1. Bundesliga, 15. SpieltagChancenauswertung entscheidetFC Bayern München – 1.FFC Frankfurt 2:1 (1:0) | ||
Text und Bilder von Sascha Pfeiler 08.03.2010 Im Topspiel des 15. Spieltages in der 1. Bundesliga konnte sich der FC Bayern München mit einem glücklichen 2:1 Heimsieg erfolgreich aus der verlängerten Winterpause zurückmelden. Der 1. FFC Frankfurt hat zwar über weite Strecken das Spiel bestimmt, konnte aber aus zahlreichen Chancen nur ein Tor erzielen. Man konnte es in Aschheim überall hören, Spielerinnen, Betreuer und Zuschauer – bei allen war ein „Endlich” zu vernehmen. Endlich wird wieder Fussball in der 1. Bundesliga gespielt. Allerdings war es nicht selbstverständlich, dass das Spiel angepfiffen werden konnte. Denn noch einen Tag vor dem Spiel war der Platz im Sportpark Aschheim mit einer geschlossenen Neuschneedecke überzogen. Die Verantwortlichen der Gastgeber bedankten sich bei den zahlreichen Helfern des FC Aschheim, die den Platz vom Schnee befreit haben und hervorragende Bedingungen für das Spitzenspiel des 15. Spieltages geschaffen haben. ![]() Sara Thunebro im Zweikampf mit Julia Simic Der 1.FFC Frankfurt ging als klarer Favorit in die Begegnung, alle Topspielerinnen waren an Bord, rechtzeitig zum Rückrundenstart war auch Ariane Hingst nach ihrer langen Verletzung (Knorpelschaden im linken Knie), die sie sich 2009 im EM-Viertelfinale in Finnland zuzog, wieder fit und stand in der Startelf. Frankfurts Trainer Sven Kahlert gab vor dem Spiel sogar die klare Marschrichtung vor, alle 11 Spiele der Rückrunde gewinnen zu wollen. Auf der anderen Seite beim FC Bayern München sah es mal wieder anders aus. Die Topstürmerin der Saison Mandy Islacker (7 Saisontore) fehlte wegen einer Meniskusverletzung und auch die ansonsten gesetzte Katharina Baunach, die beim überraschenden 3:2 Erfolg der Bayern im Hinspiel in Frankfurt alle 3 Tore vorbereitet hatte, musste sich das Spiel verletzt von der Tribüne aus anschauen. Günther Wörle, Trainer der Bayernfrauen, möchte mit seinem Team ebenfalls Anschluss an die beiden ersten Tabellenplätze halten, die die Teilnahme an der UEFA Woman´s Champions League ermöglichen. ![]() Birgit Prinz (li.) bei einer ihrer zahlreichen Torchancen, die alle ungenutzt blieben. Corinna Paukner kann nur zuschauen Das Spiel begann wie erwartet mit druckvollen Frankfurterinnen, die von der ersten Minute an Pressing spielten. Die Bayern verließen sich auf ihre Konterstärke, und gleich der erste dieser gefährlichen Konter wurde genutzt. In der 7. Minute leitete Melanie Behringer den schnellen Angriff aus der eigenen Hälfte ein, spielte auf Stefanie Mirlach, die die davoneilende einzige Bayernspitze Isabell Bachor direkt in den Lauf bediente. Bachor, nicht aufzuhalten, rannte auf halbrechts verfolgt von Ariane Hingst in Richtung Frankfurter Tor und zog im Strafraum aus spitzem Winkel ab. Hingst fälschte den Ball noch leicht ab, so dass Nationaltorfrau Nadine Angerer chancenlos war und der Ball im linken Eck einschlug. Isabell Bachor gelang damit ihr erstes Pflichtspieltor für den FC Bayern München nach ihrem Wechsel vom SC 07 Bad Neuenahr. Frankfurt musste mehr riskieren, tat dies nach dem frühen Gegentor auch. Sie erzeugten hohen Druck durch frühes Stören des gegnerischen Spielaufbaus. Die FFC-Abwehr stand weit vorne, oft an der Mittellinie, spielte auf Abseits, was den Bayern in dieser Phase fast im Minutentakt Konterchancen ermöglichte. In der 13. Minute war es Nina Aigner, die erneut durch Melanie Behringer blitzschnell in die Spitze geschickt wurde. Aigner lief alleine aufs Tor zu, anstatt aber selber abzuschließen, |
Eine Szene, die prägend für das ganze Spiel wurde: Isabell Bachor (li.) setzte sich in vollem Lauf gegen die wiedergenesene Ariane Hingst durch und erzielte das 1:0. Von da an musste Frankfurt dem Tor hinterher laufen, Bayern konnte kontern | |
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spielte sie vor dem Tor quer auf Bachor, doch die heraneilende Saskia Bartusiak konnte vorher klären. Noch in der selben Minute bot sich die nächste Konterchance für die Bayernfrauen. Diesmal stürmte Behringer selber auf das Tor von Nadine Angerer zu, fast analog zur Chance von Aigner kurz zuvor. Und sie schloß beherzt selber ab, Angerer parierte grandios. Die Frankfurter Hintermannschaft war völlig von der Rolle, ließ sich ein ums andere Mal auskontern, sogar vorführen. Aus diesem Schockzustand mussten sich die Frankfurterinnen schnell lösen. Innerhalb einer Minute erarbeiteten sie sich 3 Eckbälle, von denen der letzte richtig gefährlich wurde. Birgit Prinz schlug den Eckball in den Strafraum und im Luftduell mit Conny Pohlers konnte Bayerntorfrau Kathrin Längert den Ball nicht festhalten, er landete auf dem Fuß von Kerstin Garefrekes, die nur noch einschieben musste. Die routinierte Abwehrspielerin der Bayern Bianca Rech kratzte allerdings den Ball im letzten Moment noch von der Linie. ![]() Bayerns Torfrau Kathrin Längert hat den Ball sicher. Allerdings zeigte sie im Spiel speziell mit hohen Bällen manchmal Schwächen Der 1.FFC Frankfurt wurde jetzt im Spielaufbau sicherer. Spielmacherin Sandra Smisek forderte die Bälle und setzte immer wieder die schnellen Außenspielerinnen Kerstin Garefrekes, Svenja Huth und Winter-Neuzugang Leni Larsen Kaurin in Szene. Auch die Abseitsfalle der Hessen funktionierte nun besser, was die bayerischen Konter im Keim ersticken konnte. Bis zur Halbzeitpause drückte Frankfurt weiter auf den Ausgleich, hatte mehr Ballbesitz. Kerstin Garefrekes, Conny Pohlers und Birgit Prinz hatten jeweils Großchancen, vergaben aber mit zu unplatzierten Schüssen über oder neben das Tor. Ohne Wechsel ging es in die zweite Spielhälfte und der FFC dominierte weiter das Spielgeschehen. Die Bayern versuchten es über Kampf, das immer besser werdende Spiel der Frankfurterinnen zu bremsen. In der 56. Spielminute setzte sich die starke Birgit Prinz auf der linken Seite durch, zog zum Tor von Kathrin Längert und schloß ab. Längert konnte klären, den Ball aber nicht festhalten. Das folgende Gestocher im Strafraum beendete Kerstin Garefrekes mit Überblick und markierte das verdiente 1:1. ![]() In dieser Szene konnte Sandra de Pol kann die schnelle Kerstin Garefrekes kurz vor dem Strafraum stoppen, doch beim Ausgleichstor war die starke Innenverteidigerin des FC Bayern chancenlos Günther Wörle schickte nach dem Ausgleichstreffer seine gesamte Auswechselbank zum Aufwärmen, denn Frankfurt drückte nun mit Einbahnstraßenfussball auf die Führung. Die Bayern kamen kaum noch zu Entlastungsangriffen. Wenn das mal gelang, dann wurde es allerdings gefährlich. Isabell Bachor hatte in der 64. Minute die Chance zur erneuten Führung mit einem platzierten Linksschuss, fand aber in Nadine Angerer ihre Meisterin, |
die mit einer Glanzparade den Ball einhändig abwehren konnte. Fast im Gegenzug hatte Birgit Prinz dann ihre größte Chance im Spiel, als sie aus ca. 12 Metern mit einem richtigen Hammer nur knapp über das Tor schoss. In der 69. Minute wechselte Wörle dann zum ersten Mal aus. Die Schweizerin Vanessa Bürki kam für Stefanie Mirlach ins Spiel. Und sofort sollte sich dieser Wechsel bezahlt machen. Julia Simic spielte mit einem Zuckerpass von der Mittellinie auf Bürki, die ungedeckt alleine auf Nadine Angerer zulaufen konnte. Von der Strafraumgrenze schlenzte sie den Ball Sekunden nach ihrer Einwechslung an Angerer vorbei ins Netz. Sowas nennt man wohl ein glückliches Händchen des Trainers. Die letzten 20 Minuten des Spiels verlagerte sich Frankfurt komplett in die Offensive. Man wollte wenigstens einen Punkt aus München mitnehmen. Die Bayern spielten es aber geschickt zuende und gewannen am Ende etwas glücklich aber auch abgezockt mit 2:1 das Topspiel und bewahren sich mit diesem wichtigen Sieg gegen die direkten Konkurrentinnen aus Frankfurt die Chance, nochmal im Kampf um die Spitzenplätze eingreifen zu können. Nach dem Spiel kommentierte Frankfurts Trainer Kahlert das Geschehen enttäuscht und prangerte die schlechte Chancenverwertung seiner Spielerinnen an. Bayerncoach Wörle haderte ebenfalls mit den Chancen seiner Mannschaft gerade in der Anfangsviertelstunde, in der die Bayern mit den zahlreichen Konterchancen durchaus 3:0 hätte führen können, zeigte sich aber letztlich zufrieden und glücklich über den Heimsieg. ![]() Jubel nach dem glücklichen Sieg. Die Bayern spielen wieder oben mit
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