. . . .

FanSoccer

Das Frauenfußball-Magazin



Erste Bundesliga, 16. Spieltag

Herford bleibt im Rennen

Herforder SV - SC 07 Bad Neuenahr 3:2 (3:0)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

22.03.2009

In der Hinrunde war der 4:0-Erfolg des Herforder SV gegen den SC 07 Bad Neuenahr noch ein Überraschungserfolg, jetzt waren die drei Punkte gegen die Kurstädterinnen Pflicht, wollte man im Kampf gegen den Abstieg nicht ins Hintertreffen geraten. Dass der HSV dem Druck gewachsen war, bewies die Mannschaft eindrucksvoll. Nicht nur die Punkte blieben in Ostwestfalen, auch die Spielweise des Bundesligaauf- steigers überzeugte.

Bereits zur Halbzeit lag Herford hochverdient mit 3:0 in Führung. Von der ersten Minute an machten die Gastgeberinnen Druck, und das frühe Tor von Simone Müller sorgte für Selbstvertrauen. Spielfreude, Sicherheit, Laufbereitschaft – im Spiel der Herforderinnen passte alles zusammen, Trainer Björn Kenter war „voll zufrieden“. Sein Gegenüber Deniz Bakir haderte dagegen mit dem Auftreten seiner Mannschaft. „Man muss Zweikämpfe überhaupt bestreiten, um sie zu gewinnen“ und in der Tat zeigten sich die Gäste völlig von der Rolle. Unsicherheiten in der Abwehr, Fehlpässe am laufenden Band – und auch die individuelle Klasse der Nationalspielerinnen Isabell Bachor und Lena Goeßling konnte daran nichts ändern. „Wir wollten die starke Offensive von Bad Neuenahr nicht zur Entfaltung kommen lassen“, erklärte Kenter die Zielsetzung, die seine Mannschaft umsetzte. Insbesondere Bianca Sauer zeigte eine starke Partie und ließ Bachor auf der rechten Seite keine Chance.

Vor der für Herforder Verhältnisse kleinen Kulisse von 660 Zuschauern fiel nach einer halben Stunde folgerichtig das 2:0 für die Gastgeberinnen. Mit einem sehenswerten Sololauf hängte Marie Pollmann Gegenspielerin Laura Störzel ab und überwand schließlich auch Nationaltorhüterin Ursula Holl. Nur fünf Minuten später konnte das lautstarke Publikum im Jahn-Stadion erneut jubeln, Anna Laue erzielte per Kopf das 3:0. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause, in der Bakir die richtigen Worte gefunden haben musste, denn Bad Neuenahr zeigte in der zweiten Hälfte ein anderes Spiel.

Bianca Sauer (r.) behält die Oberhand gegen Isabell Bachor - eine Szene, die sich insbesondere in der ersten Halbzeit oft wiederholte.

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff erhielten die Gäste einen Freistoß zugesprochen, den Goeßling sicher zum Anschlusstreffer verwandelte – „unhaltbar“, kommentierte Kenter.


Isabelle Stümper, Anna Laue

Anna Laue (r.) setzt sich gegen Isabelle Stümper durch. Die Herforderinnen gingen beherzt in die Zweikämpfe, die Rückkehrerin aus den USA erzielte nach einer halben Stunde das 3:0.

Heimspiel für Lena Goeßling - geboren in Bielefeld, aufgewachsen im Kreis Herford. Die Nationalspielerin hielt Bad Neuenahr mit ihrem frühen Anschlusstreffer im Spiel.

Einen Einbruch im Spiel der Herforderinnen bedeutete das Gegentor zwar nicht, dennoch war das Auftreten ein anderes als in den ersten 45 Minuten. Die Fehlpassquote erhöhte sich, die Mannschaft schaltete nicht mehr so schnell um, die Aktionen wurden zögerlicher. Auf der anderen Seite fing Bad Neuenahr aber auch an, Druck zu machen, kämpfte und spielte beherzter. Die beste Chance hatten dennoch die Herforderinnen, als Maxine Mittendorf Holl und Nadine Hagmann umspielte – anschließend aber nur den Pfosten traf. Mit dem 4:1 wäre die Partie entschieden gewesen. „Sie wollte es spannend machen“, schmunzelte Bakir später über die Szene – und die Spannung kam in der Tat.

Einen eigentlich recht harmlosen Ball ließ Speckmann in der 90. Minute Lydia Neumann vor die Füße fallen, die zum 3:2 verkürzte. Da Schiedsrichterin Sandra Pansch mehrere Minuten nachspielen ließ, kam noch einmal Hektik auf, Bad Neuenahr wollte mit aller Macht den Ausgleich. Am Ende blieb es jedoch verdientermaßen beim ersten Heimerfolg der Herforderinnen seit sechs Monaten. Genau wie Bad Neuenahr und Jena hat der HSV nun elf Punkte auf dem Konto – der Abstiegskampf ist so spannend wie nie.

Während Bad Neuenahr dafür mittlerweile wieder auf alle Leistungsträgerinnen zurückgreifen


kann, auch Célia Okoyino da Mbabi spielte neunzig Minuten durch, ist die Verletztenliste von Herford noch immer lang. „Wir hoffen, dass sich unser Lazarett in den nächsten Wochen etwas lüftet“, so Kenter, der weiterhin auf die Abwehrspielerinnen Kerstin Stegemann, Christina Schulte, Susanne Werner und Claudia Bujna verzichten muss.

Statistik

Herford
Speckmann, Schlottmann, Hansmeier, Voss, Nolte, Lenz, Mittendorf, Sauer, Laue (75. Pank), Pollmann, S. Müller (78. Mahler)

Bad Neuenahr
Holl, I. Stümper (68. Arabaci/82. Graf), Westphal, Störzel, Fols, Bachor, L. Neumann, Hagmann, Okoyino da Mbabi, Gößling, Bartke

Tore
1:0 Müller (6.)
2:0 Pollmann (27.)
3:0 Laue (32.)
3:1 Goeßling (48.)
3:2 Neumann (90.)

Gelb
Schlottmann - Westphal, Neumann, Goeßling, Fols, Okoyino da Mbabi

Schiedsrichterin
Sandra Pansch (Ahrensburg)

Zuschauer: 662

Lydia Neumann (r.) gelang in der 90. Minute der 2:3-Anschlusstreffer.

Mehr Bilder vom Spiel

Zur Ersten Bundesliga

Zur FanSoccer-Startseite