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Erste Bundesliga, 14. Spieltag

Die Überraschung bleibt aus

Herforder SV - 1. FFC Turbine Potsdam 0:4 (0:1)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

01.03.2009

Der 1. FFC Turbine Potsdam ist nach elf Wochen Ligapause erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Die Brandenburgerinnen siegten beim Herforder SV mit 4:0 und festigten den vierten Tabellenplatz. Doch mehr als Pflichterfüllung beim Aufsteiger war es nicht, und so fügte auch Trainer Bernd Schröder an, dass seine Mannschaft vielleicht „40 Prozent des Leistungsvermögens“ abgerufen habe.

Doch diese 40 Prozent reichten aus gegen die stark verletzungs- geschwächte Heimelf, die sich in 90 Minuten nicht eine gefährliche Torchance erspielen konnte, sondern sich allein auf die Defensive konzentrierte. Dennoch stand es bereits nach sieben Minuten 1:0 für die Potsdamerinnen. Tabea Kemmes Flanke von der rechten Seite „verunglückte“ und senkte sich direkt ins Tor. „Das erste Tor war ein Geschenk“, ärgerte sich Herfords Trainer Björn Kenter und bekam Zustimmung von seinem Gegenüber Bernd Schröder.

Die Herforderinnen um Maxine Mittendorf (l.) griffen früh an und verlegten sich auf die Defensive. Hier kommt Babett Peter nicht zum Zug.

Mehr als den Führungstreffer ließen die Herforderinnen jedoch zunächst nicht zu. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein recht gutes Spiel gemacht“, zeigte sich Kenter zufrieden, musste in der 13. Minute allerdings noch eine Schrecksekunde erleben, als Leni Larsen Kaurin nur die Latte traf. Überhaupt machte die Norwegerin ein gutes Spiel und war Motor für das Potsdamer Angriffsspiel, das verstärkt über die rechte Seite lief.

Potsdam stürmte, Herford zerstörte – das war das Bild über 90 Minuten. Dennoch konnten die Gäste daraus lange keinen Profit schlagen, da die entscheidenden Pässe nicht ankamen, sie sich vor dem Tor zu verspielt zeigten und nicht direkt genug spielten. Die Ostwestfälinnen zeigten sich dagegen in der Defensive sehr engagiert und ernteten Anerkennung vom Gästetrainer. „Herford hat wunderbar verschoben. Wir sind ja ungefähr zwanzig Mal ins Abseits gelaufen.“ Doch nach vorne war für die Gastgeberinnen nichts zu holen. „Wir konnten die Bälle nicht halten und dadurch natürlich hinten keine Entlastung schaffen“, so Kenter.


Tabea Kemme, Bianca Sauer

Tabea Kemme (l.), hier gegen Bianca Sauer, zeigte eine engagierte Partie und belohnte sich mit dem Führungstreffer.

Tatsächlich fand im Spiel nach vorne fast kein Pass sein Ziel, die Einzelaktionen einer Marie Pollmann, die wegen eines Bänderrisses auf der Tribüne saß, wurden schmerzlich vermisst. „Wäre heute das Spiel gegen Crailsheim gewesen, hätte Marie mit Tapes und Tabletten irgendwie gespielt“, erklärte Kenter und machte deutlich, dass die Priorität nicht auf dem Heimspiel gegen Potsdam lag, in dem man sich ohnehin keine Chancen ausgerechnet hatte. Also durfte sich die U20-Nationalspielerin schonen, die anderen sich so teuer wie möglich verkaufen.

„Wir haben aus dem Spiel heraus nicht viel zugelassen“, so der HSV-Trainer. Erst ein Freistoß von Isabell Kerschowski in der 64. Minute entschied das Spiel, und schon fünf Minuten später ließ Anja Mittag auch das 0:3 folgen, das Desirée Lenz mit einem Eigentor noch auf 0:4 ausbaute. Doch so richtig konnte sich Bernd Schröder mit der Partie nicht anfreunden. „Das Spiel sollten wir schnell abhaken. Nicht wegen der vier Tore, aber wegen unserer Spielweise – das war zu wenig.“

Engagiert, schnell und gefährlich: Leni Larsen-Kaurin


Die drei Punkte gehen dennoch erwartungsgemäß nach Potsdam, waren bei den ehrgeizigen Zielen der Brandenburgerinnen aber auch Pflicht. „Wir wollen unter die ersten Zwei“, so der Trainer – diese Plätze berechtigen schließlich zur Teilnahme an der Champions League. Der Fokus liege jedoch auf dem Erreichen des Pokalfinales in Berlin, fügte Schröder an.

Die Herforderinnen richten ihren Blick dagegen ganz auf den Abstiegskampf und auf das enorm wichtige Spiel in Crailsheim am nächsten Sonntag. Pollmann werde dann definitiv dabei sein können, so Kenter, bei den Abwehrspielerinnen Kerstin Stegemann und Christina Schulte werde man die Trainingswoche abwarten müssen.

Statistik

Herford
Speckmann, Schlottmann, Hansmeier, Voss, Nolte, Lenz, Mittendorf, Mahler (81. Oester-Barkey), Sauer, Rolfs (64. Pank), Laue

Potsdam
Schumann, Draws, Peter, Bagehorn, Odebrecht (67. M. Kerschowski), Zietz, B. Schmidt, Larsen Kaurin, Kemme, J. Wich (46. I. Kerschowski), Mittag

Tore
0:1 Kemme (7.)
0:2 I. Kerschowski (64.)
0:3 Mittag (69.)
0:4 Lenz (78./ET)

Gelb
Mahler, Rolfs, Laue

Schiedsrichterin
Daniela Schneider (Limbach)

Zuschauer: 683

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