Erste Bundesliga, 4. SpieltagKlare VerhältnisseHerforder SV - SG Essen-Schönebeck 0:4 (0:2) | ||
Von Nora Kruse (Text u. Fotos)
Tolle Leistung und drei Tore: Melanie Hoffmann entschied das Spiel im Alleingang
Auch zu diesem Spiel fanden knapp 1000 Zuschauer den Weg ins Jahnstadion und unterstützten Herford über die gesamte Spieldauer – auch wenn ihnen nicht
gefallen haben dürfte, was ihre Mannschaft auf dem Rasen bot. Nach einer etwas zähen halben Stunde war es schließlich Hoffmann, die Essen per Freistoß
in der 38. Minute in Führung brachte. „Wir haben mit jedem Tor mehr Sicherheit bekommen“, so Agolli, der nur vier Minuten später über das 0:2 von
Stefanie Weichelt jubeln durfte. „Mit dem 0:2 zur Halbzeit waren wir noch gut bedient“, musste Kenter anerkennen, dessen Mannschaft nicht einen einzigen
gefährlichen Schuss auf das Tor zustande brachte.
|
Kerstin Nolte (r.) schaut hinterher: ihre Mannschaft konnte Essen nicht folgen. | |
Zuschauen beim nächsten Spiel gegen den SC 07 Bad Neuenahr wird dagegen wohl Claudia Bujna. Die 17-jährige Abwehrspielerin sah in der 65. Minute nach
einer Fehlentscheidung von Schiedsrichterin Marija Kurtes die gelbrote Karte. Die Juniorennationalspielerin lieferte sich ein Laufduell mit Susanne
Kasperczyk, in dem sich beide Spielerinnen zogen. Kasperczyk ging eine Zehntelsekunde früher zu Boden, Kurtes entschied auf Foulspiel und zeigte Gelbrot.
Die Schiedsrichterin dürfte die Szene mehr schlecht als recht gesehen haben, befand sie sich doch hinter den beiden Spielerinnen, hatte deren
Rückenansicht, wodurch ihr das gegenseitige Gerangel der Arme entgangen sein dürfte. Ihre Assistentin blieb ebenso stumm – die mangelnde Kommunikation des
Schiedsrichtergespanns zog sich über die gesamte Dauer der Partie. Die jungen Unparteiischen, im Schnitt gerade zwanzig Jahre alt, fielen durch zögerliche
Entscheidungen, Unsicherheit und schlechtes Stellungsspiel auf. Bujna verließ unter Tränen den Platz, und die anstehende Sperre verärgerte Kenter fast
mehr als das Ergebnis.
Stefanie Weichelt (r.) wirbelte über den Platz und stellte die Abwehr um Susanne Werner immer wieder vor Probleme. Auf die schlechte Schiedsrichterleistung wollte er die Heimschlappe jedoch nicht schieben, zu deutlich war die Überlegenheit der Ruhrpöttlerinnen, die jede Menge Platz auf dem Feld hatten. Diesen nutzte Kasperczyk gleich zweimal sehr effektiv. Nachdem sie in der 47. Minute bereits das 0:3 über die linke Seite vorbereitet hatte, war die Entstehung des 0:4 quasi eine Wiederholung. Erneut setzte sich Kasperczyk auf links durch und flankte in den Strafraum. Abgeschlossen wurden ihre Hereingaben beide Male von Hoffmann. |
Agolli zeigte sich hochzufrieden, mit drei Punkten den Heimweg antreten zu können. „Wir sind auf einem guten Weg nach dem Freiburg-Spiel“. Nach jener
1:2-Niederlage hatte er Wiedergutmachung seiner Mannschaft gefordert, und diese kam dem Trainerwunsch eindrucksvoll nach. Beim HSV ist dagegen in den
nächsten Tagen Analyse, Aufarbeitung und Seelenmassage angesagt, denn für Kenter war klar: „So kann man in der Bundesliga nicht bestehen.“
| |