1. Bundesliga, vorgezogenes Spiel vom 6. SpieltagDramatisches Spiel in Bad NeuenahrSC 07 Bad Neuenahr - 1. FFC Turbine Potsdam 2:2 (1:0) | ||
Text von Peter Eckhard 18.09.2008 Spannende 90 Minuten sahen am Mittwochabend die 320 Zuschauer im Apollinarisstadion zu Bad Neuenahr. Beide Teams zeichneten sich in den bisherigen Spielen nicht gerade durch Effizienz vor den Toren der Gegner aus, konnten dieses aber gestern Abend revidieren. 2:2 (1:0) endete die dramatische Partie zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und dem 1.FFC Turbine Potsdam, ein Unentschieden der besseren Sorte. Auf nicht weniger als sechs Spielerinnen musste Trainer Deniz Bakir bei den Kurstädterinnen verzichten. In der letzten Woche noch wurde z.B. Celia Okoyino da Mbabi ein Nagel aus dem 2007 gebrochenen Schienbein entfernt. Hinzu kam der Kreuzbandriss von Isabell Borchert und die U 17 Nominierung von Laura Störzel. Die Langzeitverletzten Julia Thinius, Eva Augustin und Christina Graf waren erst gar nicht eingeplant. ![]() Bad Neuenahrs Trainer Deniz Bakir (im Hintergrund) mußte auf sechs Spielerinnen verzichten. Doch die, die auf dem Platz standen, machten ihre Sache gut, wie hier die junge Yasmin Pietsch, die Potsdams Isabel Kerschowski (am Ball) stört So war es dann auch zunächst die Truppe des Trainer Urgesteins Bernd Schröder, welche die junge Mannschaft aus Bad Neuenahr mächtig unter Druck setzte. Doch bereits nach fünf Spielminuten der erste Nadelstich des SC 07. Mirvet Arabaci setzte die heute bärenstarke Isabell Bachor in Szene und die Nationalspielerin konnte Desiree Schumann in zweiten Versuch, mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke, überwinden.
Turbine erhöhte nun den Druck noch mehr, musste aber immer wieder auf die Konter der Neuenahrerinnen aufpassen.
So in der 17. Minute, als wieder Arabaci einen Zuckerpass auf Bachor setzte, diese aber um Haaresbreite das Gehäuse der Turbinen verfehlte. ![]() Nadine Hagmann (links) und Anja Mittag lieferten sich spannende Zweikämpfe Einige ungenaue Versuche der Favoritinnen bis zur Pause drückten so langsam die Verzweiflung aus, die die Mädels von Turbine Potsdam beschlich, und so ging es dann mit der Führung für Bad Neuenahr in die Kabinen. Gerade einmal drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als Nadine Hagmann einen Eckball genau auf die Stirn von Anne Kathrin Westphal |
Mit diesem wuchtigen Kopfball brachte Anne-Kathrin Westphal den Außenseiter Bad Neuenahr gegen die favorisierten Potsdamerinnen auf 2:0 in Front. | |
servierte. Diese ließ Schumann keine Chance und rehabilitierte sich so vor eigenem Publikum für die Fehler im Spiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Die Antwort des ehemaligen Titelsammlers ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Viola Odebrecht legte mustergültig für Leni Larsen Kaurin auf und diese markierte aus 20 Metern mit einem Treffer der Marke "Tor des Monats" den 1:2 Anschlusstreffer. ![]() Potsdams norwegische Nationalspielerin Leni Larsen Kaurin brachte Potsdam mit einem äußerst sehenswerten 20m-Schuss wieder heran. Im Hintergrund Isabel Kerschowski und Nadine Fols Bad Neuenahr liess sich nicht beeindrucken und konnte immer wieder mal gefährlich vor dem Tor des Gegners auftauchen. „Da haben zwei Spielerinnen ausgereicht, um unsere Abwehr durcheinander zu wirbeln”, so Bernd Schröder nach dem Spiel. Er meinte Lydia Neumann und Isabell Bachor, die immer wieder für Gefahr sorgten. Doch schließlich war es den Turbinen vorbehalten, den letzen Treffer des Abends zu markieren. Tabea Kemme konnte Uschi Holl aus kürzester Distanz überwinden. Vorausgegangen war ein schöner Spielzug, den Anja Mittag vor das Tor brachte. ![]() Viola Odebrecht, hier am Ball, sah ausgerechnet in Bad Neuenahr, wo sie vor ihrer Rückkehr nach Potsdam zuletzt gespielt hatte, die gelbrote Karte. Im Bild wird sie verfolgt von Lydia Neumann, Babett Peter im Hintergrund passt auf War es bisher eine recht unsichere Partie von Schiedsrichterin Katrin Rafalski, so nahm sie jetzt entscheidenden Einfluss auf das Match. Bis zur 70. Minute wartete sie mit der Verteilung von gelben Karten. |
Binnen neun Minuten holte sich Viola Odebrecht an alter Wirkungsstätte zwei davon ab. Beide wegen Foulspiels. Folge war eine gelb/rote Karte. Entscheidend deshalb, weil Potsdam jetzt das Ergebnis verwaltete, statt noch auf Sieg zu spielen. So war dann auch Deniz Bakir mit dem „gewonnenen” Punkt zufrieden. Insbesondere der Einsatzwille seiner jungen Truppe beeindruckte doch sehr. Isabelle Stümper zum Beispiel wurde zum ersten Mal als Linksverteidigerin eingesetzt und machte ihre Sache ausgezeichnet. Überhaupt macht der Zusammenhalt der Teams des SC 07 in diesem Jahr besonderen Spaß. Nun kommt es bereits am kommenden Sonntag zum Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern München. Die Erwartungen sollten aber nicht zu hoch sein, da der Renommierklub aus der bayrischen Landeshauptstadt bei nicht wenigen als Hauptkonkurrent des Serienmeisters aus Frankfurt angesehen wird. ![]() Diese beiden schossen jeweils das zweite Tor ihrer Mannschaft an diesem Abend: links Anne Westphal, rechts Tabea Kemme
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