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1. Bundesliga, 4. Spieltag

Crailsheim noch gut bedient!

FCR Duisburg - TSV Crailsheim 8:0 (4:0)

Text von Andrea Vehlken
Bilder von Thorsten Becker

28.09.2008   In einer extrem einseitigen Partie schlug der Vizemeister FCR Duisburg den Abstiegskanditaten aus Crailsheim nur 8:0. Denn ohne Torfrau Kaller und einiger immer wieder fehlender Zentimeter, hätte der Sieg des FCR auch zweistellig ausfallen können.

Vor etwa 850 Zuschauern bei schönstem Sonnenschein übernahm Duisburg sofort das Kommando und der TSV beschränkte sich vollständig auf die Defensive. Allein man hätte schon nach drei Minuten feststellen können, dass es nicht effektiv ist, eine Inka Grings mit zwei oder drei Leuten zu umkreisen und dafür z.B. die heute glänzend aufgelegte Nachwuchshoffnung Alexandra Popp völlig zu vernachlässigen. Diese bestrafte das Crailsheimer Bollwerk zum ersten Mal und eröffnete das Wettschiessen auf das Gehäuse von Torfrau Kim Kaller.

Alexandra Popp

Die 17-jährige Alexandra Popp war mit drei Toren heute die erfolgreichste Duisburger Torschützin. Im Bild hat Daniela Held gegen Popp das Nachsehen

Nationalspielerin Simone Laudehr, die mit Marina Hegering das durch den Ausfall von Linda Bresonik und Lira Bajramaj völlig umgebaute Mittelfeld des FCR beackerte, schaffte wenig später in der 13. Minute das 2:0. Mittelfeldkollegin Marina Hegering wollte da nicht nachstehen und schraubte in der 23. Minute das Ergebnis auf 3:0 hoch.

Crailsheim erkannte, dass man zügig etwas ändern muss. Die frühen Höchststrafen für Veronika Tajmel und Fanni Vago, die gegen Alisa Kürschner und Annika Eberhardt ausgewechselt wurden, sollten das Torfestival des FCR eindämmen - allein es funktionierte nicht. Denn nun war es wieder Alexandra Popp, die auf 4:0 erhöhte. So ging man in die Pause - Crailsheim hatte bis dato nicht einen einzigen Spielzug auf das Duisburger Tor gebracht, die oft kritisierte Defensive des Vizemeisters wurde also nicht geprüft, lief allerdings den Crailsheimer Offensiven auch immer den Ball ab.

Marina Hegering

Marina Hegering, die hier den Ball gegen Carina Breunig (links) und Carolin Hörber behauptet, war zum 3:0 erfolgreich

Das Spiel in der zweiten Hälfte verlief ganz ähnlich: Duisburg bestürmte das Tor, Crailsheim stand mit 11 Spielerinnen in der eigenen Hälfte. Und wie um ihre tolle Leistung zu unterstreichen, war es Alexandra Popp zum Dritten in der 57. Minute, die das 5:0 makierte.

Martina Voss wechselte die an der Hand verletzte Turid Knaak und später das Riesentalent Hasret Kaciyki gegen


7:0 durch Inka Grings

Der ist drin! Inka Grings, die sich bereits abwendet, hat soeben das 7:0 für den FCR Duisburg erzielt.

(Weitere Bilder von Thorsten Becker findet ihr unter www.frauenfussball-blog.de )

Corinna Schröder und Charline Hartmann aus, deren Auftritt sicher von einigen mit Spannung erwartet wurde. Hartmann wirkte zumindest körperlich topfit, blieb ansonsten aber blass.

Der langsam wieder stärker werdenden Simone Laudehr gelang in der 67. Minute mit einem schönen Kopfball ihr zweiter Treffer zum 6:0. Crailsheim schien jetzt etwas wach zu werden und überquerte nun auch die Mittellinie - allerdings stellte der Tabellenletzte auch in dieser Phase Katrin Längert, Annike Krahn und Sonja Fuss nicht vor wirklich schwierige Aufgaben in der Abwehrarbeit.

Charline Hartmann

Die von Essen nach Duisburg gewechselte Charline Hartmann absolvierte ihre ersten Erstligaminuten für den neuen Verein. Dabei wirkte sie zwar körperlich fit, konnte spielerisch aber noch wenig bewirken

Der FCR, speziell in Person von Torjägerin Inka Grings, vergab eine Riesenchance nach der nächsten. Stellenweise glich das Spiel einem Duell zwischen Crailsheims Bester, Torfrau Kaller, und der Duisburger Erfolgsgarantin Grings, die trotz ihrer vielen verpassten Chancen schon wieder ein klasse Spiel mit vielen Vorlagen und enormen Einsatz ablieferte. So dauerte es bis zu 86. Minute, ehe Grings ihr absolut verdientes Tor zu 7:0 bekam.

Doch noch war der Torhunger des FCR nicht gestillt. Ein dummes Frustfoul der Crailsheimerin Daniela Held hatte für jene nicht nur die gelb-rote Karte zur Folge, sondern auch den sicher verwandelten Elfmeter zum 8:0 Endstand durch Annike Krahn.


Alles in allem ein schöner Sommerfussball für die Duisburgerinnen und eine nicht bundesligareife Leistung des TSV, welcher sich bei seiner Torfrau und dem etwas lachsen Umgang der Duisburger Offensive mit den gebotenen Chancen bedanken kann, dass das Ergebnis nicht im höheren zweistelligen Bereich zu Buche schlug. Es kann für Crailsheim nur um Punkte bei schwächeren Teams gehen, um den Abstiegskampf erfolgreich zu gestalten. Der FCR zeigt sich erholt im Kampf um die Meisterschaft. Ob die Defensivarbeit ebenfalls verbessert wurde, werden stärkere Gegner zeigen müssen.

Turid Knaak

Hier kommt Turid Knaak gegen Daniela Held zu einer Flanke. Im Hintergrund Crailsheims starke Torfrau Kim Kaller, ohne deren gute Leistung das Egebnis wohl noch höher ausgefallen wäre

FCR Duisburg:
Längert - van Bonn ( 66. Hauer), Krahn, Fuss, Martini - Hegering, Laudehr, Popp, Knaak (53. Schröder) - Grings, Kaciyki ( 57. Hartmann)

TSV Crailsheim:
Kaller - Schott, Held, Gaspar, Gaugler - Hörber, Treyer, Breunig, Vago (23. Eberhardt), Tajmel (13. Kürschner) - Höß

Tore:
1:0 Popp (3.)
2:0 Laudehr (13.)
3:0 Hegering (23.)
4:0 Popp (41.)
5:0 Popp (57.)
6:0 Laudehr (67.)
7:0 Grings (86.)
8:0 Krahn (88. Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Popp / Schott

Gelb-Rot: Held (88. wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichterin: Sandra Pansch (Ahrensburg)

Zuschauer: 857


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