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1. Bundesliga, Nachholspiel vom 10. Spieltag

Bittere Heimniederlage

FCR 2001 Duisburg - FC Bayern München 0:1 (1:2)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

02.04.2009   Nach dem beherzten Auftritt der Löwinnen in Lyon war es den Duisburgerinnen nicht vergönnt in der Bundesliga einen Befreiungsschlag hinzulegen. Trotz zweier fehlender Stammspielerinnen verlor der FCR völlig unnötig auch das zweite Spitzenspiel hintereinander vor heimischem Publikum und hat somit bereits 4 Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Turbine Potsdam.

Ohne fünf Leistungsträger musste Bayern München den Gang nach Duisburg antreten und obwohl München sich langsam aber sicher wieder an die Top 4 der Liga heran gepirscht hatte, schien dieses Unternehmen heute Abend eigentlich klar zu Gunsten von Duisburg auszugehen. „Doch, so sagte Günther Wörle später, ich muss meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment machen, es ist aller Achtung wert, was sie heute geleistet hat.”

Birgit Leitner gegen Linda Bresonik

Duell im Münchner Strafraum: Grings und Bresonik gegen Leitner und Paukner

Das Spiel hatte gerade erst begonnen, manch ein Zuschauer hatte noch nicht einmal seinen Platz erreicht, da flankte Melanie Behringer in der 3. Minute in den Duisburger Strafraum auf Sylvie Banecki und diese versenkte mit einem rechten Vollspannschuss den Ball ins Duisburger Netz... keine Chance für Ersatztorhüterin Christina Bellinghoven im FCR Tor. Wieder ein frühes Tor und wieder stand die Abwehr noch nicht richtig in Position.

Nina Aigner

Inka Grings dirigiert Femke Maes wie sie Nina Aigner stoppen soll

Mit mächtig viel Wut im Bauch entbrannte in der Folgezeit ein wahrer Sturmlauf der Duisburgerinnen. Innerhalb von 20 Minuten hätte der FCR eigentlich mit drei bis vier Toren Vorsprung führen müssen, doch blieb ihnen das Erfolgserlebnis verwehrt. Zu kompakt stand die Abwehrreihe der Münchnerinnen um Katharina Baunach, Sandra de Pol, Corinna Paukner und Bianca Rech. Selbst eine normalerweise wieselflinke Turid Knaak konnte sich nicht durchsetzen und wurde nach knapp 29. Minuten völlig entnervt gegen Anne van Bonn ausgewechselt.


Melanie Behringer

Melanie Behringer erkämpft sich den Ball von Jennifer Oster, im Hintergrind Annemieke Kiesel und Alexandra Popp

Martina Voss war stinksauer und fuchtelte wild gestikulierend an der Außenlinie herum und versuchte u.a. Lira zu besserem Kombinationsspiel zu bewegen. Aber auch ihr Pendant Günther Wörle hielt es nicht mehr auf der Trainerbank, unbändig feuerte er seine Spielerinnen an. Das Spiel wurde zusehends schneller und auch brutaler. Bianca Rech zum Beispiel stand kurz davor vom Platz gestellt zu werden. Zwischendurch hatte es sogar den Anschein als hätte die Schiedsrichterin Anja Kunick das Spiel nicht mehr fest im Griff; denn manch eine Entscheidung schien doch etwas fragwürdig.

Bianca Rech gegen Fatmire Bajramaj

Kampf um jeden Ball: Bianca Rech gegen Fatmire Bajramaj

Die Bayern hatten in der ersten Halbzeit kaum eine Chance ihr Angriffsspiel aufzuziehen. Zwei- bis dreimal gelangen es Ivana Rudelic und Melanie Behringer durchzudringen, aber ohne Erfolg. Allerdings war mit bloßem Auge gut zu erkennen, dass bei einem Antritt der bärenstarken, aber heute glücklosen Melanie Behringer, die Duisburger Abwehr das Nachsehen hatte. Annike Krahn fehlte an allen Ecken und Kanten, und als auch noch Alexandra Popp verletzungsbedingt ausgewechselt wurde, hatte es die Abwehr um Soja Fuss noch schwerer.

Die zweite Halbzeit brachte keine sonderlich neuen Erkenntnisse. Nach wie vor ein Anrennen der Duisburgerinnen auf das gegnerische Tor, die Aufstellung wurde indes wieder umgestellt und brachte bis zur 69. Minute nichts Zählbares zustande. Dann war es einmal mehr das Duo Kombination Bresonik/ Grings, die mit einer wunderschönen Kombination den Ausgleich schafften.

Die Duisburgerinnen wirkten müde und schlapp und standen meist nicht mit der letzten Konsequenz hinter ihrer Mannschaft. Auch die auffordernden Rufe ihrer Kapitänin brachten nicht den nötigen Erfolg nun nach dem Ausgleich nachzusetzen, obwohl Chancen vorhanden waren. Selbst ein schwerer Patzer von Birgit Leitner, der fast zu einem Eigentor geführt hatte war den Duisburgerinnen nicht gegönnt. Und somit


war es letztlich die zweite große Chance die Bayern bekam und auch wieder durch Banecki, nach Vorarbeit der eingewechselten Vanessa Bürki, zum 1:2 Endstand nutzte.

Trainerin Martina Voss war nach dem Spiel sehr enttäuscht: „Zum wiederholten Male sind wir durch ein frühes Tor in Rückstand geraten und haben es nicht geschafft die größten Chancen zu nutzen. Es hat der letzte Wille und die Konsequenz gefehlt für die Mannschaft zu arbeiten.” Über die zweite Halbzeit wollte sie rein gar nichts sagen, nur dass es ein dummes Tor war was so hätte gar nicht fallen dürfen. Sie vermutete sogar bei 2-3 Spielerinnen eine Art Überheblichkeit gesehen zu haben... vielleicht in dem Trugschluss, dass die Münchnerinnen mit fünf Ausfällen angereist waren.

Katharina Baunach gegen Linda Bresonik

Abwehr Katharina Baunach gegen Linda Bresonik

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Duisburgerinnen bis Sonntag einigermaßen erholt haben und die bittere Niederlage weggesteckt haben; denn dann steht das nächste Highlight auf dem Programm: Rückspiel UEFA-Cup Halbfinale!!!

FCR 2001 Duisburg:
Bellinghoven - Hauer, Oster (64. Hegering), Knaak (29. van Bonn), Kiesel, Grings, Bresonik, Fuss, Bajramaj, Popp (45. Schröder), Maes

FC Bayern München:
Leitner - Baunach, Roth, S. Banecki, Behringer, Paukner, Würmseer (75. Islacker), Aigner, Rudelic (54. Bürki), de Pol, Rech

Tore:
0:1 S. Banecki (3.)
1:1 Grings (65.)
1:2 S. Banecki (83.)

Gelbe Karten:Rech, Roth, Aigner

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Leipzig)
mit Moiken Reichert und Marina Wozniak

Zuschauer: 1630


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