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1. Bundesliga, 1. Spieltag

FCR Duisburg schlägt den Herforder SV

FCR Duisburg - Herforder SV 3:1 (2:0)

Text und Bilder von Thorsten Becker
www.frauenfussball-blog.de

07.09.2008   Es war rundum ein gelungener Saisonauftakt für die Löwinnen des FCR 01 Duisburg. Vor dem Spiel wurde Kapitänin Inka Grings mit der Torjägerkanone als Torschützin der vergangenen Saison geehrt, und auch die Olympia-Teilnehmerinnen und Bronzemedaillen - Gewinnerinnen Lira Barajmaj, Simone Laudehr und Annike Krahn wurden noch einmal mit Blumensträußen gefeiert. Doch dann ging es endlich wieder los!

Den Spielerinnen beider Mannschaften war anzumerken, dass sie heiss auf die neue Bundesligasaison sind. Der FCR spielte von Beginn an druckvoll mit viel Zug zum Tor. Der Aufsteiger aus Herford kam in der ersten Halbzeit nur selten in die gegnerische Hälfte. Zu oft mussten alle Spielerinnen in der eigene Hälfte die starken Duisburgerinnen bremsen. So waren im ersten Spiel der Saison die Gäste aus Herford die über weite Strecken unterlegene Mannschaft.

Anne van Bonn und Marie Pollmann

Das war seltener zu sehen in diesem Spiel: hier verteidigt einmal die Duisburgerin Anne van Bonn vor Herfords Stürmerin Marie Pollmann (übrigens die Torschützenkönigin der 2. Liga Nord der vergangenen Saison)

Manko bei Duisburg: Der Mannschaft um Kapitänin Inka Grings fehlte es in der gesamten Partie noch etwas an Torgefährlichkeit. Viele Großchancen konnten nicht in Tore umgewandelt werden. Inka Grings vergab gar in der 2. Halbzeit völlig freistehend eine hundertprozentige Chance. So traf die Torschützenkönigin heute nicht, dafür aber andere:

Corinna Schröder und Claudia Bujna

Corinna „Coco” Schröder (rechts), hier verfolgt von Herfords U19 Nationalspielerin Claudia Bujna, hielt ihren Kopf an die richtige Stelle!

Nach 13 Minuten war es Corinna „Coco” Schröder, die das erste Tor schoss. Per Kopfball nickte sie den Ball zur Führung in das Herforder Tor, nach schöner Vorarbeit von Turid Knaak, die sich auf der rechten Seite durchgesetzt hatte, und von Herfords Keeperin Sonja Speckmann nur schlecht abgewehrtem Grings-Kopfball. Nach mehreren vergebenen Chancen von Laudehr und Grings setzte dann wieder die junge Turid Knaak den


Inka Grings

Wie traditionell üblich, wurde die Torschützenkönigin der vergangenen Saison am ersten Spieltag der neuen Saison geehrt. So bekam also heute Inka Grings die Torjägerkanone für ihre 26 in der abgelaufenen Spielzeit erzielten Treffer

erlösenden Akzent, in dem sie den Ball von der rechten Strafraumecke aus schön in die Ecke schlenzte. (Hinterher erkärte Knaak, der Ball sei eigentlich als Flanke gedacht gewesen - egal, gefreut hat sie sich trotzdem über dieses Tor!)

Die zweite Halbzeit begann leider unter dunklen Duisburger Wolken. Die Überlegenheit der Duisburger Fußballerinnen setzte sich jedoch auch unter schlechten Wetterbedingungen fort. In der 65. Minute vergab Grings die schon angesprochenen Chance völlig frei vor der Herforder Torhüterin. Ein wenig Ähnlichkeit zu Miro Klose, der auch unter Ladehemmungen zu stehen scheint.

Linda Bresonik

Linda Bresonik präsentierte sich schon heute als die erwartete Verstärkung und machte mit dem dritten Tor alles klar

Doch in der 68. Minute gelang Linda Bresonik dann der Treffer zum 3:0. Bresonik war in der zweiten Halbzeit für Bajramaj gekommen. Großen Anteil an diesem Tor hatte aber auch Annemieke Kiesel, die mit Bresonik ein geniales Doppelpassspiel vollführte, bis Bresonik sich im Strafraum an den letzten beiden verbliebenen Abwehrspielerinnen Herfords vorbeitanken und zum 3:0 verwandeln konnte.

Damit war das Spiel natürlich gelaufen. Herford steckte zwar nicht auf, hatte die ganze Partie über munter mitgespielt, wenn auch eben mit Schwerpunkt auf der Defensive. Der nicht unverdiente Erfolg der ständigen Bemühungen der Gäste war der Anschlusstreffer durch Kerstin Nolte (83.), die einen schnellen Konter mit dem ersten Erstligatreffer für den Herforder SV abschloss.

Alles in allem ein gelungener Start für die Duisburger Titelaspiranten, der Feinschliff wird hoffentlich durch


Trainerin Martina Voss noch beigebracht. Die Aufsteiger aus Herford werden sich mit dieser Leistung hoffentlich in der ersten Bundesliga behaupten können. Gegner wie Frankfurt, Duisburg oder Potsdam sind aktuell nicht die Regel im deutschen Frauenfussball, und viele Gegner sollten somit auf dem Niveau der Herforder liegen.

Turid Knaak

Die 17-jährige Turid Knaak (rechts) bereitete den ersten Treffer vor und erzielte den zweiten (mit einer verunglückten Flanke) selbst.

FCR Duisburg:
Längert - van Bonn, Hauer, Fuss, Schröder, Kiesel, Laudehr (62. Popp) Grings, Kayikci (73. Goddard), Bajramaj (46. Bresonik), Knaak

Herforder SV:
Speckmann - Schlottmann, Stegemann, Schulte, Werner Nolte, Lenz (76. Hansmeier), Bujna, Mittendorf (87. Hölscher) Rolfs (46. Mahler), Pollmann

Tore:
1:0 Schröder (13.)
2:0 Knaak (42.)
3:0 Bresonik (71.)
3:1 Nolte (83.)

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten)

Zuschauer: 1004


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