1. Bundesliga, 10. SpieltagKeine Sensation – aber eine faustdicke ÜberraschungFC Bayern München – Hamburger SV 1:2 (1:1) | ||
Text und Bilder von Sascha Pfeiler 30.11.2009 Als Sensation sollte man den Auswärtserfolg des HSV beim amtierenden Vizemeister Bayern München vielleicht nicht bezeichnen, aber eine dicke Überraschung war es allemal. Die Hamburgerinnen verzeichneten damit 3 sehr wichtige Punkte im Abstiegskampf und können sich sogar mit ihren nunmehr 11 Punkten im Mittelfeld der 1. Bundesliga festsetzen. Die Bayern verloren bereits das dritte Mal in dieser Saison, jetzt schon einmal mehr als in der gesamten letzten Saison. Günther Wörle, Trainer des FC Bayern München, musste erneut viele Verletzte ersetzen. Zu den Langzeitverletzten Melanie Behringer, Sylvie Banecki und Ivana Rudelic meldeten sich nun auch noch die Stammkräfte Julia Simic und Katharina Baunach verletzt. Aber auch HSV-Trainer Achim Feifel musste weiter auf seine Nationalspielerin Kim Kulig wegen ihres Bänderrisses verzichten. Sofort nach dem Anpfiff konnte man erkennen, dass die Bayernfrauen etwas gutmachen wollten. Die zuletzt enttäuschenden Spiele in der Liga und das Ausscheiden sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal sollten mit einer guten Leistung gegen den HSV vergessen gemacht werden. Und so mussten die 380 Zuschauer nur knappe 4 Minuten warten, bis der Ball das erste Mal im Netz zappelte. Aus dem Mittelfeld spielte Tanja Wörle den intelligenten Pass auf die davoneilende Mandy Islacker. Die Hamburger Hintermannschaft konnte nicht folgen und so konnte Islacker den Ball an HSV-Torfrau Bianca Weech vorbeischieben. 1:0 für den FC Bayern – großer Jubel unter den Fans im Sportpark. ![]() Mandy Islacker bei ihrem 1:0 in der 4. Minute Die Hamburgerinnen waren zunächst spürbar geschockt vom frühen Rückstand. Man konzentrierte sich vorerst darauf, Ordnung ins eigene Spiel zu bekommen. Klare Aktionen nach vorne gab es zu Beginn der ersten Halbzeit nicht zu sehen. Vielmehr fand das Spiel im Mittelfeld statt, in dem die Bayern eindeutig die Oberhand hatten und immer wieder mit guten Aktionen die quirlige Spitze um Mandy Islacker und Isabell Bachor in Szene setzen konnten. Klare Torchancen waren allerdings nicht zu verzeichnen. Hamburgs einzige Stürmerin Ana-Maria Crnogorcevic konnte zu diesem Zeitpunkt kaum ins Spielgeschehen eingreifen. ![]() Maja Schubert (mitte) kann gerade noch von Carina Wenninger (li) und Stefanie Mirlach (re) gestoppt werden |
Ana-Maria Crnogorcevic hat Bayerntorfrau Kathrin Längert schon umspielt, scheitet aber in dieser Szene vor dem leeren Tor. Doch das Tor von Crnogorcevic zum 1:1 in der 45. Minute sollte spielentscheidend werden | |
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Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte kam der HSV besser in die Begegnung, mit überlegtem Aufbau aus der eigenen Abwehr heraus wurde das Spiel der Norddeutschen sicherer. Kurz vor dem Pausenpfiff dann ein gelungener Angriff. Zum psychologisch bestem Zeitpunkt tauchte die 19-jährige Schweizer Nationalspielerin Crnogorcevic vor dem Bayerntor auf und erzielte den Ausgleich (45. Minute). Mit gesenkten Köpfen verließen die Bayernspielerinnen den Platz in die Pause. „Der Ausgleich kurz vor der Pause war ein Knackpunkt im Spiel”, erkannte Bayern-Trainer Wörle nach dem Spiel richtig. Die zweite Halbzeit kann man getrost mit einem Wort beschreiben: ein Langweiler! Die beiden Teams neutralisierten sich gegenseitig, keine Offensivaktionen auf beiden Seiten. Auch die Einwechslung von Nicole Banecki für Carina Wenninger in der 57. Minute konnte nur wenig Schwung bringen. Einzig Ana-Maria Crnogorcevic hatte zweimal (59. + 82. Minute) die Chance auf ihren zweiten Treffer, scheiterte aber einmal mit einem Schuss neben das Tor und einmal an Bayern-Torhüterin Kathrin Längert per Fußabwehr. Die Zuschauer des letzten Heimspiels der Bayern im Jahr 2009 diskutierten schon, welcher Mannschaft die bevorstehende Punkteteilung mehr nützen würde. ![]() Bianca Rech kann sich hier gegen Janina Haye durchsetzen Doch es gab dann doch noch den Höhepunkt der zweiten Halbzeit. Mit der Einwechslung der zweimaligen U19-Europameisterin Imke Wübbenhorst 7 Minuten vor Spielende hatte HSV-Trainer Feifel ein goldenes Händchen. In Minute 85 war es genau diese Imke Wübbenhorst, die nach einem Eckball am höchsten sprang und zum überraschenden Auswärtssieg ihrer Hamburgerinnen einköpfte. Für den Hamburger SV war dies bereits der dritte Erfolg auf fremdem Platz in dieser Saison. Damit begeben sie sich eindrucksvoll unter die ersten 5 der Liga, wenn man nur die Auswärtstabelle betrachtet. Damit wird klar, die Hamburgerinnen müssen sich von ihrer Heimschwäche befreien (1 Unentschieden, 4 Niederlagen), um mit dem Abstiegskampf endgültig nichts zu tun zu haben. Am |
kommenden Sonntag kann gleich damit begonnen werden, denn da erwarten die Hamburgerinnen die Aufsteiger von Tennis Borussia Berlin. ![]() Ausgelassen jubelnde Hamburgerinnen nach dem Spiel - jetzt noch daheim gegen Berlin gewinnen, dann ist das Abstiegsgespenst erst einmal vertrieben Von einer Krise möchte in München zwar niemand sprechen, aber die Bilanz nach 10 Spieltagen dürfte dem Anspruch des Vizemeisters nicht gerecht werden. Den Anschluss an die Spitzengruppe hat man vorerst verloren. Auf Spitzenreiter Turbine Potsdam hat der FC Bayern München nun schon 9 Punkte Rückstand. Nächste Woche müssen die Bayern ins Ruhrgebiet zum Ligazweiten und UEFA-Cup Gewinner FCR 2001 Duisburg reisen. Alles andere als eine leichte Aufgabe. Günther Wörle hofft auf die Rückkehr von Julia Simic und Katharina Baunach und damit auf mehr Kreativität und Spielfreude.
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