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1. Bundesliga, 12. Spieltag

Weihnachtsgeschenke für den TSV Crailsheim

SC Freiburg - TSV Crailsheim 1:3 (0:2)

Text von Roland Baumann
Bilder von Peter Clesle

16.12.2008   Mit einem zielstrebigen und effizienten Spiel verdiente sich Schlusslicht TSV Crailsheim mit dem 1:3 Auswärtssieg beim Sportclub Freiburg seine ersten Saisonpunkte. Wenn auch noch ein paar Punkte zum Nichtabstiegsplatz fehlen, zeigten die Hohenloherinnen eindrucksvoll, dass sie den Kampf um den Klassenerhalt noch lange nicht aufgegeben haben. Der SC Freiburg hingegen muss nach dem sehr glücklichen Sieg in Hamburg und den beiden folgenden Niederlagen (gegen Duisburg und jetzt gegen Crailsheim) aufpassen, nicht den Faden zu verlieren und bald wieder zu der Spielroutine zurückfinden, mit der er bisher in der Saison überzeugen konnte.

Noch bevor Freiburgs Kapitän Kerstin Boschert in der 18. Minute mit ihrem 20 Meter-Schuss ein erstes Signal setzen konnte, führten die Gäste aus dem Hohenlohischen bereits mit 2:0. Ein abgeblockter Freistoßin der 4. Minute von Juliane Maier erwischte die SC-Abwehr völlig auf dem falschen Fuß. Gegen den blitzschnell eingeleiteten Konter war Freiburgs letzte Absicherung Myriam Krüger überfordert, so dass TSV-Stürmerin Anika Höß auch mit Freiburgs Torhüterin Marisa Brunner leichtes Spiel hatte und zum 1:0 einschieben konnte. Gegen die energisch auftretenden Gäste hatte Freiburgs Abwehr seine Mühe. Einen Freistoß des TSV konnte Brunner nicht festhalten. Beim Nachfassen rannte sie Fanni Vago um, was von Schiedsrichterin Marina Wozniak auch gleich mit Strafstoß geahndet wurde. Vago ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 2:0. Erst danach fanden die Breisgauerinnen besser zu ihrem Spiel, konnten sich aber letztlich nicht entscheidend gegen die TSV-Abwehr - allen voran die souveräne Torhüterin Kim Kaller - durchsetzen. Dazwischen tauchten die Hohenloherinnen aber immer wieder gefährlich vor Marisa Brunner auf. Mit diesem 0:2 Zwischenstand ging es zur Halbzeitpause.

Martina Moser vs. Heike Gaugler

Laufduell zwischen Martina Moser (links) und Heike Gaugler

Gleich nach der Pause gab der Sportclub richtig Gas. Zunächst versuchte es Martina Moser mit einem Distanzschuss, den Kim Kaller erst im Nachfassen sichern konnte. Gleich drauf war es wieder Moser, die mit einem scharfen Schuss aus 15 Meter die TSV-Abwehr prüfte. Und schließlich gelang der Anschlusstreffer, als sich Nadine Enoch auf der linken Seite durchsetzte und mit ihrer Flanke mustergültig die mitgelaufene Susi Hartel bediente. Dann allerdings erlosch das Freiburger Strohfeuer. Crailsheim hielt dagegen und ließ über längere Zeit nichts Nennenswertes mehr zu.


Nadine Enoch vs. Vago und Höß

Trübe Aussichten beim SC Freiburg. Nicht nur das Wetter machte nicht mit, auch die Gäste aus dem Hohenlohischen vermiesten die vorweihnachtlichen Freuden. Hier schirmt Fanni Vago (Mitte) den Ball gegen Nadine Enoch ab, damit Anika Höß frei zum Zuge kommt.

Den Freiburger Spielzügen fehlte einfach die Präzision und der Überraschungseffekt. Erst in der 75. Minute gab es wieder einen Aufreger, als Susi Hartel mit einem Kopfball nur knapp das Crailsheimer Tor verfehlte. Freiburg versuchte, den Ausgleich zu erzwingen. Ein Schussversuch von Hartel nach einer Flanke von Juliane Maier wurde von der TSV-Abwehr geblockt. Kurz drauf verfehlte die eingewechselte Merza Julevic mit einem 25 Meter Schuss knapp das Tor. Selbst Freiburgs Torhüterin Brunner rückte bis zur Mittellinie mit vor. Bei einem dieser Ausflüge konnte sie weit im Mittelfeld stehend gerade noch eine Konter der Crailsheimerinnen entschärfen. Wie riskant Freiburg spielte, zeigte die 86. Minute. Kerstin Boschert startete wieder einen energischen, aber auch eigensinnigen Angriff aus den Abwehrreihen, verlor prompt den Ball, den die sehr agile Carina Breunig zum 1:3 im Freiburger Tor unterbrachte. Aber auch danach gaben die Breisgauerinnen noch nicht auf. Nadine Enoch versuchte sich gegen drei Crailsheimerinnen und wurde von Cecilia Gaspar unfair gebremst. Schiedsrichter Wozniak sah hier ein gelbwürdiges Foul und schickte die zuvor schon gelbgestrafte Gaspar vorzeitig zum Duschen. Der fällige Freistoß aus gut 25 Meter brachte aber ebenso wenig ein, wie eine letzte Ecke in der Schlussminute. Es blieb bei dem für den TSV Crailsheim verdient erkämpften 3:1 Sieg.

Susi Hartel vs. Cecilia Gaspar

Hier versucht sich Susi Hartel gegen Cecilia Gaspar durchzusetzen

„Es ist ein sehr gutes Gefühl, es war mein erster Sieg mit einer Frauenmannschaft”, meinte der sichtlich erleichterte Crailsheimer Trainer Hubert Müller. „Letzte Woche gegen Bayern haben wir eigentlich noch besser gespielt, aber dann doch unglücklich verloren. Heute haben wir, vor allem in der zweiten Halbzeit, auch mal das Glück auf unserer Seite gehabt.”


Günter Rommel vom Sportclub Freiburg war weniger glücklich: „Wir waren gewarnt, Crailsheim hatte sich bisher oft unter Wert verkauft, diesmal habe sie ihre Chancen eiskalt ausgenutzt. In der zweiten Halbzeit hat bei uns der Einsatz gestimmt und wir haben alles versucht, das Spiel noch zu drehen. Es ist aber schwierig, wenn man nach einer solchen Erfolgsserie in Rückstand gerät, nochmals den Schalter umzulegen.”

Ramona Treyer vs. Sinah Amann

Ein energischer Kampf um den Ball zwischen Ramona Treyer (links) und Sinah Amann

SC Freiburg:
Brunner - Zirnstein, Kleiner, Boschert, Faißt (52. Amann), Haag (72. Julevic), Krüger, Maier, Moser, Enoch, Hartel

TSV Crailsheim:
Kaller - Schott, Held, Gaspar, Eberhardt, Hörber, Treyer, Höß, Vago, Gaugler, Breunig

Tore:
0:1 Höß (4.)
0:2 Vago (15.FE)
1:2 Hartel (51.)
1:3 Breunig (86.)

Gelbe Karten: Kleiner, Enoch, Hartel, Maier / -

Gelb rote Karten: - / Gaspar / -

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: 412


Weitere Bilder von Peter Clesle gibt es unter: www.peter-clesle.de

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