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1. Bundesliga, Nachholspiel vom 8. Spieltag

Duisburg stürzt Frankfurt noch tiefer in die Krise

FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Frankfurt 5:0 (3:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Marion Kehren und Thorsten Becker

22.11.2008   Innerhalb von 16 Tagen traf der FCR Duisburg zum dritten Mal auf den 1. FFC Frankfurt. Für die Duisburgerinnen stellte sich die Frage, ob sie nach den beiden mitreißenden UEFA-Cup Spielen die Hessinnen im heutigen Meisterschaftsspiel zum dritten Mal hintereinander schlagen könnten. Für die Frankfurterinnen ging es eher darum, Schadenbegrenzung zu betreiben und die vielzitierte „Krise“ zu stoppen.

Doch erst einmal mussten auf dem Spielfeld die letzten Reste von Sturmtief „Irmela“ beseitigt werden, um das Spielfeld wenigstens halbwegs bespielbar machen zu können. Da war sich auch FCR Trainerin Martina Voss nicht zu schade, mitzuhelfen und die hauchdünne Schneedecke zu beseitigen.

Martina Voss

Duisburgs Trainerin Martina Voss packte beim Schneeschippen mit an

Bild: Marion Kehren

Auf dem schwer bespielbaren und tiefen Platz bei lediglich 2° Grad dauerte es einige Minuten bis die Spielerinnen sich an die Platzbedingungen gewöhnt hatten. Tatsächlich war es in den Anfangsphase aber der FFC, der sich mehrere Chance erspielte und man hatte sogar das Gefühl, dass die Frankfurterinnen die „Jetzt-erst-recht-Einstellung“ in die Tat umsetzen wollten.

Doch es dauerte nicht lange, bis die Duisburgerinnen in Tritt kamen und Inka Grings innerhalb von 3 Minuten zwei große Torchancen hatte. Die gesamte Frankfurter Abwehr glich eher einem „Hühnerhaufen“ und Tina Wunderlich und Stephanie Ullrich gelang es nicht, die Abwehr zu ordnen. So war es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis es zum ersten Mal im Frankfurter Tor klingeln sollte. Und das war genau nach 13 Minuten der Fall. Nach einem Freistoß von Simone Laudehr und einem Abtropfer der Frankfurter Abwehr fiel der Ball direkt vor die Füße von Annike Krahn und diese hämmerte den Ball ins Netz.

Annike Krahn

Annike Krahn erzielte mit einem wuchtigen Schuss den Duisburger Führungstreffer, Sandra Smisek mit der 20 kann den Ball nicht abblocken

Bild: Thorsten Becker

Was dann passierte, ist nicht wirklich zu erklären, gerade einmal 10 Minuten dauerte der Sturmlauf der Duisburgerinnen und es stand nach 25. Minuten Spielzeit bereits 3:0. Dabei ist der Sololauf von Annemieke Kiesel über das halbe Spielfeld besonders hervor zu heben. Die Spielerinnen des FCR hoben die Frankfurter Abwehr förmlich aus den Angeln und wenn die Duisburgerinnen mehr Glück in den Einzelaktionen gehabt hätten, hätte es zur Halbzeit einen ganz anderen Spielstand geben können … nämlich wesentlich höher.

Jennifer Oster und Tina Plessen

Jennifer Oster, links, war auch heute wieder sehr agil und bereitete einen Treffer von ihrer rechten Seite aus vor. Ihre Gegenspielerin Christina Plessen ist in dieser Szene allerdings einen Tick schneller am Ball

Bild: Thorsten Becker


Annemieke Kiesel und Tina Wunderlich

Die Frau mit der Maske Annemieke Kiesel, hier im Zweikampf mit Tina Wunderlich, erzielte das 2:0 für Duisburg

Bild: Marion Kehren

Die Frankfurterinnen hatten in der ersten Halbzeit gerade einmal drei gute Torchancen, aber nach diesem schnellen Rückstand waren sie jetzt völlig verunsichert. Noch dazu fehlte ihnen das Glück. Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes trafen zweimal die Latte. Frankfurt war drauf und dran, in den letzten Minuten der ersten Halbzeit den Anschlusstreffer zu erzielen, leider ohne Erfolg, irgendwie will heute nichts gelingen.

Linda Bresonik und Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes (rechts, im Zweikampf mit Linda Bresonik) hatte mit einem Lattentreffer Pech

Bild: Thorsten Becker

Nach der Pause das gleiche Bild. Nach wenigen Minuten klingelt es schon wieder im Frankfurter Tor, 4:0 durch Simone Laudehr. Konnte es noch schlimmer für die Frankfurterinnen kommen? Ja, es konnte! In der 62. Minute traf Turid Knaak, nachdem ein von Sonja Fuss getretenr Freistoß zu kurz abgewehrt worden war, zum 5:0 Endstand. Danach verflachte das Spiel zusehend und beide Mannschaften tummelten sich fast nur noch im Mittelfeld. Die Frankfurterinnen waren nun völlig gefrustet und der Kampfeswillen gebrochen und die Duisburgerinnen satt.

Birgit Prinz und Inka Grings

Birgit Prinz und Inka Grings - Konkurrentinnen, die heute beide nicht trafen. Grings dürfte es egal gewesen sein...

Bild: Marion Kehren

Unter der Anwesenheit von Nationaltrainerin Sylvia Neid wurden nun die Fangesänge „Inka für Deutschland“ lauter! Inka Grings selber hat zwar heute kein Tor geschossen, doch für reichlich Unruhe in der Frankfurter Abwehr gesorgt. Ebenfalls hervorzuheben sind die U17 WM Legionärinnen Turid Knaak und Alexandra Popp, die trotz 25 Stunden Flug gespielt und jeweils ein Tor geschossen haben.


Die anschließende Pressekonferenz war kurz und schmerzlos.

Frankfurts Trainer Günter Wegmann brachte es auf den Punkt: „Wir haben 10 Minuten in der ersten Halbzeit komplett verpennt und wurden bitterlich dafür bestraft, dazu kam auch noch Pech. Duisburg ist der verdiente Sieger.” Martina Voss, überglücklich und zufrieden, fand den Sieg ihrer Mannschaft sogar zu hoch, würdigte aber die kompakte Mannschaftsleistung, trotz der heute schwierigen Wetterbedingungen. Des weiteren ist sie froh, dass Duisburg jetzt eine Woche spielfrei hat und sich somit die angeschlagenen Spielerinnen (Hauer, Krahn und die drei Legionärinnen) erholen können.

Turid Knaak und Melanie Kantor

Zwei Youngsters gegeneinander: Turid Knaak (links), gerade von der U17 zurück, spielte in der zweiten Halbzeit ebenso wie die Nachwuchsspielerin des FFC, Melanie Kantor

Bild: Thorsten Becker



FCR 2001 Duisburg:
Längert - van Bonn, Hauer, Krahn, Fuss - Kiesel, Bresonik, Oster (63. Hartmann), Laudehr (63. Prießen), Grings, Popp (46. Knaak)

1. FFC Frankfurt:
Ullrich - Günther (58. Kantor), Lewandowski, Wunderlich T., Plessen - Weber (80. Marciak), Garefrekes, Wimbersky, Prinz, Smisek (71. Trotter), Schatton

Tore:
1:0 Krahn (13.)
2:0 Kiesel (15.)
3:0 Popp (24.)
4:0 Laudehr (48.)
5:0 Knaak (62.)

Gelbe Karten: Prinz, Wimbersky

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)

Zuschauer: 1240


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