1. Bundesliga, 14. Spieltag75 Minuten Kampf gegen das Abwehrbollwerk JenaFCR 2001 Duisburg - FF USV Jena 3:0 (0:0) | ||
Text von Marion Kehren 01.03.2009 Duisburg gegen Jena lautete die heutige Partie und manch ein Zuschauer war sich 100%ig sicher, dass dieses Spiel ein glatter Durchmarsch für die Löwinnen werden würde, aber das war weit gefehlt. Trotz Warnung ihrer Trainerin Martina Voss und der kleinen Sensation am letzten Wochenende, als Jena völlig überraschend dem 1. FFC Frankfurt ein Unentschieden abrang, taten sich die Duisburgerinnen bis zur 75. Minute sehr schwer. Es wurde ein regelrechter Arbeitssieg, den auch Martina Voss erst einmal verdauen musste. Nach den Wetterkapriolen der letzten Wochen glich das Spielfeld zwar eher einem „Acker” und war schwer zu bespielen, dennoch waren alle Beteiligten sichtlich froh, nicht noch eine weitere Spielabsage hinnehmen zu müssen. Die Zielrichtung für beide Mannschaften war klar: Duisburg musste die drei Punkte einfahren, um den Abstand auf Bayern München weiter zu verkürzen, und für Jena ging es darum, sich weiter Luft im Anstiegskampf zu verschaffen. ![]() Jenas Neuzugänge zur Winterpause scheinen sich als Glücksgriffe zu erweisen. Hier ist Adjoa Bayor, die Kapitänin der Nationalmannschaft Ghanas, gegen Linda Bresonik am Ball. Jenas Kapitänin Ivonne Hartmann im Hintergrund machte ebenfalls ein gutes Spiel In für sie ungewohnten blauen Trikots spielend, legten die Duisburgerinnen auch direkt los wie die Feuerwehr. Schnelle und präzise Pässe auf ihre Stürmerin Inka Grings, aber spätestens Jana Burmeister im Tor der Jenaerinnen, verhinderte eine frühe Führung der Duisburgerinnen. Als bereits nach 13 Minuten Turid Knaak verletzt das Spiel verlassen musste, wurde schnell klar, dass das heutige Spiel kein Spaziergang für die Duisburgerinnen werden würde. Unter den Augen von Maren Meinert und Silke Rottenberg wurde so langsam jedem bewusst, warum Frankfurt sich letzte Woche ein Unentschieden hat abluchsen lassen. Egal ob Bajramaj, Bresonik, Popp, Maes und Grings, die Löwinnen bissen sich an Jenas Abwehr förmlich die Zähne aus. Trainerin Heidi Vater hatte ihre Spielerinnen gut auf den heutigen Gegner eingestellt und mit Julia Arnold, Anne Höfer, Stephanie Krämer und Carol Carioca ein Abwehrbollwerk gezaubert. Je länger das Spiel nun dauerte, desto mehr feuerte Inka Grings verzweifelt ihre Mannschaft an, doch ohne Erfolg. Stattdessen war es nun Jena, die durch Befreiungsschläge des Öfteren vor dem Tor der Kathrin Längert vorzufinden waren. ![]() Auch bei diesem Freistoß von Lira Bajramaj ist die zahlenmäßige Überlegenheit der rotgekleideten Jenaerinnen im eigenen Strafraum gut zu erkennen Nach der Halbzeit war es sogar der Aufsteiger, der mit für mehr Druck sorgte. Mit den Neuverpflichtungen Adjoa Bayor und Carol Carioca hat Jena wohl einen „guten Fang” gemacht. Beide Spielerinnen sowie Spielführerin Ivonne Hartmann und Sylvia Arnold (Neuberufung in die U19 Nationalmannschaft) sorgten zusehends für Unruhe vor dem Duisburger Tor und so bekam die Duisburger Abwehr um Sonja |
Jenas Abwehrspielerinnen, wie hier am Boden die Brasilianerin Carol Carioca, warfen sich immer wieder erfolgreich in die Duisburger Angriffe, und Keeperin Jana Burmeister vereitelte so manche Gelegenheit. Hier tut sich Linda Bresonik entsprechend schwer, eine Anspielstation gegen die vielbeinige Abwehr zu finden | |
Fuss etwas mehr Arbeit. Es lag eine Überraschung in der Luft und die 1080 Zuschauer im PCC Stadion rieben sich überrascht die Augen. ![]() Mit diesem Flankenlauf bereitete Lira Bajramaj das 1:0 vor, Sylvia Arnold kann die Hereingabe nicht mehr verhindern Der FCR erhöhte nun den Druck und keine drei Minuten später war es wieder Grings, die mit einem wunderschönen Freistoßtor aus ca. 18 Metern zum 2:0 traf. Es war wie eine Befreiung aus Sicht der Löwinnen, und als die belgische Nationalspielerin Maes in der 80. Minute, mit ihrem ersten Tor für Duisburg, für den 3:0 Endstand sorgte schien alles wieder im Lot zu sein. Die aufopferungsvoll spielenden Jenaerinnen waren nun mit den Kräften am Ende, aber sie haben gezeigt, dass mit ihnen noch zu rechnen ist und sie den Abstiegskampf ernst nehmen. ![]() Am Ende war es wieder einmal Inka Grings, hier im Kopfballduell mit Julia Arnold, die durch ihre beiden Tore das Spiel entschied |
In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Heidi Vater mit ihrer Mannschaft sehr zufrieden. Gutes Stellungsspiel, enge Räume und das teilweise Ausschalten von Inka Grings hätten gut funktioniert. Die Mannschaftsmoral sei intakt und die Punkte gegen den Abstieg müssten eh in anderen Spielen geholt werden, die Niederlage gegen Duisburg sei eingeplant gewesen. In diesem Spiel hätten sich ihre Spielerinnen Mut für ihre nächsten Aufgaben geholt. Ganz anders war die Stimmung bei Martina Voss. Diese war sehr unzufrieden mit der Mannschaftsleistung und hätte am liebsten 6-8 Spielerinnen ausgetauscht, wenn sie gekonnt hätte. „Man kann nicht darauf spekulieren, dass in jedem Spiel zufällig Inka Grings der Ball vor die Füße fällt und diese dann ein Tor schießt.” Des weiteren äußerte sie sich besonders missgestimmt über ihre Nationalspielerinnen, da diese ihr jetzt jedoch erst einmal aus dem Weg gehen würden, müssten die Gespräche wohl verschoben werden, bis die Damen vom Algarve-Cup zurückkehren. (Übrigens will Voss für diese Aussagen freiwillig fünf Euro in das Phrasenschwein bezahlen!) ![]() Duisburgs Neuzugang, die belgische Nationalspielerin Femke Maes (vorne im blauen Trikot gegen Anna Höfer), schoss in dieser Szene ihr erstes Bundesligator zum 3:0 für Duisburg
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