki

Nicole Banecki wird hier von Juliana Edwards (links) und Julia Leykauf in die Zange genommen


Vanessa Bürki

Vanessa Bürki, hier verfolgt von Ann-Katrin Schinkel (l.) und Juliana Edwards, war heute zu stark für die Abwehr des 1. FC Saarbrücken

Entschlossen kamen die Bayern aus der Kabine und hätten unmittelbar nach Wiederanpfiff das 2:0 erzielen müssen, als die allein aufs Tor zulaufende Simic die bereits am Boden liegende Legrand schon ausgespielt hatte, jedoch das Kunststück fertig brachte, den Ball mit links am leeren Gehäuse vorbei zu schießen (48.). Besser machte es da schon Sturmkollegin Bürki nur vier Minuten später, die die Kugel –von Simic mit feinem Steilpass bedient- eiskalt im Tor versenken konnte.

Julia Simic

Eine gut aufgelegte Julia Simic hatte zahlreiche Chancen und machte letztendlich doch noch "ihr" Tor zum 5:1 - hier tanzt sie Ann-Katrin Schinkel aus (rechts Juliana Edwards). Dazu gab Simic noch viele der entscheidenden Pässe nach vorne

Danach überschlugen sich förmlich die Ereignisse: bereits im Gegenzug lief Christina Arend alleine auf das Münchner Tor zu und wurde von Carmen Roth unmittelbar vor der Strafraumgrenze unsanft zu Fall gebracht. Doch bevor die völlig freistehende Kelli Cronkrite den zu ihr abprallenden Ball ins Tor schieben konnte, pfiff die nicht nur in dieser Szene mit der Vorteilsregel auf Kriegsfuss stehende Schiedsrichterin Daniela Schneider die Szene ab und entschied auf Freistoß und „gelb” für die Bayern-Verteidigerin. Glücklicherweise hämmerte Juliana Edwards unmittelbar danach das noch leicht abgefälschte Leder mit Schmackes zum zuvor von der Unparteiischen „geklauten” 1:2-Anschlusstreffer unter die Latte.

Doch die damit leise aufkommenden Saarbrücker Hoffnungen auf einen Punktgewinn machten die Blau-Schwarzen praktisch nur wenige Minuten später selbst zunichte, als sich die angeschlagene Sarah Karnbach außerhalb des Spielfeldes behandeln ließ und die Münchnerinnen diese vorübergehende numerische Überlegenheit eiskalt ausnutzten. Nach einer weiten Flanke aus dem Halbfeld verlängerte Ann-Katrin Schinkel das Leder derart unglücklich mit dem Hinterkopf, dass die wiederum völlig freistehende Bürki keine Mühe mehr hatte, den ihr vor die Füße fallenden Ball zum 3:1 in die Maschen zu schieben (57.)

Doch der kämpferisch wie spielerisch durchaus überzeugende Aufsteiger gab sich trotz dieses erneuten Rückschlages noch lange nicht auf und hätte nach genau einer Stunde Spielzeit durch die alleine vor dem Bayern-Gahäuse auftauchende Christina Arend den erneuten Anschlusstreffer erzielen müssen, jedoch konnte Uli Schmetz im Bayern-Tor die Situation mit einem glänzenden Reflex klären. Den endgültigen Knock-out für die sich tapfer wehrenden Saarländerinnen verpassten diese sich dann quasi aus Unerfahrenheit wiederum selbst, als die angeschlagene Schinkel ebenfalls außerhalb des Spielfeldes behandelt werden musste, die Viererkette dadurch vorübergehend die Ordnung verlor und die Bayern dies mit einem schnellen Spielzug über links ausnutzen.

Nach scharfer Linkshereingabe von Annika Doppler nahe der Torauslinie brauchte die mit nach vorn geschlichene Bianca Rech aus 4 Metern nur noch den Fuß hinhalten und es hieß 4:1 (76.). Jetzt gelang den Bayern


nahezu alles und auch die bis dato etwas glücklos agierende Simic kam kurz darauf zu „ihrem” Tor, als diese wiederum nach Vorlage der überragenden Bürki mit einem unhaltbaren Gewaltschuß aus 18 Metern zum 5:1 traf (78.). Mit einem ebenso sehenswerten wie strammen Hammerfreistoß aus 17 Metern konnte der FCS in Form von Kelli Cronkrite dann noch einmal auf 2:5 verkürzen (83.), ehe die wie entfesselt aufspielende Bürki mit ihrem vierten Treffer den Schlusspunkt in einer vor allem in der 2. Halbzeit durchaus unterhaltsamen Partie den Schlusspunkt setzte.

Nach dem Abpfiff waren sich beide Trainer darüber einig, dass es unzweifelhaft ein verdienter Bayern-Sieg war, welcher allerdings deutlich zu hoch ausgefallen ist. Während für FCB-Coach Wörle das Ausschalten von Uwak der Schlüssel zum Erfolg war, haderte Fröhlich über „Kleinigkeiten und Nuancen”, die seine Mannschaft letztendlich auf die Verliererstraße gebracht hätten und welche er auf die Unerfahrenheit und Uncleverness seiner im Durchschnitt 22,1 Jahre jungen Truppe zurückführte.

Sarah Karnbach

Sarah Karnbach, bedrängt von Julia Simic, im Hintergrund Christina Arend. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielte der 1. FC Saarbrücken mit, was auch durch zwei Tore honoriert wurde





FC Bayern München:
Schmetz - Roth, Wenninger, Baunach, Rech, Wörle, Simic (83. Pini), Mirlach (73. Doppler), Würmseer, N.Banecki, Bürki

1. FC Saarbrücken:
Legrand - Leykauf, Schinkel (78. Kaiser), Edwards, Vetterlain, Karnbach, Trach, Uwak, Teague (83. Dambier), Conkrite, Arend

Tore:
1:0 Bürki (14.)
2:0 Bürki (52.)
2:1 Edwards (55.)
3:1 Bürki (57.)
4:1 Rech (76.)
5:1 Simic (78.)
5:2 Fritz Conkrite (83.)
6:2 Bürki (89.)

Gelbe Karten: Roth / Schinkel, Leykauf

Schiedsrichterin:Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)
mit Christiane Wenkel und Ina Michel)

Zuschauer: 260


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