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1. Bundesliga, 22. Spieltag

Saisonausklang mit vielen Toren

FCR 2001 Duisburg – SC Freiburg 5:0 (0:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

07.06.09   Letzter Spieltag in der Frauen-Bundesliga - Spannung lag in der Luft! Drei Vereine kämpften heute, in einem Herzschlagfinale, noch um die deutsche Meisterschaft. Zugegeben der FCR hatte dabei die schlechteste Ausgangslage des Trios, aber sollten die beiden Rivalen Potsdam und München heute patzen wäre die Chance da gewesen. Doch bevor die letzten 90 Spielminuten dieser Saison anbrechen sollten, überreichte der NRW Sportminister Ingo Wolf den erfolgreichen Löwinnen die Sportehrenmedaille des Landes Nordrhein Westfalen.

Danach wurde es wieder sportlich. Selbstbewusst traten die Duisburgerinnen an, um ihren Teil der Pflichtaufgabe zu erfüllen. Freiburgs Trainer Günter Rommel konnte fast aus dem Vollen schöpfen und seine Stammmannschaft aufs Feld schicken, lediglich Kapitänin Kerstin Boschert fiel verletzungsbedingt aus. Schnell versuchte der FCR dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, doch gab es nur wenige Tormöglichkeiten auf beiden Seiten.

Alexandra Popp gegen Myriam Krüger

Alexandra Popp gewinnt hier den Zweikampf gegen Myriam Krüger

Nach zehn Minuten hatten die Duisburgerinnen ihre erste Torchance durch Femke Maes. Zwei Minuten später war es Lira Bajramaj die aus spitzem Winkel auf das Freiburger Tor schoss, aber Verena Faißt konnte in letzter Sekunde klären. In der 15. Spielminute war es Annike Krahn, die ihren Schuss an die Latte setzte. Freiburgs Abwehr um Wendlinger, Kleiner, Linke und Faißt stand wie ein Bollwerk und hielt dem Duisburger Druck stand. Aber erst als sie ihre extreme Defensivhaltung lockerten, kamen auch die Breisgauerinnen zu ihrer ersten Torchancen. Susanne Hartel flankte auf Martina Moser, die aber den Ball nicht optimal köpfen konnte und der Ball schoss über das Tor hinaus.

 Lira Bajramaj gegen Stéphanie Wendlinger

Lira Bajramaj versucht Stéphanie Wendlinger und Jana Linke zu enteilen

In der zweiten Halbzeit drehte Duisburg, trotz Regen, mächtig auf und zwei Minuten nach Wiederanpfiff war das Freiburger Abwehrbollwerk geknackt. Charline Hartmann passte den Ball von der Freiburger Grundlinie zurück auf Inka Grings, sodass diese nur einzuschieben brauchte. Allen fiel sichtlich ein Stein vom Herzen, man wollte auf jeden Fall gewinnen. Zwei Minuten später war es wieder Inka Grings die, nach Vorarbeit von Simone Laudehr, knapp am Tor vorbei schoss. Duisburg war jetzt drückend überlegen. Konnte Stéphanie Wendlinger in der 51. Minute einen Schuss von Femke Maes zur Ecke retten, war es danach wieder das Duo Grings/ Hartmann, die auf 2:0 erhöhten.


FCR Duisburg

Gruppenfoto nach erfolgreicher Saison: Das Team des FCR Duisburg der Saison 2008/2009 mit den beiden gewonnenen Pokalen

Die Spielstände aus den anderen Stadien bestätigten längst, dass die Duisburger Chance auf null gesunken war, dennoch wollten es sich die Löwinnen nicht nehmen lassen sich anständig von ihrem Publikum zu verabschieden. Die Freiburgerinnen waren völlig von der Rolle und kamen erst nach 65 Minuten, durch Verena Faißt, zu ihrer ersten Torchance in der zweiten Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 4:0 für Duisburg. Die beiden Tore erzielten Grings und Bresonik, die den Ball von der Strafraumgrenze aus ins Netz köpfte. Danach verflachte das Spiel zusehends, Freiburg hatte den Duisburgerinnen nichts mehr entgegen zu setzen. Den Endstand zum 5:0 erzielte Stephanie Goddard mit dem Schlusspfiff, als sie nach Vorlage von Simone Laudehr den Ball im Netz versenkte. Dass der Sieg nicht höher ausfiel, war letztendlich Freiburgs Schlussfrau Marisa Brunner zu verdanken.

Inka Grings

Inka Grings setzt zum Torschuss gegen Marisa Brunner an, Jana Linke und Valeria Kleiner können nur noch zuschauen

Freiburgs Trainer Günter Rommel machte es kurz und schmerzlos. „In der ersten Halbzeit haben wir eine knappe Viertelstunde gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden hatten und haben uns dann auch die eine oder andere Chance erarbeitet. In der zweiten Halbzeit war das Ding nach einer Viertelstunde erledigt und wir hatten nichts mehr zuzusetzen. Duisburg ist aber auch eine Klassemannschaft, die zu Recht zwei Titel in dieser Saison gewonnen hat.”

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Auch Linda Bresonik, hier in der Mitte zwischen Verena Faißt (links) und Valeria Kleiner, machte heute noch einmal ein Tor

Duisburgs Trainerin Martina Voss analysierte recht sachlich: „Wir haben die Punkte selber liegengelassen, das wussten wir schon vor diesem letzten Spieltag.” Sichtlich imponiert war Voss aber von einer Geste der Mannschaft: „Zwei Stammspielerinnen haben mich gebeten, nicht auf den Spielbogen zu kommen, damit die Spielerinnen noch einmal auflaufen konnten, die uns verlassen. Das zeigt den hervorragenden Geist der Mannschaft.” Somit kamen auch noch einmal Charline Hartmann, Corina Schröder; Vanessa Martini und Stephanie Goddard zu einem letzten Einsatz für den FCR Duisburg.


„Wir schließen heute ein wunderbares Jahr, wir sind auf dem richtigen Wege und wir hoffen natürlich, diese Leistungen und Erfolge in der neuen Saison bestätigen zu können,” beendete Voss die letzte Pressekonferenz in dieser Saison.

Nach dem Spiel wurden auch die Spielerinnen und einige Akteure verabschiedet, die den Verein zum Ende der Saison verlassen. U.a. wechselt Co-Trainer Friedel Baumann als neuer Trainer zum Regionalligisten Borussia Mönchengladbach, Kathrin Längert zu Bayern München, Vanessa Martini und Stephanie Goddard zum Reviernachbarn SGS Essen-Schönebeck, Charline Hartmann und Sonja Fuss zum 1. FC Köln sowie Fatmire Bajramaj und Corina Schröder zu Turbine Potsdam. Ganz still und leise sagte aber auch Teammanager und Vorstandsmitglied Dieter Oster „Adieu”, er kandidiert jetzt für den FCR-Aufsichtsrat.

Charline Hartmann gegen Jana Linke

Charline Hartmann im Kampf gegen Jana Linke, am Schluß ist sie einen Tick schneller. Hartmann gehört zu den Spielerinnen, die den FCR Duisburg verlassen werden und heute auf dem Platz ihren Abschied feiern durften, weil einige Stammspielerinnen in einer Klasse-Geste darum baten und selbst zurückstanden

FCR 2001 Duisburg:
Längert - Kiesel, Grings, Bresonik, Laudehr, Krahn, Fuss, Bajramaj (62. Martini), Popp (70. Schröder), Hartmann (55. Goddard), Maes

SC Freiburg:
Brunner - Wendlinger, Kleiner, Hartel, Maier (61. Amann), Julevic (58. Richter), Moser, Faißt, Zirnstein (77. Hummel), Linke, Krüger

Tore:
1:0 Grings (47.)
2:0 Hartmann (53.)
3:0 Grings (60.)
4:0 Bresonik (61)
5:0 Goddard (90. + 1)

Gelbe Karten: Wendlinger Hartel

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten)

Assistentinnen: Rebecca Rüdelstein, Christina Paulencu

Zuschauer: 2.011


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