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1. Bundesliga, 22. Spieltag

Crailsheims beste Saisonleistung entscheidet Meisterschaft

TSV Crailsheim - FC Bayern München 0:3 (0:0)

Text von Jasmin Gentner

10.06.2009   Der krönende Abschluss in Form des Meistertitels blieb der Mannschaft aus München, die eine hervorragende Saison gespielt hat, verwehrt. Vor allem die Torfrau des TSV Crailsheim „Magic” Kim Kaller hatte großen Anteil daran, dass es nur eine 0:3 Niederlage aus Sicht des TSV Crailsheim gegeben hat, der sich damit aus der 1. Liga verabschiedete. Dies war genau ein Tor zu wenig für die Münchnerinnen, um die vor diesem Spieltag denkbar knapp in Führung liegenden Turbinen aus Potsdam noch zu überholen.

Es schien ein viel versprechender Nachmittag zu werden. 1650 Zuschauer waren gekommen und die Meisten davon wohl um die erhoffte Meisterschaft des FC Bayern München zu feiern. Die Ausgangslage war klar. Der FCB, der ohne den erkrankten Trainer Günther Wörle angereist war, musste möglichst viele Tore gegen Crailsheim schießen. Dementsprechend legten die Gäste aus München auch los wie die Feuerwehr.

In der zweiten Minute verschenkte Bianca Rech den Führungstreffer als sie anstatt direkt aufs Tor zu schießen, den Ball nochmals im Strafraum quer legte. Leider fand sie keine Anspielstation und die Chance blieb ungenutzt. In der nächsten Minute war es Kim Kaller, die die Spielerin des Tages werden sollte, die den Führungstreffer verhinderte, als sie blitzschnell im 1:1-Duell reagierte und den Ball abwehren konnte.

Das erste Lebenszeichen des TSV Crailsheim ließ ebenso wenig lange auf sich warten. In der fünften Minute spielte Carolin Hörber schnell in die Spitze zu Annika Eberhardt. Die Schiedsrichterinnen entschieden allerdings auf Abseits. Weiter ging es im Minutentakt mit den Einschussmöglichkeiten des FC Bayern München. Zunächst verfehlte Mandy Islacker das Tor um Haaresbreite, dann Bianca Rech.

Katharina Baunach

Katharina Baunach machte wieder viel Druck auf ihrem linken Flügel, wo sie mit Abwehrarbeit kaum beschäftigt wurde

Archivbild: Tom Schlimme

Ein Freistoß, der von Mandy Islacker getreten wurde, brachte nichts Zählbares ein, da Nina Aigner die Vorlage direkt in die Hände von Kim Kaller schoss (15.). Ein weiteres Mal zeigte dann Rech Nerven als sie alleine vor Kim Kaller stand, den Ball aber nicht ins Tor beförderte.
In der 25. Minute kam es durch Jeanette Dyer zu einem Entlastungsangriff der Heimmannschaft, der Schuss war allerdings kein Problem für Ulrike Schmetz.


Kim Kaller

So hat man es so oft gesehen in dieser Saison: Crailsheims Daniela Held blickt hinterher und auch Keeperin Kim Kaller kann das Tor nicht verhindern. Eines von 79 Gegentoren, die der TSV Crailsheim in dieser Saison kassierte. Doch dank einer herausragenden Leistung von Kim Kaller gelangen dem Meisterschaftsaspiranten FC Bayern München heute nur drei Treffer - einer zuwenig

Archivbild: Viola

Danach spielte nur noch der FC Bayern, zunächst jedoch erfolglos. So ging ein Schuss von Nationalspielerin Melanie Behringer weit übers Tor und Julia Simic scheiterte an Kim Kaller, die alles hielt was auf ihren Kasten zukam. So hieß es zur Halbzeit 0:0. Allerdings gab der FC Bayern nicht auf, da die Turbinen bis dato nur 1:0 führten.

Nach der Pause machte der FC Bayern München weiterhin Druck. Eine Minute nach Wiederanpfiff war es wieder Julia Simic, die eine 100%ige Chance nicht nutzte. In der 48. Minute wurde die Mannschaft aus München für ihr aggressives und druckvolles Engagement belohnt mit dem längst überfälligen Führungstreffer. Nach einer Ecke war es Bianca Rech, die per Kopf die Führung erzielte.

Vier Minuten später gelang es Nina Aigner nach einem Freistoß ebenfalls per Kopf einen weitern Treffer für die Gastmannschaft zu erzielen.
Wer allerdings jetzt dachte, der TSV Crailsheim gibt sich auf und die Tore hageln im Minutentakt, wurde getäuscht. Sylvie Banecki verfehlte nur um Millimeter das Tor, einen Eckball konnte Kim Kaller wieder einmal ohne große Probleme entschärfen.

In der 62. Minute gab es wieder ein Lebenszeichen der jungen Mannschaft aus Crailsheim. Aber den schnell gespielten Ball erreichte Annika Eberhardt nicht mehr. Crailsheim hatte sich jetzt drauf eingestellt, weitere Gegentore mit aller Macht zu verhindern und kam allenfalls noch mit Entlassungsgriffen nach vorne. Aber Katharina Baunach klärte vor der eingewechselten Lisa Wich. Im Wesentlichen verteidigten die Crailsheimerinnen aber nur noch den eigenen Strafraum.

Zunächst fand Melanie Behringer keine Anspielstation im Strafraum. Als sich ein Ball gefährlich in Richtung Tor senkte, war wieder Kim Kaller zu Stelle und parierte den Ball übers Tor. Ebenso wie den Freistoß von Melanie Behringer. In der 75. Minute traf dann aber endlich Nicole Banecki aus spitzem Winkel ins Gehäuse. Inzwischen sickerte die Nachricht durch, dass es in Potsdam 3:0 steht und dem FC Bayern noch ein Tor zur Meisterschaft fehlte. Die Münchner versuchten verzweifelt, dieses eine Tor zu erzielen, während Crailsheim dagegen hielt, als ging es um das nackte Überleben.

Fünf Minuten vor Schluss prallten Bianca Rech und Crailsheims Torfrau Kim Kaller unglücklich zusammen. (Bzw. in DFB-TV sah man, dass Rech beim Versuch, den von Kaller abgewehrten Ball im Nachschuss ins Tor zu schießen, die Keeperin aus kürzester Entfernung voll am Kopf traf). Nach fünf Minuten Behandlungspause musste Kaller durch Annika Kirsamer ersetzt werden. Obwohl die Schiedsrichterin fünf Minuten drauflegte, erzielten die Münchnerinnen keinen Treffer mehr.


In der Pressekonferenz konnte sich Karin Danner dann nicht mehr zurückhalten und meinte fast vorwurfsvoll in Richtung Crailsheim: „Wenn Crailsheim solche Spiele öfters abgeliefert hätte, wären sie wohl nicht abgestiegen. Wir haben heute alles versucht und sind sehr traurig. Leider hat es nicht gereicht. Gratulation an Turbine Potsdam zum Meistertitel! Dennoch haben wir eine tolle Saison gespielt. Ich freue mich schon auf die kommende Saison.”  

Der scheidender Trainer Hubert Müller des TSV Crailsheim entgegnete darauf: „Als bekennender Bayern-Fan tut mir das Ergebnis leid. Doch das Spiel heute war eine Frage der Ehre für uns. Wir wollten uns würdig verabschieden und hätten gegen jede Mannschaft heute so gespielt.

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Nicole Banecki wurde gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Silvie zur zweiten Hälfte eingewechselt und erzielte mit einer klasse Einzelleistung das 0:3. Doch das fehlende vierte Tor wollte auch ihr nicht gelingen

Archivbild: Tom Schlimme

TSV Crailsheim:
Kaller (88. Kirsamer) - Held, Gaspar, Gaugler (57. Nason), Schott - Treyer, Hörber, Höß, Dyer, Breunig - Eberhardt (67. Wich)

FC Bayern München:
Schmetz - Baunach, De Pol, Paukner, Rech - Wörle, Simic, Aigner, Behringer - Bürki (46. N. Banecki), Islaker (46. S. Banecki)

Tore:
0:1 Rech (48.)
0:2 Aigner (52.)
0:3 Banecki N. (75.)

Gelbe Karten: Dyer, Breunig, Held - Rech

Schiedsrichterin:Marija Kurtes (Düsseldorf)

Assistentinnen:: Martina Storch-Schäfer, Isabell Herrmann

Zuschauer: 1650

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