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1. Bundesliga, 6. Spieltag

Aufsteiger Herford verliert gegen harmlos agierenden Favoriten

Herforder SV Borussia Friedenstal - 1. FFC Frankfurt 0:3 (0:2)

Text von ViolA
Fotos von Nora Kruse

18. September 2008   Trotz klarem Endergebnis begeisterte vor allem Aufsteiger Herford durch seine hohe Kampfbereitsschaft die Rekordkulisse von 2748 Zuschauern.

Bereits von Anfang an hielt der Herforder SV nicht nur gut mit, sondern bestimmte die Partie, während der 1. FFC Frankfurt besonders mit den eigenen Fehlpässen und Kommunikationsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Vor allem die Abwehrkette zeigte ihre Schwächen und ermöglichte es dem Aufsteiger immer wieder gefährlich vor dem Tor von Stephanie Ullrich aufzutauchen. Bereits in der 7. Minute kam Herford durch einen Freistoß, nach dem harten Einsteigen von Anna Marciak, zu einer guten Chance. Der Ball ging jedoch knapp über das Tor. Lange lag der Führungstreffer der Gastgeber in der Luft, doch stattdessen traf Kerstin Garefrekes nach Vorarbeit von Petra Wimbersky in der 19. Minute zum 1:0 für den FFC.

Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes erzielte zwei Tore in Herford

Dieser Treffer brachte etwas Ruhe in das Frankfurter Spiel. Trotzdem gaben die Herforderinnen nicht auf und kamen zu einigen weiteren Chancen. Dabei fielen vor allem Kerstin Nolte und U19-Spielerin Marie Pollmann durch hohe Laufbereitschaft und Torgefährlichkeit auf. Ihnen stand allerdings immer wieder Tina Wunderlich im Weg, die eine ordentliche Partie ablieferte und Frankfurt mehrere Male in höchster Not vor einem Gegentreffer bewahrte. Und obwohl abermals ein Herforder Tor in der Luft lag, erhöhte auch dieses Mal der 1. FFC Frankfurt auf 2:0. Kerstin Stegemann versuchte den Ball in der 36. Minute vor der heranstürmenden Petra Wimbersky zu erreichen, er prallte jedoch unkontrolliert von ihrem Schienbein ab und für die Herforder Torfrau unhaltbar ins Tor.

Mit der Einwechslung von Karolin Thomas für die rotgefährdete Anna Marciak in der 36. Minute kam Ruhe in das Frankfurter Spiel. Es blieb bis zur Pause bei der glücklichen 2:0-Führung für den FFC.

Aus dieser kamen beide Mannschaften motiviert wieder heraus, allerdings gelang es dem FFC im Laufe der Zeit die Partie immer mehr zu kontrollieren, jedoch ohne dabei zu glänzen. So vergaben Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes klare Chancen, als sie immer wieder an der herausragenden Torfrau Sonja Speckmann scheiterten, die durch erstklassige Paraden begeisterte.

In einem Zweikampf mit Tina Wunderlich verletzte sich Sarah Mahler am Knie und musste ausgewechselt werden. Obwohl Herfords Trainer Björn Kenter Kerstin Stegemann daraufhin ins Mittelfeld vorzog und diese immer wieder gute Impulse nach vorne setzen konnte, schafften es die Herforderinnen nicht mehr, die Frankfurter Defensive zu durchbrechen.


Svenja Huth und Marie Pollmann

Frankfurts Nachwuchstalent Svenja Huth wurde in der 57. Minute eingewechselt. Hier wird sie von Marie Pollmann verfolgt, die ihrerseits ein Superspiel im Herforder Sturm machte

In der 70. Minute ereignete sich eine weitere brenzlige Situation für den FFC, als eine Herforderin von zwei Frankfurterinnen im 16 Meterraum nur mit unfairen Mitteln zu stoppen war. Der fällige Strafstoß wurde Herford jedoch verwehrt - eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichter- gespanns. Nach weiteren zahlreich vergebenen Chancen erzielte Kerstin Garefrekes in der 87. Minute den 3:0-Endstand.

Die junge Mannschaft des Herforder SV kämpfte aufopferungsvoll und hielt über weite Strecken der Partie als gleichwertiger Gegner mit dem Meister mit. Lediglich die Chancenverwertung und die zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen machten an diesem Tag den Unterschied aus. Der Herforder Angriff erwies sich, nachdem Stegemann ins Mittelfeld vorrückte, im Zusammenspiel mit Kerstin Nolte und Marie Pollmann als brandgefährlich. Die Frankfurterinnen dominierten die Partie zwar gegen Ende, hatten aber Glück, mit dieser Leistung als Sieger vom Platz gegangen zu sein.

Kerstin Nolte

Herfords Spielführerin Kerstin Nolte glänzte mit hoher Laufbereitschaft und Torgefahr und stellte Anna Marciak (im Hintergrund) vor etliche Probleme

Stimmen zum Spiel:

Herfords Trainer Björn Kenter:
„Wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit ein Riesenspiel gemacht und die Bälle sehr gut durch die eigenen Reihen laufen lassen. In der zweiten Halbzeit mussten wir unserem hohen Kraftaufwand ein wenig Tribut zollen, haben uns aber sehr gut verkauft. Ein Riesenkompliment muss ich den Zuschauern machen, das war einfach sensationell. Ich hoffe, die Leute kommen wieder und wir können als Heimmannschaft weiter sehr guten Fußball bieten.”

Frankfurts Trainer Günter Wegmann:
„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Hinten steht die Null, was für eine kompakte Leistung in der


Abwehr spricht. Mit dem Verlauf des Spiels bin ich allerdings nicht einverstanden. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und konnten keine finalen Aktionen setzen. Insgesamt haben wir unseren Rhythmus noch nicht gefunden, was auch an den Olympischen Spielen liegt, weswegen unsere Nationalspielerinnen erst spät ins Mannschaftstraining einsteigen konnten.”

Sonja Speckmann

Herfords Keeperin Sonja Speckmann machte dem Meister mit Klasse-Praraden das Toreschießen schwer


Frankfurts Manager Siegfried Dietrich:
Ich muss dem Herforder SV ein großes Kompliment aussprechen, denn hier wird eine Professionalität gezeigt, die ich mir auch von vielen etablierten Erstligisten wünschen würde. Es stimmt einfach alles, Herford ist in der Ersten Bundesliga angekommen und hat sicherlich langfristige Perspektiven.

Herforder SV:
Speckmann, Schlottmann, Stegemann, Schulte, Werner (86. Lühr), Nolte, Lenz, Bujna, Mittendorf, Mahler (63. Hansmeier), Pollmann

1. FFC Frankfurt:
Ullrich, Marciak (36. Thomas), Krieger (57. Huth), T. Wunderlich, Lewandowski, Günther, Garefrekes, Weber, Bartusiak, Prinz, Wimbersky (89. Plessen)

Tore:
0:1 Garefrekes (19.)
0:2 Stegemann (36. Eigentor)
0:3 Garefrekes (87.)

Gelbe Karten: Marciak

Schiedsrichterin: Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 2748


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