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1. Bundesliga, 20. Spieltag

Leichter Sommerkick

FCR 2001 Duisburg - VfL Wolfsburg 4:0 (2:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

11.05.2009   Trainer Ralf Kellermann vom VfL Wolfsburg brachte es bei der Pressekonferenz auf Punkt. „Wir haben recht tief gestanden und hatten die Duisburgerinnen da wo wir sie haben wollten. Doch dann hatte der FCR fünf gute Minuten in denen er unsere Abwehr mit langen Pässen ausgehebelt hat und schon war es passiert. Mit dem ersten Gegentor hätte ich noch leben können, aber wenn man die anschließenden 1-2 guten Konterchancen nicht nutzt ist man selber Schuld. Nach der Halbzeit wollten wir dort wieder anknüpfen, aber nach dem 3:0 lief gar nichts mehr. Duisburg tat nur noch das Nötigste und es entwickelte sich ein leichter Sommerkick.”

Martina Voss konnte sich der Meinung ihres Kollegen nur anschließen. „Mit dem 1:0 ging ein Ruck durch die Mannschaft, nachdem man sich in den ersten 30 Minuten doch recht schwer getan hat. Nach dem 3:0 haben wir dann einen Gang zurückgeschaltet. Wir haben unsere Aufgabe für heute erledigt. Ich gehe davon aus, dass Potsdam gegen Neuenahr die Punkte einfährt. Ich bin mal gespannt wie Bayern sich in Hamburg schlägt. Wir können nichts weiter tun als unsere letzten beiden Bundesligaspiele auch noch zu gewinnen.”

Martina Müller

Auch Wolfsburgs Nationalstürmerin Martina Müller fand kein Mittel gegen die Duisburger Abwehr, hier Marina Hegering in Unterstützung von Annike Krahn

Aus den beiden Trainermeinungen ist schon fasst das ganze Spiel dokumentiert. Ralf Kellermann hatte seine Mannschaft auf fünf Positionen verändert und die Devise ausgegeben sich möglichst kompakt in der Abwehr zu postieren. So wunderte es auch keinen, dass in den ersten 12 Minuten Wolfsburg nicht ein einziges Mal in der Duisburger Hälfte vorzufinden war.

Irini Ioannidou

Unter Einsatz ihres ganzen Körpers verhindert hier Irini Ioannidou, die heute für Alexandra Popp spielte, einen der wenigen Wolfburger Angriffe

Duisburg hingegen biss sich förmlich in der Wolfsburger Hälfte fest und hatte gerade zu Beginn des Spieles mehrere Möglichkeiten. Doch war es gerade die kompakte Abwehr um Pia Marxkord, Lisa Eichholz, Stephanie Ende und Rebecca Smith, die die Löwinnen davon abhielt ein schnelles Führungstor zu erzielen. Weder Marina Hegering noch Inka Grings konnten sich effektiv in Szene setzen. Erster Höhepunkt war ein Freistoß von Lira Bajramaj aus 20 Metern den Anne-Friederike Rissling mit Bravour parieren konnte. Überhaupt zeigte die Wolfsburger Torhüterin am heutigen Tage eine recht gute Leistung.


Inka Grings im Strafraum

Mit aller Kraft versucht hier Rebecca Smith Inka Grings den Ball abspenstig zu machen, während ihre Kolleginen Lisa Eichholz und Pia Marxkord die Szene beobachten. Am Ende hat dann aber alles Abwehrbemühen der Wolfburgerinnen nichts geholfen, Grings kam trotzdem zu zwei Toren und ihr FCR Duisburg insgesamt zu vier Treffern

Zwischen der 15. bis 20. Minute schafften es die Wölfinnen dann doch vor das Duisburger Tor. Zum einen war dies ein Pfostenschuss von Stephanie Bunte und zum anderen eine Kombination von Nathalie Bock und Annelie Brende, doch leider blieb der Erfolg aus. Selbst ein Torschuss von Martina Müller erreichte sein Ziel nicht. Die Duisburger Abwehr sowie Torfrau Kathrin Längert lieferten eine solide Leistung ab und auch die heute für Alexandra Popp spielende Irini Ioannidou führte sich gut ins Mannschaftsgefüge ein.

Nach einigen Anweisungen vom Seitenrand war es dann in der 30. Minute soweit. Nach einer hohen Vorlage aus dem Mittelfeld in den Lauf von Jennifer Oster, packte diese sich den Ball und zirkelte diesen aus vollem Lauf ins Netz. Die Erleichterung war förmlich zu spüren und Duisburg spielte nun befreiter auf. Als dann Inka Grings, nach einem Sololauf von Oster, im Strafraum zum 2:0 einkickte war die „Aufgabe Wolfsburg” so gut wie abgehakt.

Tor durch Jennifer Oster

Das 1:0 erzielte Jennifer Oster (in der Mitte mit der Nr. 6 ) in dieser Szene selbst, das 2:0 durch Inka Grings bereitete sie dann wenig später vor

In der Halbzeit wurde Simone Laudehr ausgewechselt, die sich noch ein wenig schonen sollte, genauso wie später auch Femke Maes. Das Spiel war gerade erst zur zweiten Halbzeit angepfiffen, da startete die Kapitänin Inka Grings und schoß aus ca. 16 Metern zum 3:0 ein. Danach gaben sich die Wölfinnen völlig auf und Duisburg schaltete zwei Gänge zurück, somit war der anfänglich zitierte „Sommerkick” eröffnet. Zwar kam mit der Einwechslung von Shelly Thompson noch einmal etwas frischer Wind ins Spiel, doch konnte keine der Mannschaften wirklich Akzente setzen. Den Schlusspunkt setzte schließlich in der 89. Minute Linda Bresonik, die einen Foulelfmeter zum 4:0 Endstand verwandelte.

Elfmeter Linda Bresonik

Schiedsrichterin Moiken Reichert zeigte Linda Bresonik genau, wo der Ball zum Elfmeter hin muss. Nach Bresoniks Schuss war er dann zum 4:0 im Tor


„Aufgabe erfüllt, nun geht es an den UEFA-Pokal,” so das Motto von Martina Voss. Dieser wurde im Übrigen heute zum ersten Male der Öffentlichkeit vorgestellt, ebenso wie der neue Duisburger Co-Trainer Marco Ketelaer. Der 39jährige ist in Besitz der A-Lizenz und konnte sich bereits in mehreren Trainerstationen bewähren.

UEFA-Pokal

Der Pott soll in den Pott! - Der UEFA-Pokal!

FCR 2001 Duisburg:
Längert - Oster, Grings, Bresonik, Laudehr (46. Knaak), Krahn, Fuss, Hegering, Ioannidou (57. Hauer), Bajramaj, Maes (70. Popp)

VfL Wolfsburg:
Rissling - Marxkord, Eichholz, Ende (15. Brendel), Blässe (75. Nokso-Koivisto), Smith, Bunte (61. Thompson), Bock, Omilade, Müller, Höfler

Tore:
1:0 Oster (30.)
2:0 Grings (36.)
3:0 Grings (47.)
4:0 Bresonik (89. FE)

Gelbe Karten:Marxkord

Schiedsrichterin: Moiken Reichert (Worms)

Assistentinnen: Ines Appelmann, Kathrin Heimann

Zuschauer: 1080


Weitere Bilder von Katrin Müller unter:
www.kapixblog.net


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