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1. Bundesliga, 16. Spieltag

Hamburg verliert weiter an Boden

Hamburger SV - SG Essen-Schönebeck 0:1 (0:0)

Text von Jens Wolter
Fotos von Beate Wolter

24.03.2009   Nach zuletzt sehr unbefriedigenden Ergebnissen hoffte man auf Seiten des HSV gegen Essen endlich mal wieder auf einen „Dreier”. Die Vorzeichen waren allerdings denkbar ungünstig, denn gerade gegen diesen Gegner hat Hamburg noch niemals gewonnen.

Über die erste Spielhälfte gibt es erschreckend wenig zu berichten. Unter einem grau verhangenen Himmel spielte sich das Spielgeschehen zwar überwiegend in der Essener Hälfte ab, außer 6 Eckbällen brachten die Gastgeberinnen, die merkwürdig leidenschaftslos wirkten, jedoch nichts Zählbares zustande.

Nur dreimal geriet das Essener Tor einigermaßen in Gefahr: In der 6. Minute ging nach einer durch Silva Lone Saländer von links geschlagenen Ecke ein Kopfball knapp am rechten Pfosten vorbei, in der 8. Minute lenkte Torfrau Lisa Weiß einen Ball von Janina Haye über die Latte und in der 36. Minute schoss Tanja Vreden nach einem Zuspiel von Patrizia Hanebeck den Ball aus etwa 16 Metern knapp über das Tor. Dem standen von Essener Seite gegenüber: Null Torschüsse, null Ecken. Der einzige Ballkontakt von Torhüterin Bianca Weech resultierte aus einem Rückpass der eigenen Verteidigung. Das Fazit der ersten Spielhälfte ist somit einfach zu ziehen: Von Hamburg kam wenig, von Essen kam gar nichts.

Beiden Trainern dürfte das Spiel ihres jeweiligen Teams nicht gefallen haben und so ist zu vermuten, dass beide in der Kabine auch deutliche Worte hierfür gefunden haben. Gefruchtet haben diese aber nur auf Essener Seite.

Bianca Weech Bianca Weech Bianca Weech

Bianca Weech im Tor des Hamburger SV tat ihr bestes und wehrte die sich anbahnende Niederlage lange ab, wie in dieser Szene

Nach dem Seitenwechsel ergab sich für den HSV die bis dahin klarste Torchance des Spiels: In der 51. Minute wurde Tugba Tekkal in der linken Strafraumhälfte freigespielt, ihr Schuss Richtung langes Eck rutschte jedoch völlig ab und ging am 5-Meter-Raum ins Toraus. Nun erwachte jedoch langsam der Kampfgeist der Gästespielerinnen.


Lisa Weiß wehrt ab

Essens Keeperin Lisa Weiß vereitelt hier eine Chance des HSV. Zu spät in dieser Partie besannen sich die Spielerinnen des HSV auf ihre kämpferischen Qualitäten, so dass sie gegen den Angstgegner aus Essen wieder einmal den Kürzeren zogen

In der 54. Minute konnte Bianca Weech einen Ball gerade noch über die Latte lenken. Zwei direkte Freistöße in der 58. und 62. Minute, von Sabrina Dörpinghaus bzw. Carina Chojnacki getreten, gingen zwar noch deutlich über das Hamburger Tor hinweg, in der 65. Minute jedoch hatten die Gastgeberinnen enormes Glück, dass ein Gewaltschuss von Dörpinghaus letztendlich nur an der Unterkante der Latte landete und von einer Verteidigerin weggeschlagen werden konnte.

Tor für Essen Tor für Essen

Da war es passiert: Caroline Hamann mit der Nummer 22 erzielte das Tor des Tages

In der 68. Minute vollbrachte Torfrau Bianca Weech eine Glanztat, als sie einen Schuss der eingewechselten Isabelle Linden aus ca. 4 Metern mit den Fäusten abwehren konnte, den Abpraller setzte Linden dann mit dem Kopf über die Latte. Über eine Führung der Gäste hätte sich der HSV zu diesem Zeitpunkt nicht beschweren dürfen.

Jetzt allmählich wachten auch die Gastgeberinnen auf und hatten einige gefährliche Szenen. In der 69. Minute rettete Chojnacki gerade noch vor Tanja Vreden. Die 72. Minute sah erneut eine Großchance des HSV: Nach einem weiten Ball durch Vreden von links schob Hanebeck das Leder parallel zur Torlinie durch Freund und Feind hindurch ins Nichts. Eine Minute später endete ein Schuss - erneut von Hanebeck - genau in den Armen von Torfrau Lisa Weiß. In der 75. Minute fing die Essener Verteidigung einen Ball von Kim Kulig, die wegen einer Blessur eigentlich geschont werden sollte, aber dann doch eingewechselt wurde, noch vor der Torlinie ab.

Die dritte Essener Ecke in der 77. Minute entschied dann jedoch das Spiel, als Caroline Hamann den Ball im Nachschuss im Hamburger Tor versenkte. Die nachfolgenden Minuten ergaben noch verzweifelte Bemühungen der Gastgeberinnen, aber keine zwingenden Torchancen mehr.


Fazit:
Viel zu spät besann man sich auf Hamburger Seite auf vorhandene kämpferische Qualitäten. Die in der ersten Spielhälfte völlig passiven Gäste hingegen demonstrierten im zweiten Spielabschnitt die Wahrheit einer Binsenweisheit: Ohne eine angemessene Portion Siegeswille ist in der Bundesliga kein Blumentopf zu gewinnen. Hamburg muss sich nun vorsehen, denn das vermeintlich sichere Punktepolster zur Saisonhalbzeit ist bereits jetzt auf 5 Punkte geschrumpft. Herford und Bad Neuenahr, die beiden nächsten Auswärtsgegner des HSV, haben zudem ein Spiel weniger absolviert.

Chance Tugba Tekkal

Hier verfehlte Tugba Tekkal (Nummer 7) das Essener Tor



Hamburger SV:
Weech - Ewers, Lehmann, Haye, Freese - Kameraj, Wübbenhorst (68. Schubert), Hanebeck, Saländer (77. Schimpf) - Tekkal (65. Kulig), Vreden

SG Essen Schönebeck:
Weiß - Löwenberg, Chojnacki, Himmighofen, Duhme - Deilmann (60. Linden), Weber, Kasperczyk, Dörpinghaus - Hamann (82. Mpalaskas), Hoffmann

Tore:
0:1 Hamann (77.)

Gelbe Karten: Lehmann (88.)

Schiedsrichterin: Inka Müller (Potsdam)

Assistentinnen: Katia Kobelt, Imke Lohmeyer

Zuschauer: 427


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