1. Bundesliga, 6. SpieltagFast jeder Schuss ein TrefferHamburger SV - SC 07 Bad Neuenahr 9:2 (3:0) | ||
Text von Jens Wolter 13.10.2008 Das Team aus Bad Neuenahr war völlig von der Rolle und ermöglichte so zahlreiche Torchancen, bei denen sich die HSV-Angreiferinnen tatsächlich die Ecke aussuchen konnten. Nur für eine Viertelstunde in der zweiten Halbzeit besannen sich die Gäste auf ihre Qualitäten und brachten den HSV kurz ins Schleudern. Doch statt der Wende folgte endgültig das Debakel. Bereits nach drei Spielminuten konnten die HSV-Fans das erste Mal jubeln. Nach Steilpass von Patrizia Hanebeck stand Tanja Vreden allein vor Torfrau Ursula Holl und ließ dieser beim 1:0 keine Abwehrchance. In der 6. Minute erzwang Maja Schubert die erste Ecke für den HSV, die von Silva Lone Saländer ausgeführt wurde. Der Ball kam zu Kim Kulig, deren Schuss jedoch abgeblockt wurde. Zwei Minuten später gab es eine Ecke für Bad Neuenahr und den ersten Schuss aufs HSV-Gehäuse durch Lena Gössling, der jedoch links am Tor vorbei ging. ![]() Kim Kulig, die hier Ursula Holl umspielt, erzielte die Treffer zwei und drei für den Hamburger SV Der HSV ging aggressiv in die Zweikämpfe, erzwang auf diese Weise Ballverluste des Gegners und erarbeitete sich mehr und mehr Chancen. In der 9. Minute zielte Schubert nach einem Abpraller aus etwa 10 Metern Torentfernung rechts vorbei. In der 22. und 25. Minute zielten erst Saländer und dann Hanebeck aus jeweils etwa 16 Metern am Gehäuse vorbei. In der 29. Minute schließlich fiel das mittlerweile verdiente 2:0 durch einen Kopfball von Kim Kulig nach einer Flanke von Saländer. Nur zwei Minuten später kam Kulig aus etwa 8 Metern erneut zum Schuss, jedoch konnte Holl mit einem Reflex abwehren. In der 34. Minute war es wieder Kulig, die den Ball zunächst an den rechten Pfosten setzte, ihn dann aber im Nachschuss zum 3:0 im Tor versenkte. Bad Neuenahr kam vor der Pause nur noch zu einer Chance durch Mirvet Arabaci, aber ihr bereits im Fallen abgegebener Schuss ging in der 43. Minute rechts am Tor vorbei. Die Zuschauer verabschiedeten das Heimteam mit großem Applaus in die Kabine. Ein - noch dazu hoch verdienter - Drei-Tore-Vorsprung zur Pause bedeutete für alle HSV-Anhänger ein völlig ungewohntes Halbzeitgefühl. In der zweiten Spielhälfte vergingen wieder nur drei Minuten vom Anpfiff bis zum nächsten HSV-Treffer zum 4:0, den Saländer nach Alleingang erzielte. Der Beifall des Publikums war kaum verklungen, als Vreden in der 50. Minute nach Zuspiel von Hanebeck sogar auf 5:0 erhöhte. In der 53. Minute unterlief dann Abwehrspielerin Janka Rohrberg am eigenen Strafraum ein unglücklicher Querpass, den Neuenahrs Arabaci entschlossen zum 5:1 Anschlusstreffer nutzen konnte. In der nun folgenden Viertelstunde sah es plötzlich so aus, als würde der HSV die souveräne Führung noch aus der Hand geben. Im gleichen Maße, wie Bad Neuenahr nun an Entschlossenheit und Zweikampfstärke dazu gewann, ging dem Heimteam die mannschaftliche Geschlossenheit mehr und mehr verloren. Es gab viele Ballverluste und besonders in der Hamburger Abwehr stimmten plötzlich Zuordnung und Abstimmung nicht mehr. Als dann in der 61. Minute Nationalspielerin Lena Goeßling mit dem Ball am Fuß ungehindert durch die gesamte HSV-Hälfte laufen konnte und mit einem |
Eine Szene, typisch für ein ganzes Spiel: wieder einmal konnte Bad Neuenahrs Keeperin Ursula Holl nichts ausrichten - trotz tadelloser Leistung! | |
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strammen Schuss von der Strafraumgrenze sogar das 5:2 erzielte, schien dies endgültig die Wende im Spiel einzuleiten. Dann jedoch, als Tanja Vreden bei einem Konter in der 69. Minute nach Zuspiel von Hanebeck - wieder - allein vor Ursula Holl auftauchte und ihren dritten Treffer zum 6:2 erzielte, gewann das Spiel des HSV wieder deutlich an Sicherheit. Völlig aufgegeben hatte sich der Gegner jedoch noch nicht und so musste Bianca Weech, die an beiden Gegentreffern schuldlos war, in der 74. Minute all ihr Können einsetzen, um einen immer länger werdenden Ball gerade noch zur Ecke abzulenken.
Es war so einfach heute: Tanja Vreden umspielt auf dem Weg zu ihrem dritten Tor am heutigen Tage erst eine Abwehrspielerin und dann Keeperin Ursula Holl - 6:2 für Hamburg! Die Ecke führte zu einem erneuten HSV-Konter, den Saländer nach Zuspiel von Hanebeck in der 75. Minute zum 7:2 abschliessen konnte. Ein weiterer Konterangriff des HSV führte zum 8:2 durch die eingewechselte Kathrin Patzke in der 78. Minute, wobei ihre Position beim Zuspiel von Vreden allerdings leicht abseitsverdächtig wirkte. Das 9:2 des HSV folgte in der 83. Minute. Zunächst schien es, dass die ebenfalls eingewechselte Daniela Schacher im Zweikampf mit Gegenspielerin Isabelle Stümper hier ihren ersten Treffer für den HSV erzielt hätte, nach Spielende wurde dies jedoch in "Eigentor" geändert. |
In der 88. Minute ergab sich dann eine letzte Torchance für die Gastgeberinnen, aber der von Tugba Tekkal in der 88. Minute abgegebene Schuss ging nur an den Pfosten. So verhinderte das Aluminium das - vom Publikum laut geforderte - zweistellige Ergebnis. Bad Neuenahrs Torhüterin konnte einem angesichts der Torflut wirklich leid tun, sie ist von jeder Schuldzuweisung freizusprechen - zu häufig ließ ihre Abwehr die HSV-Angreiferinnen einfach durchstoßen. ![]() Ursula Holl im Tor von Bad Neuenahr konnte einem echt leid tun. Aber ihre Mannschaft hat nie aufgegeben.
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